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Brandenburg/Havel Auch die vier Grad kalte Havel kann den Eisbadern nichts anhaben
Lokales Brandenburg/Havel Auch die vier Grad kalte Havel kann den Eisbadern nichts anhaben
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12:51 01.01.2019
Die Brandenburger Eisbären steigen traditionell am Silvestertag zum Eisbaden in die kalte Havel. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Eisschollen waren zwar nicht in Sicht, aber die etwa 100 Zuschauer zitterten mit, als es am Silvestertag wieder zum Eisbaden in die Havel ging. Dabei hatten die Vereinsmitglieder der Brandenburger Eisbären nur ein müdes Lächeln für die milden Bedingungen übrig. „Wir haben eine Lufttemperatur von sieben Grad, im Wasser sind es knapp über vier“, verkündete Heike Gose, die das alljährliche Spektakel moderierte.

Knapp 100 Zuschauer sind immer an Silvester dabei, wenn die Vereinsmitglieder der Brandenburger Eisbären bunt kostümiert zum Baden in die eiskalte Havel eintauchen.

Für echte Winterschwimmer nicht wirklich eine Herausforderung. Deshalb hatten die Zuschauer, die zum Vereinsgelände der Kanuten „Freie Wasserfahrer“ am Wiesenweg gekommen waren, ein bisschen länger Zeit, um die gute Stimmung zu genießen, die rund um das Silvesterbaden dazugehört. Wer sich inwendig aufwärmen musste, bekam zudem einen Glühwein gereicht.

„Wir gehen bei dieser Veranstaltung immer im Kostüm ins Wasser“, sagte Jutta Tasche, die seit sechs Jahren den Eisbären vorsteht und vielleicht auch deshalb mit Frack und Zylinder, quasi als Dompteuse der wilden Meute, in die Fluten stieg. Mit dabei waren auch Gäste vom befreundeten Verein aus Kade sowie der Deetzer Havelaal Peter Triebel, der im Chirurgenkostüm auch sein Quietscheentchen mit zu Wasser ließ. Mittendrin im Trubel tummelten sich unter anderem natürlich auch ein Eisbär, ein Pirat und Superwoman.

„Unseren Verein gibt es schon seit 38 Jahren und wir sind immer auf der Suche nach Leuten, die sich auch für das Winterschwimmen begeistern können“, sagte die Vereinsvorsitzende. Zurzeit gehören 20 Mitglieder zu den Brandenburger Eisbären. Der Altersschnitt ist zwar relativ hoch, zeigt aber an, dass das Bad im kalten Nass der Gesundheit nicht ganz abträglich sein kann. „Wir treffen und drei Mal in der Woche am Wiesenweg zu gemeinsamen Trainingszeiten“, sagte Jutta Tasche.

Dabei geht es für die meisten Eisbären um den Spaß an der Sache, manche haben aber durchaus sportliche Ambitionen. „Es gibt alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft im Winterschwimmen“, sagte Thomas Gose, der zusammen mit seiner Frau Heike vor zehn Jahren nach Brandenburg gezogen ist. Das Eisbaden betreiben die beiden schon lange und haben bei den Eisbären gleich eine neue Heimat für ihr Hobby gefunden. „Im letzten Jahr waren wir in der estnischen Hauptstadt Tallin bei der WM im Winterschwimmen dabei. Die nächste wird in Slowenien stattfinden und wir sind wieder dabei“, sagte Gose.

Die Brandenburger Eisbären veranstalten auch selbst ein Winterschwimmen. „Immer im März laden wir dazu an die Badestelle am Grillendamm ein und die Teilnehmer kommen sogar aus Gardelegen und Rostock zu uns“, sagte Tasche.

Auf den am weitesten angereisten Badegast, der sich am Silvestertag mit ins Wasser wagte und zudem den Altersschnitt der Teilnehmer mächtig nach unten drückte, werden die Eisbären dann allerdings verzichten müssen. Der fünfjährige Salim ist extra aus dem Libanon angereist, um sich im Drachenkostüm in die Fluten zu stürzen. „Salims Opa Kalle Weber ist langjähriges Mitglied in unserem Verein und immer wenn seine Tochter mit dem Enkel über Weihnachten zu Besuch kommt, ist der Junge bei unserem Silvesterschwimmen dabei“, sagte Jutta Tasche.

Von Christine Lummert

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