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Brandenburg/Havel Erste Trauung mit Schmetterlingen im Bauch
Lokales Brandenburg/Havel Erste Trauung mit Schmetterlingen im Bauch
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00:30 23.11.2015
Stefanie Lippold zündet im Saal eine Kerze an. Quelle: Claudia Nack
Wusterwitz

„Ich habe Schmetterlinge im Bauch“, räumt Stefanie Lippold ein. Denn am Freitag hat die neue Wusterwitzer Standesbeamtin ihre allererste Trauung. In der Nacht dürfte ihr die Fünf-Minuten-Rede mit Sicherheit noch einmal durch den Kopf gegangen sein, die sie mit Hilfe des Buches „Die 100 besten Traureden“ vorbereitet hat. Auch darauf, dass sie neu sei, wollte sie eingehen und im Festsaal eine CD mit „fröhlich-klassischer Musik einlegen.

Zwar arbeitet die 26-Jährige bereits seit August in der Wusterwitzer Amtsverwaltung in der Bebelstraße, doch bestellte Standesbeamtin ist sie erst seit vier Wochen. Zuvor hatte sie bei der Akademie für Personenstandswesen im hessischen Bad Salzschlirf ein zweiwöchiges Grundseminar absolviert. Die junge Frau tritt die Nachfolge von Ellen Recknagel-Bremer an, die in Wusterwitz 33 Jahre lang Standesbeamtin war und sich jetzt im wohlverdienten Ruhestand befindet. „Sie hat mich super eingearbeitet“, sagt Stefanie Lippold. „Wenn ich eine Frage habe, kann ich sie jederzeit anrufen.“ Bei Urlaub oder Krankheit würde ihre Vorgängerin einspringen.

Die Vorgängerin wirkte 33 Jahre

Neben ihrer Tätigkeit als Standesbeamtin, bei der sie auch Namensänderungen und Sterbefälle zu beurkunden hat, ist die 26-Jährige außerdem für die fünf kommunalen Friedhöfe in Bensdorf, Wusterwitz und Rogäsen, den Brandschutz mit rund 150 Einsatzkräften in drei Gemeindewehren und für Gewerbedienstleistungen zuständig. „Eine interessante und vielseitige Arbeit“, wie sie findet.

Stefanie Lippold stammt aus Wusterwitz, ging dort in den Kindergarten und in die Grundschule. Von ihrem Elternhaus in der Kanalstraße bis zur Verwaltung hat sie mit dem Fahrrad einen Arbeitsweg von 590 Metern. „Neben den vier Sachgebieten war die Ortsnähe ein Grund, warum ich mich auf die Stelle bewarb“, erzählt sie. Die Ausschreibung hatte sie eher zufällig in der Zeitung entdeckt. Zuvor pendelte sie mit dem Zug. Erst nach Berlin, dann nach Potsdam.

Privat noch solo

Stefanie Lippold, die sich nach dem Abitur zur Rechtsanwalts-Notarfachangestellten ausbilden ließ, arbeitete bei zwei renommierten Insolvenzverwalterkanzleien. „Irgendwann ähnelten sich die Fälle und ich wollte etwas Neues machen“, sagt die fröhliche und offene Frau. „Meine Mutter würde sagen, ich bin diskussionsfreudig.“

In ihrer Freizeit spielt Stefanie Lippold Querflöte und Saxofon, musizierte in Potsdam zwei Jahre lange bei einem Damen-Saxofon-Quartett und sucht jetzt in der Umgebung nach einer Band. Privat ist sie solo, will aber eines Tages eine Familie gründen und heiraten. „Da bin ich altmodisch“, sagt sie und lacht, die in diesem Jahr noch zwei weitere Paar trauen wird. Insgesamt werden es dann zwölf Eheschließungen sein, 2014 gaben sich 17 Paare im Amtssaal oder in der Kulturscheune das Ja-Wort.

„Es liegt aber auch daran, dass einige woanders heiraten und an der Zeit“, sagt sie und blättert in alten Büchern. Vor 60 Jahren zum Beispiel wurden in Wusterwitz 48 Ehen geschlossen, 1952 sogar 63. Ab 2016 sollen sich die Trauorte durch Schloss Rogäsen erweitern.

Von Claudia Nack

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