Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Erster Plan nach 20 Jahren Vorbereitung: So soll der neue Bahnübergang in Wust aussehen
Lokales Brandenburg/Havel Erster Plan nach 20 Jahren Vorbereitung: So soll der neue Bahnübergang in Wust aussehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:04 07.01.2020
Am Bahnübergang zwischen Brandenburg/Havel und Wust kommt es bei Zugdurchfahrten täglich zu längeren Wartezeiten. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Der Landes-Werbeslogan wird an der Wuster Bahnschranke zur satirischen Realität: „Es kann so einfach sein“. Seit diesem Montag liegen in der Brandenburger Stadtverwaltung die Unterlagen des laufenden Planfeststellungsverfahrens zum Beseitigen des Bahnüberganges der Bundesstraße 1 und der RE-1-Bahnlinie einen Monat lang öffentlich aus.

Bauwerk nur knapp 59 Meter lang

Selbst der Laie fragt sich nach dem ersten Überblick, was an den vorliegenden Plänen 20 Jahre Vorbereitung gedauert haben soll: Es wird ein Brückenbauwerk keine 20 Meter nördlich (in Fahrtrichtung Wust auf der linken Seite) der bisherigen Trasse. Die Fahrbahn wird auf zwei Stützen gelagert, die äußeren Stützweiten betragen jeweils 16,45 Meter, in der Mitte am Gleis sind es 27,10 Meter. Das heißt, von Widerlager zu Widerlager sind es 58,60 Meter.

Auslegung bis zum 5. Februar

Der Plan mit den Zeichnungen, Erläuterungen sowie den Unterlagen über Umweltauswirkungen liegt in der Zeit vom 6. Januar bis 5. Februar 2020 in der Stadt Brandenburg an der Havel, FB Bauen und Umwelt, Klosterstraße 14, Haus C, Zimmer 101 in 14770 Brandenburg an der Havel zur allgemeinen Einsichtnahme aus.

Er kann während der Dienststunden eingesehen werden:Montag von 9:00-12:00 Uhr und 13:00-15:30 Uhr Dienstag von 9:00-12:00 Uhr und 13:00-17:30 UhrMittwoch von 9:00-12:00 Uhr und 13:00-15:30 UhrDonnerstag von 9:00-12:00 Uhr und 13:00-15:30 UhrFreitag von 9:00-13.00 Uhr

Hinweise und Einwendungen sind schriftlich bis zum 5. März 2020 zum Aktenzeichen 2105-31102/0001/025 an das Landesamt für Bauen und Verkehr Dezernat 21 – Anhörung/Planfeststellung Straßen und Eisenbahnen, Lindenallee 51, 15366 Hoppegarten, zu richten.

Die lichte Höhe liegt bei mindestens 6,20 Metern. Die Breite des Bauwerks zwischen den Geländern beträgt 13,30 Meter. Davon nehmen die Fahrbahnen acht Meter ein, südlich gibt es einen 1,35 Meter breiten Schutzstreifen und dann außen einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg.

Schallschutz an Wuster Straße

Der tägliche Stau in Wust. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Baustrecke ist einen knappen Kilometer lang, exakt sind es 996 Meter. Sie beginnt gleich hinter der dichten Bebauung von Neuschmerzke und endet kurz vor der Ampelkreuzung an den Einfahrten zum Einkaufszentrum beziehungsweise zur Wuster Straße. Die unfallträchtige Kurve kurz vorm EKZ Wust wird entschärft, indem der Bogen etwas aufgeweitet wird.

Ein paar Grundstückseinfriedungen sind auf beiden Seiten zu versetzen. Beidseitig der ersten Einmündung (die ohne Ampelanlage) in die Wuster Straße werden sechs Meter hohe Schallschutzwände errichtet, zuerst eine von 141 Metern Länge, danach eine von 95 Metern.

Material steht noch nicht fest

Steffen Streu ist Sprecher des Landesbetriebs Straßenwesen. Quelle: Rüdiger Böhme

Die derzeitigen Planungen erfolgen „produktneutral“. Das heißt, es kann vor Feststehen des konkreten Ausschreibungsergebnisses noch niemand sagen, aus welchem Material die Brücke bestehen wird und wie sie genau aussieht. „Es gibt drei Varianten: Stahl , Verbund Stahl/Beton oder Beton. Welches Material gewählt wird, richtet sich nach den Angeboten der Bauunternehmen“, bestätigt Steffen Streu, der Sprecher des zuständigen Landesbetriebs Straßenwesen.

Kein konkreter Zeitplan

Wann ein so genannter Planfeststellungsbeschluss erfolgt, ab wann und wie lange gebaut wird, möchte er aber nicht voraussagen. „Der Zeitplan ist davon abhängig, ob und welche Einwendungen es gibt. Davon ist abhängig, wieviel Zeit für die Prüfung und Abwägung der Einwendungen in Anspruch genommen werden muss. Unter Umständen sind Gutachten oder Planänderungen notwendig. Außerdem ist es möglich, dass ein Planfeststellungsbeschluss beklagt wird.“

Versprechen der Ministerin

Immerhin hat die jüngst aus dem Amt geschiedene und in die Staatskanzlei aufgestiegene Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) ihr im vergangenen Frühjahr gegebenes Wort gehalten: Sie hatte den Landesbetrieb Straßenwesen LS angewiesen, das Vorhaben an der Bundesstraße 1 mit hoher Priorität zu bearbeiten und mit dem Planfeststellungverfahren noch 2019 zu beginnen. Das könnte im Laufe des Jahres 2020 beendet werden, Baubeginn wäre Anfang 2021. Zum Dezember-Fahrplanwechsel 2022 könnte die Straßenüberführung fertig sein.

Drei Züge in jede Richtung

Das wäre insofern immens wichtig, weil ab diesem Zeitpunkt drei statt zwei RE-1-Züge in jede Richtung verkehren sollen. Ist dann die Brücke nicht fertig, würde es den kompletten Verkehrsinfarkt geben, schon jetzt sind die Schranken bis zu sechs Stunden lang an jedem Tag zu.

Allerdings ist das mit den Planfeststellungsbeschlüssen auch immer ein eigenes Thema: Für die Ortsumfahrung Schmerzke beispielsweise ist das verfahren seit sechs Monaten faktisch durch – einen Beschluss gibt es aber immer noch nicht.

Von André Wirsing

Real-Kunden im Beetzsee Center staunten am Montag nicht schlecht. Die Eier-Regale waren leer. Es gibt Lieferprobleme. Am Dienstagabend soll erster Nachschub kommen.

07.01.2020

Brutaler Zoff im morgendlichen Berufsverkehr: Ein Streit unter Autofahrern am Montag in Brandenburg an der Havel ist eskaliert. Einer der beiden Kontrahenten griff schließlich zum Baseballschläger.

06.01.2020

Der Kreisverkehr nahe der Regattastrecke in Brandenburg/Havel ist unfallträchtig. Die Straßenverkehrsbehörde hat dort 14 Verletzte seit 2016 registriert. Die Unfallopfer waren Radfahrer.

06.01.2020