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Brandenburg/Havel Es lebe das Festkomitee!
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08:12 08.02.2020
Brandenburg an der Havel wird im Jahr 2028 genau 1100 Jahre alt. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Vorab gleich die Entschuldigung: Nichts gegen die Karnevalsvereine der Stadt und der Region, die mit viel Liebe, Engagement und Arbeit ihre gerade beginnenden Prunksitzungen vorbereitet haben!

Doch derzeit schwirrt ein Beschlussantrag durch den kommunalpolitischen Raum, der eigentlich nur in die Karnevalszeit passt. Oder zum 1. April. Schon in acht Jahren steht nämlich ein dringender Termin an: Der 1100. Stadtgeburtstag. Dafür brauche man nun schleunigst ein Festkomitee, heißt es in dem von Stadtverordneten mehrerer Fraktionen eingereichten Papier.

Bis zur Buga ging’s schneller

Aha, das ist also unsere derzeit wichtigste Sorge angesichts zusammenfallender Brücken, Problemen in der Stadtentwicklung und nötiger Sicherung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Nur zur Erinnerung: Für das Ausrichten einer monumentalen Bundesgartenschau vergingen zwischen Zuschlag und Eröffnung gerade einmal siebeneinhalb Jahre!

Nun ja, die Antragsteller werden ihre Gründe haben: „Denn für ein würdiges Begehen dieses Jubiläums ist in einigen Punkten eine langfristige Planung vonnöten: So müsste zum Beispiel eine eventuell geplante, gedruckte Stadtgeschichte in Buchform, die einen Umfang von mehreren Hundert Seiten haben würde, über mehrere Jahre erarbeitet werden, weil die Autoren Zeit für die Erarbeitung ihrer Texte benötigen“, heißt es in der Begründung.

Lasershows und Vortragsreihen

Und weiter: „Ebenso ist zu fragen, wie die Stadtgeschichte einer breiten Öffentlichkeit in Form von Ausstellungen, Umzügen, Vortragsreihen oder sonstigen Events, zum Beispiel thematischer Lasershows, Filmsequenzen, präsentiert werden kann. Auch werden längere Vorbereitungszeiten vonnöten sein.“

Nun gut, man lässt der Verwaltung sogar bis September (2020) Zeit, einen Vorschlag für das Team des Festkomitees zu machen. Das soll ja nicht nur mit Stadtverordneten und Verwaltern, sondern sogar mit Experten besetzt sein.

Auch sieben Jahre für Uniformen

Gut möglich, dass auch die jüngsten Erfahrungen mit der Kämmerei den langfristigen Vorlauf begründen: Schließlich dauert das Beschaffen von Persönlicher Schutzausrüstung für die Feuerwehrleute bekanntlich geschlagene sieben Jahre. Wie lange wird es dann dauern, bis die Verwaltung ein paar Zehntausend Euro für ein Hochglanzbuch zur Stadtgeschichte locker macht?

Wichtigere Probleme

Aber mal Schluss mit Ironie. Wäre es nicht an der Zeit, in der Kommunalpolitik zur Ernsthaftigkeit zurückzukehren? Müssen ernsthaft stundenlang Vorschläge zur gendergerechten Straßenbenennung diskutiert werden, muss eine Straße unbedingt nach Rudi Schuricke benannt werden? Sollte es nicht lieber Experten im gerade gegründeten Digitalbeirat statt in einem Festkomitee geben? Sind das Entwickeln von Packhof, Hauptstraße oder Wohnstandorten in Kirchmöser nicht wichtiger als Mitgliedschaften im Netzwerk Wassertourismus?

Wahrscheinlich braucht man auch dafür ein eigenes Komitee, das auswählt, was gerade am sinnvollsten für die Stadt Brandenburg ist.

Von André Wirsing

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