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Brandenburg/Havel Es war eben nicht immer BRB
Lokales Brandenburg/Havel Es war eben nicht immer BRB
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18:15 25.01.2018
Im Herbst 1945 hatte der Magistrat der Stadt Brandenburg ein eigenes Kennzeichensystem – hier ein Opel Olympia mit einem E-Kennzeichen in der Lindenstraße. Quelle: Stadtmuseum Brandenburg
Brandenburg/H

Sind die Raser Schuld? Oder war es nur eine Überreaktion verängstigter Fußgänger und Reiter? Fakt ist: Der Zwang, Kraftfahrzeuge mit Nummern zu versehen, entstand als kritische Reaktion des „nichtmotorisierten Publikums“ auf die höheren Geschwindigkeiten. Die ersten Kennzeichen tauchten in Frankreich auf. Frankreichs Pionierrolle in der Vergabe von polizeilichen Kennzeichen führte auch im Deutschen Reich zur Überlegung, den steigenden Verkehr durch Vergabe von polizeilichen Kennzeichen zu organisieren und zu überwachen. Hessen führte als erster deutscher Bundesstaat im Jahre 1900 die erste landesweite Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen ein, andere Länder des Deutschen Reiches folgten bis 1901.

Ein Brennabor mit der ersten reichseinheitlichen Zulassung der Stadt Brandenburg bei der Prinz-Heinrich-Fahrt im Jahre 1909. Quelle: Archiv Hans Juchert

Für den Zeitraum von 1901 bis 1902 trugen alle in der preußischen Provinz Brandenburg zugelassenen Kraftfahrzeuge das KennzeichenBrandenburg“ als Unterscheidungszeichen. Bei der Neuregelung der Kennzeichen wurden, wie das Amtsblatt der königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin vom 21. November 1902 veröffentlichte, innerhalb der Provinz Brandenburg kleinere Kontingente an Erkennungsnummern an Städte und Landkreise mit mehr als 10 000 Einwohnern vergeben. So vergab die städtische Polizeiverwaltung Brandenburg an der Havel die Kennzeichen E 261-300 an die Eigentümer von Kraftfahrzeugen. Einer der ersten Eigentümer eines Kraftfahrzeuges in der Stadt Brandenburg war der Spediteur August Taege. Sein Sohn Kurt Taege war einer der ersten Brandenburger, die 1904 die Fahrerlaubnis erwarben.

Zum 1. Oktober 1906 erhielt die preußische Provinz Brandenburg das Unterscheidungszeichen „IE“. Wegen seiner Einwohnerzahl von über 10 000 Personen erhielt die Polizeiverwaltung Brandenburg an der Havel ein Erkennungsnummernkontingent zugeteilt (Stand 1908): IE 261-300 und IE 1800-1900.

Ein Laster vom Typ H6 beim Winterdienst in der Neuendorfer Straße: Bis 1974 waren in der DDR die Anbringung von zusätzlichen Kennzeichen an den Ladebordwänden bei Lkw vorgeschrieben. Quelle: Stadtmuseum Brandenburg

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es für das Deutsche Reich zahlreiche Gebietsverluste, die wiederum eine neue Systematik der Kennzeichenvergabe im Zuge der Neuregelung der Regierungsbezirke erforderlich machten. Trotz der notwendigen Änderungen blieb die alte Kennzeichensystematik weitgehend bestehen – nicht zuletzt wegen der föderalen Struktur des Deutschen Reiches. Der Verkehr nahm zu, weitere Nummern mussten eingeführt werden. Ende 1927 wies der Oberpräsident der Provinz Brandenburg der Zulassungsstelle in der Stadt Brandenburg die Erkennungsnummern IE-4001 bis 5500 zu. Das reichte nur vier Jahre. 1931 folgten die Nummer IE-93001 bis IE-94000. Mitte 1935 kam der nächste Schwung: IE-150501 bis IE-152000. Dabei sollte es nicht bleiben.

Das System änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg. Gleichwohl es kaum Fahrzeuge gab. Von den ehemals zugelassenen 380 Pkw in der Stadt Brandenburg waren nur fünf Fahrzeuge betriebstüchtig. Der Magistrat der Stadt Brandenburg entschied sich bei der Vergabe neuer Kennzeichen, das „E“ als Unterscheidungszeichen einzuführen, die Erkennungsnummern wurden numerisch (ohne Systematik) an alle Typen vergeben. So erhielten alle fahrtüchtigen Lkw, Pkw und Krafträder in der Stadt Brandenburg laut Auflistung vom 22. September 1945 die Kennzeichen E 1 bis E 235. Dieses System galt nur kurze Zeit, bis Ende Oktober 1945.

Das polizeiliche Kennzeichen „DX 62-60“, einer in der DDR (Stadt Brandenburg) zugelassenen Jawa 175, die einst im Industriemuseum Brandenburg stand. Quelle: Stefan Menzel

Dann griff die neue Regelung der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Für die Provinz Brandenburg mit dem UnterscheidungszeichenBP“ (Brandenburg Provinz) wurden die Erkennungsnummernkontingente BP 0-00-01 bis BP 1-00-00 für alle Kraftfahrzeuge sowie die Erkennungsnummernkontingente BP 00-01 bis BP 50-00 für die Krafträder zugewiesen.

Anfang 1948 führte die SMAD das nächste System ein. Für das Land Brandenburg, das mit Gründung der DDR bestand, galt SB für „Sowjetische Besatzungszone Brandenburg“ plus Zahlencode. Die vielen Menschen vertrauten sogenannten DDR-Kennzeichen kamen erst mit der Neuordnung der Kreise und Bildung der Bezirke im Jahre 1952.

Seit dem 1. Januar 1991 werden in der Stadt Brandenburg polizeiliche Kennzeichen mit dem Unterscheidungszeichen „BRB“ vergeben. Hier ein Mercedes-Bus der Verkehrsbetriebe Brandenburg in Ziesar. Quelle: Jens-Peter Fried

Für die Kreise und beiden kreisfreien Städte im Bezirk Potsdam galt als erster Buchstabe anfangs das D. Später kam das P dazu. Mit der Wende fand auch dieses System sein Ende. Und: Die Polizei war nun nicht mehr zuständig. Die Ausgabe kam in die Hände der Kommunalverwaltungen. In den ostdeutschen Bundesländern wurden bis zum 31. Dezember 1990 übergangsweise Fahrzeuge nach dem DDR-Kennzeichensystem zugelassen.

Seit dem 1. Januar 1991 kann man ein in Brandenburg an der Havel registriertes Fahrzeug eindeutig an den drei Buchstaben BRB erkennen. Dies galt auch für Fahrzeuge aus dem Landkreis Brandenburg, bis er wenig später Teil von Potsdam-Mittelmark wurde.

Von Stefan Menzel

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