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Brandenburg/Havel Göran Schade schlägt sich durch das Leben
Lokales Brandenburg/Havel Göran Schade schlägt sich durch das Leben
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19:08 12.02.2014
Göran Schade an seinem Lehrer-Schlagzeug. Er gibt auch Klavier- und Percussion-Stunden. Quelle: J. Steiner
Brandenburg an der Havel

Wer zu ihm kommt, hat Lust auf Schlagzeug oder will Klavierspielen lernen. Wie der älteste Schüler von Göran Schade (53). Das ist ein 72-jähriger Herr, der sich mit Ragtime und Boogie-Woogie-Stunden auf dem Tasteninstrument einen Lebenstraum erfüllt. Gerade erst vier ist der jüngste Eleve. Ihn unterrichtet Schlagzeuglehrer Schade in der Welt der kleinen und großen Trommeln, Becken, Bassdrums und Hi-Hats. Er selbst war keine fünf, als ihn Entertainer Heinz Quermann in „Herzklopfen kostenlos“ als „jüngsten Schlagzeuger der DDR“ vorstellte.

Vor vier Jahren machte sich der gebürtige Mühlhausener selbstständig. Seither gibt Schade in zwei Räumen am Altstädtischen Markt seine großen Berufserfahrungen an andere weiter. „Die ersten 18 Monate waren schwer. Ich war neu in der Stadt. Ohne Existenzgründerförderung wäre es noch härter gewesen“, erinnert sich der Absolvent der Weimarer Musikhochschule „Franz Liszt“, Jahrgang 1982.

Heute hat Schade einen festen Schülerstamm, kann von seiner Arbeit leben, braucht keine Unterstützung mehr. Dank Mundpropaganda sprach sich herum, dass Brandenburg einen versierten und sympathischen Musiker hinzugewonnen hat. „Meine Bedürfnisse musste ich runterschrauben. Dafür mache ich das, was ich mir immer gewünscht habe“, sagt der Musikdozent, der mal Hartz-IV-Empfänger war.

Noch vor sieben Jahren war die Welt des Göran Schade eine andere. Der Thüringer saß als Solo-Schlagzeuger im Orchestergraben der Komischen Oper in Berlin. Und das seit dem Ende seines Studiums. Es war ein fester Job, von dem viele Musiker lange träumen. Auslandsgastspiele seines Hauses führten ihn in viele Länder der Welt.

So wäre es wohl bis zur Rente weitergegangen, hätte ihn nicht sein Körper im Stich gelassen. Um in der Sprache der Musik zu bleiben, Schade fiel auf der Tonleiter tief hinunter: Lange Krankheit, erfolgreiche Therapie – aber plötzlich ohne Job. Danach der Umzug von Berlin nach Pritzerbe. Schade musste Arbeitslosengeld II beantragen. „Schon zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich das auf keinen Fall will“, berichtet er.

Im Jobcenter Maia des Landkreises stieß Schade deshalb auf offene Ohren, als er seine Idee, sich als Musiklehrer für Klavier, Schlagzeug und Percussion selbstständig zu machen, unterbreitete. „Die haben kurzfristig Kontakt zum Lotsendienst des Technologie- und Gründerzentrums in Bad Belzig hergestellt. Weil mein Konzept überzeugte, bekam ich einen Coach an die Seite gestellt. Natürlich hatte ich anfangs einige schlaflose Nächte, aber mein Drang aus Hartz IV rauszukommen blieb ungebrochen“, erzählt Schade.

Den Weg zurück in die Welt der Orchester hatte der inzwischen in Brandenburg lebende Musiker nie gesucht: „Das Kapitel ist abgeschlossen. Ich habe eine neue Aufgabe, die mich ausfüllt. Außerdem ist es heute fast unmöglich, eine feste Stelle zu bekommen. Die Konkurrenz ist riesengroß und überall schrumpfen die Kulturbudgets.“ Nur in der Freizeit musiziert Schade in Gemeinschaft. Die Band Puls-T ist ein Musikprojekt, wo der einstige Solo-Schlagzeuger der Komischen Oper wieder einen festen Platz hat.

Von Frank Bürstenbinder

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