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Brandenburg/Havel FDP: Wahlwerbung von Andreas Heldt ist „wie ein Unwetter“
Lokales Brandenburg/Havel FDP: Wahlwerbung von Andreas Heldt ist „wie ein Unwetter“
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17:16 22.05.2019
Um den Zugang zu diesem schönen Flecken Erde geht es: der kleine See in Gollwitz.
Um den Zugang zu diesem schönen Flecken Erde geht es: der kleine See in Gollwitz. Quelle: Jürgen Lauterbach
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Brandenburg/H

Besonders glücklich ist die FDP in Brandenburg/Havel nicht über den Wahlkampf, den ihr Mitglied Andreas Heldt in seinem Heimatort Gollwitz führt. „Das kommt über uns wie ein Unwetter“, kommentiert Brandenburgs FDP-Chef Herbert Nowotny die zentrale Aussage in Heldts Wahlbotschaft an die Gollwitzer.

Wie berichtet hat das aktuelle Ortsbeiratsmitglied Andreas Heldt sich mit folgenden Worten an die gut 400 Wahlberechtigten im Dorf gewandt: „Ihre Stimmen vorausgesetzt, gewährleiste ich auch in Zukunft Zugang zum See sowie die Pflege der Badestelle.“

Lesen Sie mehr zu der Vorgeschichte hier: https://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/FDP-Kandidat-setzt-die-Waehler-in-Gollwitz-unter-Druck

Alleingang

Diese „ziemlich unglaubliche Formulierung“ habe Heldt nicht mit der FDP abgestimmt, versichert Herbert Nowotny und sagt: „Das ist ein Alleingang von ihm, da muss er nun auch allein durch.“

Der FDP-Chef vermutet, dass sich das Gollwitzer Mitglied einfach vertan hat. Die FDP habe Heldt Unterstützung in seinem Wahlkampf als Kandidat für den Gollwitzer Ortsbeirat angeboten. Doch er wolle seinen Wahlkampf ausdrücklich allein gestalten.

Heldts Vergleich mit der Ortsvorsteherin

Der kommunalpolitisch erfahrene Andreas Heldt hat es ausdrücklich auch abgelehnt, der MAZ seinen Wahlkampf-Satz zum Gollwitzer Erdeloch näher zu erläutern. Inzwischen hat er gegenüber dem Online-Portal Meetingpoint eine „Klarstellung“ veröffentlicht. Doch die macht es nicht wirklich besser.

Hier lesen Sie den Wortlaut von Andreas Heldt: https://meetingpoint-brandenburg.de/neuigkeiten/artikel/53468-Heldt_Unterbreite_Angebote_wie_jeder_andere_Kandidat

Mit diesem "Angebot" hat sich Andreas Heldt an die Gollwitzer Wähler gewandt. Quelle: MAZ

In seiner Lesart erpresst er keinen Wähler, sondern unterbreitet Angebote „wie jeder andere Kandidat oder Partei es auch macht“. Allen Ernstes vergleicht Heldt Äpfel mit Birnen: „Oder setzt Frau Näther (SPD) die Wähler unter Druck bzw. erpresst sie mit dem Slogan ,PC's für jeden Schüler’ bzw. ,kostenloses Schulessen’?“ Näther ist Ortsvorsteherin von Gollwitz

Zum Thema Gollwitzer Erdeloch schreibt Andreas Heldt: „In Gollwitz befindet sich ein herrlicher See, deren Erreichbarkeit ich weder einschränken will, noch darf. Viele nutzen jedoch den Zugang zum See über mein Grundstück von der Schlossallee aus, was nicht dem allgemeinen Grundsatz des Bundesnaturschutzgesetzes unterliegt. Deshalb bleibt es mir überlassen, in welchem Umfang ich dieses Vorgehen dulde, gestatte, einschränke oder ausschließe.“

Für ihn seien Wählerstimmen nicht nur Ausdruck der Annahme seines Angebotes, unter anderem den Zugang zum See wie bisher zu gewährleisten. Es gehe auch um die Wertschätzung der Pflege.

Von Jürgen Lauterbach