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Brandenburg/Havel Abriss: Fast 1000 Wohnungen weniger in Hohenstücken
Lokales Brandenburg/Havel Abriss: Fast 1000 Wohnungen weniger in Hohenstücken
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06:03 10.07.2019
In der Max-Herm-Straße in Hohenstücken lässt die WBG gerade wie vereinbart Wohnblöcke abreißen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Rückbaumanagement ist ein sperriges Wort. Geleistet wird es in diesem Jahr und auch in der weiteren Zukunft von zwei großen Wohnungsunternehmen in Brandenburg/Havel: der Wobra und der WBG. Wenn sie Wohnblöcke abreißen, schaffen sie Ersatz für die Mieter, die noch in den Abrisshäusern leben.

Die städtische Gesellschaft Wobra und die Genossenschaft WBG haben sich vertraglich verpflichtet, 945 Wohnungen im Stadtteil Hohenstücken bis zum Jahr 2024 abzureißen. Diese fast 1000 Wohnungen verteilen sich auf 785 Wobra-Wohnungen und 160 WBG-Wohnungen in Hohenstücken.

Rückbau bei der WBG

Bei der WBG sind sämtliche 160 Wohnungen in diesem Jahr fällig, sie befinden sich in den vier Blöcken in der Max-Herm-Straße 29 bis 59. „Der Abriss der 160 Wohnungen findet aktuell statt“, berichten die Vorstände Matthias Osterburg und Gerhard Zapff.

Damit hätte die WBG ihre Hausaufgaben gemacht. Denn weitere Abrisse bis 2024 sind nach Auskunft der WBG-Vorstände derzeit nicht geplant.

Hohenstücken: In der Summe 3344 Wohnungen weniger

Wegen des Stadtumbaus wird der Stadtteil Hohenstücken 3344 Wohnungen bis zum Jahr 2024 durch Abriss verloren haben. Aktuell sind Wobra und WBG dabei oder bereiten gerade vor, 260 Wohnungen in Hohenstücken zu beseitigen.

Die WBG hat vor den Abrissen in diesem Jahr bereits 1820 Wohnungen zurückgebaut, also abgerissen. 1740 dieser Wohnungen befanden sich in Hohenstücken.

Die Wobra hat bisher stadtweit 1339 Wohnungen abgerissen, davon 659 in Hohenstücken.

Selbst finanziert hatte die Wobra den Abriss von 76 Wohnungen in der Sankt-Annen-Straße. Dem standen öffentlich geförderte 1263 Wohnungsabrisse gegenüber.

Für die 66 Mitglieder und Nutzer der Wohnungen in der Max-Herm-Straße ist die Sache längst gelaufen. Schon im März und April 2017 hatte die WBG sie über den kurz zuvor gefassten Beschluss informiert.

„Mit allen Nutzern wurden die Wohnungen im WBG-Bestand individuell im eigenen Bestand gesucht und gefunden“, berichtet Matthias Osterburg. Die Familien seien umgezogen innerhalb von Hohenstücken oder nach Nord und in die Innenstadt.

Herkulesaufgabe

In der Max-Herm-Straße ist zunächst der Rückbau auf die grüne Wiese geplant. Die WBG hat zudem Kontakte zur benachbarten Gesellschaft TAG, die Bedarf für einen Spielplatz sieht.

Die Wobra hat in den kommenden Jahren eine größere Herkulesaufgabe vor der Brust. 785 Wohnungen bis 2024, davon 100 in diesem Jahr.

Aktuell werden die Wobra-Blöcke in der Schleusenerstraße 2-8 mit 40 Wohnungen abgerissen. Quelle: Wobra

Konkret werden derzeit 40 Wohnungen un der Schleusenerstraße 2-8 abgerissen, berichtet Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk. Zudem läuft nach seinen Angaben die Planung für den Abriss der Felsbergstraße 2-18 mit 60 Wohnungen.

Nur noch drei dieser Wohneinheiten seien aktuell noch bewohnt, für einen dieser Mieter sucht die Gesellschaft noch eine „Umsetzungswohnung“. Der Rest sei versorgt. Falk: „Der Abriss des Blocks beginnt erst, wenn alle Mieter versorgt sind.“ Abrisskündigungen schließt die Wobra aus.

Pläne bis 2021

Die Blöcke in der Sophienstraße, der Reuscherstraße und am Tschirchdamm bilden das nächste Mikroquartier in Hohenstücken, in dem die Wobra abreißen wird. Damit will sie bis Ende 2021 fertig sein.

Aktuell laufen mit den betroffenen Bewohnern individuelle Mietergespräche. Die ersten dieser Gespräche wurden schon im November 2017 geführt. In der Summe werden in den genannten Straßen vier Blöcke mit 175 Wohnungen Opfer der Abrissbirne.

Gegenwärtig leben nur noch in 39 dieser 175 Wohnungen Mieter. Der Leerstand dort liegt also bei 78 Prozent.

Im Kiez bleiben

Mit konkreten Angaben zu Wohnblöcken, die keine Perspektive mehr haben und zwischen 2022 und 2024 an die Reihe kommen sollen, hält sich die Wobra etwas zurück. Denn sie möchte erst mit den betreffenden Mietern sprechen, unter anderem in der Willibald-Alexis-Straße.

Sobald die Planung der Wobra steht und auch der zeitliche Ablauf, werden die betroffenen Mieter individuell angesprochen, versichert Geschäftsführer Falk. Das Umzugsmanagement, um für jeden das passende neue Zuhause zu finden, bezeichnet er als langwierige Aufgabe.

Falk: „Es betrifft ja das Zuhause der Mieter, das ist uns sehr bewusst.“ Nach den Erfahrungen der Wobra möchten viele Mieter in ihrem Kiez leben bleiben.

Leerstandsbeseitigung

Beliebt sind den Angaben zufolge auch Umzüge in den nahe gelegenen Görden. Bei manchen Leuten sind daneben Nord und die Walzwerksiedlung gefragt.

Einen Großteil ihrer Umsetzungswohnungen richtet die städtische Gesellschaft gerade nur für Betroffene in Hohenstücken her. Aktuell befinden sich in ihrem sogenannten internen Leerstandsbeseitigungsprozess 37 Wohnungen allein in Hohenstücken.

Nicht immer klappt der Umzug innerhalb des eigenen Wobra-Bestandes. Falk: „Auf dem kurzen Dienstweg wird dann mit den Kollegen der anderen beiden großen Akteure auf dem Markt kooperiert.“ Gemeint sind die WBG und die TAG.

Von Jürgen Lauterbach

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