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Brandenburg/Havel Fast jeder fünfte junge Brandenburger leidet an Kopfschmerzen
Lokales Brandenburg/Havel Fast jeder fünfte junge Brandenburger leidet an Kopfschmerzen
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16:58 09.04.2018
Besonders junge Frauen leiden besonders häufig an Kopfschmerz, in Brandenburg/Havel häufiger als andernorts. Quelle: Oliver Killig
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Brandenburg/H

Beinahe jeder fünfte junge Erwachsene in Brandenburg/Havel leidet an Kopfschmerzen. Das geht aus Erkenntnissen hervor, welche die Barmer-Ersatzkasse aus Patientendaten gewonnen und in ihrem Arztreport veröffentlicht hat.

In der Altersgruppe der 18- bis 27-Jährigen wurden im Erhebungsjahr 2015 in Brandenburg/Havel bei 18,12 Prozent Kopfschmerzen diagnostiziert, teilt die Kasse mit. Damit liegt die Havelstadt im landesweiten Vergleich auf dem zweiten Rang der kreisfreien Städte und Landkreise. Nur in der Prignitz ist der Anteil mit 18,99 Prozent noch höher als in Brandenburg/Havel.

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Den Erhebungen der Barmer zufolge sind junge Erwachsene doppelt so häufig von Kopfschmerz betroffen wie die Brandenburger insgesamt, von denen jeder zehnte dieses Gesundheitsproblem hat.

Starker Anstieg seit dem Jahr 2005 in der jungen Altersgruppe

Bemerkenswert sind aber nicht allein diese Ergebnisse. Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg, berichtet von einem rasanten Anstieg der Kopfschmerzdiagnosen. Die Kasse verzeichnet im Vergleich zum Jahr 2005 einen Anstieg um 30 Prozent bei den 18- bis 27-Jährigen. In den übrigen Altersgruppen ist er längst nicht so stark.

Aus Befragungen ist nach Angaben Leyhs bekannt, dass sich junge Menschen oft über den Druck in Ausbildung und Studium beklagen und sich häufig gestresst fühlen. Der Zusammenhang zu Kopfschmerzen sei offensichtlich.

Den weiteren Angaben zufolge sind Frauen nahezu doppelt so häufig von Kopfschmerzen betroffen wie Männer. Allerdings gilt das allgemein, Zahlen für Brandenburg/Havel liegen der Barmer dazu nicht vor.

Brandenburger Hausarzt für gründliche Ursachensuche

Mathias Zurke bestätigt die Ergebnisse der Krankenkassen-Erhebung. „Die Zahl der Kopfschmerz-Behandlungsfälle ist auf jeden Fall angestiegen, vor allem was die stressbedingten Kopfschmerzen angeht“, sagt der Allgemeinarzt aus Brandenburg/Havel. Wichtig sei eine genaue Ursachenabklärung. Der Körper der Patienten müsse untersucht, die Vorerkrankungen und Laborwerte ermittelt werden. Um einen Tumor auszuschließen, ist laut Zurke ein sogenanntes MRT sinnvoll.

Dem Hausarzt begegnen bei seinen Patienten besonders häufig Spannungskopfschmerzen an den Schläfen, die meist keine organischen Ursachen haben. Sport treiben helfe in sehr vielen Fällen, außerdem empfehlenswert sei ein Entspannungstraining, das viele Krankenkassen in eigenen Kursen anbieten.

Von Jürgen Lauterbach