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Brandenburg/Havel Faszination Mittelalter: Aktionstage im Landesmuseum Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Faszination Mittelalter: Aktionstage im Landesmuseum Brandenburg
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11:17 05.08.2019
"Menschen in einer mittelalterlichen Stadt" ist das Motto der Archäotechnica 2019 im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel. Quelle: BLDAM
Brandenburg/H

Wie sah der Alltag hinter den schützenden Mauern einer mittelalterlichen Stadt aus? Wem könnten wir bei einem Gang über den Markt, dem Zentrum einer mittelalterlichen Stadt, begegnet sein? Welche verschiedenen Lebensformen, Aktivitäten und Stimmungen gehörten zum urbanen Leben zwischen 1250 und 1500?

Bereits aus dem frühen Mittelalter kennen wir zahlreiche Städte, die in ein weitreichendes Handelsnetzwerk eingebunden waren und als weltliche, aber auch geistliche Zentren eine wichtige Rolle einnahmen. Viele dieser Städte, wie Köln oder Mainz, gehen auf römische Wurzeln zurück, doch kamen ab dem Hochmittelalter zahlreiche Neugründungen von Städten sowie Dörfern hinzu.

Bei der Archäotechnica 2019 in Brandenburg an der Havel Menschen in der mittelalterlichen Stadt wird auch das Hansevolk zu Lübeck dabei sein. Quelle: Hansevolk zu Lübeck

Eine optimale topographische Lage, aber vor allem Handel und Gewerbe bildeten die wichtigsten Faktoren der mittelalterlichen Stadtentwicklung – und entschieden über Bedeutung, Reichtum und nicht zuletzt politische Macht einer Stadt. Beispielhaft für diesen Prozess ist die Entstehung der norddeutschen Hanse, in der auch die Städte Brandenburg für kurze Zeit im 15. Jahrhundert eingebunden waren.

Besonderes Kennzeichen der mittelalterlichen Städte war das aufstrebende Bürgertum, das sich als neuer gesellschaftlicher Stand etablierte und sich in der Lebensführung von den an Scholle und Grundherren gebundenen Bauern abhob. Der civis genoss zahlreiche Vorzüge, wie eine gewisse Teilhabe am politischen Dasein.

Besonders attraktiv war die Freiheit gegenüber Grundherren – Stadtluft machte eben frei. Aber natürlich kannte das Bürgerleben auch Verpflichtungen, beispielsweise in Form von Steuerzahlungen, dem Ableisten von Wehrdienst oder anderen Aufgaben.

Programm der Archäotechnica am 10. und 11. August

Zur Veranstaltung am 10. und 11. August im Landesmuseum gehören verschiedene Erläuterungen.

11 Uhr: „Wir sind dann mal weg“ – Zwei Pilger auf dem Weg nach Rom Teil I (HistoIFaber im Klostergarten).

12.30 Uhr: „Wer das Elend bauen will“ – Zwei Pilger auf dem Weg nach Rom Teil II.

13.30 Uhr: „Alle Jubeljahre – Zwei Pilger auf dem Weg nach Rom Teil III.

14 Uhr: „Menora, Schabbes, Aschkenasim“ – Herschel Buchsbaum in der mittelalterlichen Stadt Ibrahim Karabed im Klostergarten).

15 Uhr: „Von Stundengebeten und gregorianischen Gesängen“ – Ein Blick hinter mittelalterliche Klostermauern (Veni Vide Veta im unteren Kreuzgang).

16 Uhr: „Kaufleute, Krämer, Pfeffersäcke“ – Händler und ihre Waren aus nah und fern stellen sich vor (Hansevolk im Klostergarten).

Eintritt zur Archäotechnica und ins Landesmuseum: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Familien sind mit 10 Euro, Kinder unter 10 Jahren sind frei.

Zu den Bürgern der Stadt gehörten vornehmlich Handwerker, die hier wohnten, arbeiteten und vom Verkauf ihrer Erzeugnisse lebten. Mit ihrem Spezialkönnen reagierten die Handwerker auf die wachsenden Bedürfnisse der mittelalterlichen Gesellschaft.

Zu ihnen gehörten beispielsweise Tuchmacher und Schneider für Damen- und Herrenbekleidung, Schuhmacher, Riemenschneider, verschiedene Bäcker- und Schmiedespezialisten, Maurer, Zimmerleute und Drechsler, Böttcher, Seiler, Brillenmacher, Fleischhauer und viele mehr.

>>Lesen Sie hier, was bei der Archäotechnica im vorigen Jahr geboten wurde

Die Bedeutung des Handwerks lässt sich daran ablesen, dass es ab dem Mittelalter als eigenständige Berufsgruppe angesehen wurde. Um als Handwerker arbeiten zu können, bedurfte es einer Ausbildung.

Diese umfasste die Stadien Lehrjunge, Geselle, der für einige Jahre auf Wanderschaft ging, und konnte mit dem Erlangen des Meistertitels enden. Auch Frauen konnten in Handwerksberufen tätig sein, auch wenn ihnen das Bürgerrecht zumeist versagt blieb.

Das Handwerk des Bierbrauens. Quelle: Ludwig, Historische Brauerei Eulenspiegel

Selbstbewusst schlossen sich die Handwerker des Mittelalters in Zünften zusammen. Die Satzungen dieser Verbände enthielten nicht nur strikte Vorgaben über Arbeits- und Ausbildungszeiten, sondern sahen auch die Absicherung von arbeitsunfähig gewordenen Kollegen oder die Versorgung von Witwen und Kindern verstorbener Mitglieder vor.

In den Städten boten zudem auch Ärzte, Apotheker, Barbiere, Flößer, Totengräber, Wirte und viele andere Dienstleistungen verschiedener Art an. Auch wenn ihr Tun offiziell als nicht schicklich galt, so fanden die Angebote von Dirnen, Musikanten und Komödianten oder Badern ebenfalls ihr Publikum.

Das Diorama (hier ein Ausschnitt) in der Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg zeigt neben mittelalterlichen Schichten einen Erdkeller mit der typischen Holzkonstruktion. Quelle: Michael Schneider/BLDAM

Zu den Bewohnern der mittelalterlichen Stadt gehörten auch wohlhabende (Fern-)Kaufleute, die sich meist aufgrund ihres Besitzes und ihrer prachtvollen Selbstdarstellung von gewöhnlichen Bürgern abhoben. Noch heute sind Macht und Luxus der Kaufmannsfamilie Fugger und anderer „Pfeffersäcke“ legendär. Derart vermögende Kaufleute konnten schließlich zu Mitgliedern einer neuen städtischen Oberschicht aufsteigen, wo sie mit zugezogenen Adligen und Ministerialen das spätmittelalterliche Patriziat bildeten.

>> Rückblick: Als Gladiatoren bei der Archäotechnica zu erleben waren

Doch gab es auch zeitgenössische Kritik an der urbanen Lebensweise. Diese kam in besonderem Maße von Seiten des Klerus, dessen Vertreter den Städtern Gottlosigkeit und Zügellosigkeit vorwarfen. Dennoch gehörte gelebte Frömmigkeit zum Alltag in einer mittelalterlichen Stadt.

Christlichen Bettelorden, wie Dominikaner und Franziskaner, die sich in besonderer Weise einem Leben in Buße, Armut und schwerer Arbeit verpflichtet hatten, errichteten ihre Klöster ebenfalls im städtischen Raum –so auch in der Stadt Brandenburg.

Auch Bettler, Tagelöhner und Gauner, reisende Gesellen oder mit Waren beladene Bauern der Umgebung gehörten zum Stadtbild. Sie weilten hier meist nur als Einwohner ohne Bürgerrecht oder waren schlichtweg Gäste – gebetene als auch ungebetene.

Mehr dazu erfährt man auf der Internetseite des Landesmuseums in Brandenburg an der Havel

Von Fatima Wollgast

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