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Brandenburg/Havel Festivalhütten und Obdachlosenschlafplätze in einem
Lokales Brandenburg/Havel Festivalhütten und Obdachlosenschlafplätze in einem
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18:11 20.12.2017
My Molo-Gründer Nico Marotz (l.) und Fritz Ramisch im Inneren einer ihrer mobilen Lodges, die schick mit Holzoptik versehen sind. Quelle: Marion von Imhoff
Götz

Es ist ein Götzer Startup-Unternehmen zweier junger Männer. Nun suchen sie weiteres Kapital und Investoren für ihre Geschäftsidee, von der auch Obdachlose in Berlin profitieren. Die Rede ist von My Molo, einer Firma, die mobile Hütten für Festivals entwickelt und damit offenbar eine Marktlücke gefunden hat. Acht der Festival-Lodges stehen nun auf dem Hof der Sankt Piuskirche in Berlin-Friedrichshain und bieten Wohnungslosen Schutz und Wärme.

Nicht alle Festivalbesucher zelten gern

Sitz der Firma ist Götz, wo am Ortsrand in einer unscheinbaren Halle weitere der vier Quadratmeter großen und 800 Kilogramm schweren Hütten lagern. Nico Marotz und Fritz Ramisch aus Berlin sind gleichberechtigte Gesellschafter und Gründer von My Molo. „Die Idee ist zehn Jahre alt“, sagt Marotz (32). Beide wissen: Nicht jeder Festivalbesucher zeltet gern im Schlamm, sondern würde lieber ein Dach über dem Kopf haben inmitten der Atmosphäre der Gigant-Events.

Kältehilfe in Berlin-Friedrichshain mit Götzer Hütten von My Molo. Quelle: privat

Seit Firmengründung 2016 gibt es das Lager. Nebenan war das Lager eines Betriebes für mobile Biotoiletten. Das war der Grund, nach Götz zu gehen. und die 200 Quadratmeter große Halle zu mieten. Denn Bio-Klos braucht My Molo.

Firma unter Expansionsdruck

Nico Marotz ist gelernter Einzelhandelskaufmann und Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Fritz Ramisch studierte Medienmanagement und hat davor eine kaufmännische Ausbildung absolviert.

My Molo gibt es seit April 2016. Der Name leitet sich ab von mobilen Lodges. Vermietet werden die Hütten auch für Sportevents als Unterkünfte. Ein Hotel in Berlin bietet die Lodges als außergewöhnliche Unterkünfte an.

„Wir müssen 50 weitere Lodges nachproduzieren, weil wir mit der Nachfrage gar nicht mehr hinterherkommen“, sagt Nico Marotz. „Das gesamte Jahr 2018 ist bereits verplant. Wir müssen expandieren und uns weiterentwickeln.“

Im Schrebergarten seiner Mutter baute Nico Marotz zusammen mit Ramisch 2015 den Prototypen der Lodges. 30 Hütten besitzen die beiden mittlerweile. 50 weitere wird ab 2018 eine Partnerfirma in der Nähe von Dresden produzieren. Im Kern sind die 2,50 Meter hohen Hütten aus Metall und faltbar wie eine Ziehharmonika auf 50 Zentimeter. So kann ein 40-Tonnen-Laster 20 Lodges gleichzeitig transportieren.

Von Wacken bis in die Alpen

Mit ihnen tourt My Molo von Festival zu Festival, von Wacken über Roskilde in Dänemark bis Nova Rock in Österreich. Drei Mitarbeiter beschäftigt My Molo. Ramisch und Geschäftsführer Marotz können von ihrem Start up leben. Ihre beheizbaren Hütten mit Strom, Wlan und 1,40 Meter breitem Bett bieten nun im Winter der Pius-Gemeinde die Möglichkeit, ihre Kältehilfe für Obdachlose auszuweiten. Möglich machen das Spenden und die Zusammenarbeit mit der Caritas.

Kältehilfe in Berlin-Friedrichshain mit Götzer Hütten von My Molo Quelle: privat

„Viele weitere Obdachlose hätten gerne diese Kältehilfe. Aber die Finanzierung ist natürlich schwierig und ebenso eine Aufstellfläche zu finden mit Sanitärräumen, Betreuung, medizinischer Versorgung und warmem Essen“, sagt Ramisch (30). Die Hütten einfach auf den Alexanderplatz zu stellen, geht halt nicht.

Es geht nicht nur ums Geld

„Wir verdienen damit zwar nicht viel Geld“, so Ramisch. Gleichzeitig überbrücken sie die festivalarme Zeit und helfen.

Robust und witterungsbeständig, das müssen die Hütten sein. Ein Minifenster gibt es, auch Bioklos bringen Marotz und Ramisch mit und stellen sie in ihren Camps auf. Festival-Veranstalter buchen die Lodges, um sie an Besucher zu vermieten oder My Molo macht das selbst. Derzeit liebäugeln die Jungunternehmer mit der Idee, einen zweiten oder auch dritten Standort in Süddeutschland aufzubauen.

Von Marion von Imhoff

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