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Brandenburg/Havel Feuerwehr rüstet mit neuem Tanker auf
Lokales Brandenburg/Havel Feuerwehr rüstet mit neuem Tanker auf
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12:55 30.12.2016
Marzahnes Löschgruppenführer Sebastian Grund (l.) übernimmt im Beisein von Amtswehrführer Jan Lehnhardt (m.) die Fahrzeugschlüssel von Amtsdirektor Guido Müller. Quelle: Frank Bürstenbinder
Marzahne

Nach 22 Jahren, 324 Einsätzen und 18 000 Kilometer Laufleistung haben sich die Marzahner Feuerwehrleute in dieser Woche von einem treuen Gefährten verabschiedet. Ihr 1994 in Dienst gestelltes Tanklöschfahrzeug TLF 16/46 war der erste im Amt Beetzsee angeschaffte Typ eines sogenannten „Waldbrandtankers“ mit dem Marzahne den 1. Zug der Brandschutzeinheit Potsdam-Mittelmark verstärkte. Der Magirus machte acht Einsätze der überregionalen Eingreiftruppe mit. Unvergessen dabei die Teilnahme an den heiklen Löscharbeiten auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, wo im Sommer 2000 rund 30 Hektar Wald in Flammen standen. Katastrophengeschichte schrieb auch der 27 Kilometer lange Bahnstreckenbrand bei Wiesenburg, der 2008 Brandschützer aus dem ganzen Landkreis in Atem hielt. Das Auto ist künftig in Päwesin stationiert.

Eine von drei großen Investitionen

Auch mit dem neuen Tanklöschfahrzeug bleibt Marzahne Bestandteil der aus drei Zügen bestehenden Brandschutzeinheit Potsdam-Mittelmark, die bei Großbränden und besonderen Unfällen zum Einsatz kommt. Marzahne gehört zusammen mit Ziesar, Lehnin, Beelitz und Ferch zum 1. Zug.

In diesem Jahr sind die Marzahner zu 23 Einsätzen ausgerückt. Die Zahl der Wald-, Feld- und Ödlandbrände ist zwar rückläufig, dafür steigen die technischen Hilfeleistungen insbesondere bei Unfällen. Auch zu Gebäudebränden war Marzahne gerufen worden.

Die Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges war eine von drei großen Investitionen in diesem Jahr durch das Amt Beetzsee. Außerdem wurde die Pritzerber Schulküche modernisiert und in Radewege ein Schulerweiterungsbau errichtet, der im Februar 2017 übergeben wird.

Mit einem lachenden und einen weinenden Auge wünschte Marzahnes Löschgruppenführer Sebastian Grund am Donnerstag deshalb den Päwesiner Kameraden: „Kommt immer heil nach Hause. Hoffen wir, dass das Auto noch lange hält.“ Grunds Amtskollege Steffen Ahrens ist heilfroh über den gebrauchten Neuzugang. Denn der TLF, dessen Pumpe gerade generalüberholt wurde, löst in seinem Gerätehaus einen W 50-Tanker aus DDR-Produktion ab. Das Allradfahrzeug aus Ludwigsfelde wird außer Dienst gestellt.

Die Vorstellung des neuen Einsatzfahrzeuges stieß auf ein großes Interesse. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Wehmut über die Abgabe eines bewährten Fahrzeuges wich im Marzahner Gerätehaus schnell der Freude über den modernsten Einkauf für den Fuhrpark des Amtes Beetzsee. Wieder ist ab sofort in Marzahne ein Tanklöschfahrzeug der neuesten Generation stationiert. Amtsdirektor Guido Müller, selbst Feuerwehrmann in seinem Heimatort Klein Behnitz, überreichte unter dem Beifall zahlreicher Brandschützer und Gäste die Fahrzeugschlüssel an Sebastian Grund. „Ein fabrikneues Auto erlebt man als Feuerwehrmann nur ein- oder zweimal. Die jetzige Anschaffung ist auch ein Dank für die große Einsatzbereitschaft aller Kameraden“, sagte der Verwaltungschef.

Torsten Richter (r.) überbrachte für die Löschgruppe Brielow Glückwünsche an Marzahnes Feuerwehrchef Sebastian Grund. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für den TLF 4000 des Herstellers Gimaex-Schmitz auf einem MAN-Fahrgestell hat das Amt Beetzsee als Träger des Brandschutzes rund 260 000 Euro aus dem eigenen Haushalt ausgegeben. Damit ist das Auto doppelt so teuer wie das Vorgängermodell, dass 1994 zu 80 Prozent vom Land gefördert wurde. Amtswehrführer Jan Lehnhardt bedauerte, dass es für die Neuanschaffung keine Zuschüsse gab. Am Beispiel zweier Einsätze in diesem Jahr verdeutlichte Lehnhardt die Wichtigkeit moderner Technik für die Schlagkraft der Feuerwehren. Dazu gehörte der Blockhausbrand in Riewend, wo ein Übergreifen der Flammen auf die nur wenige Meter entfernten Nachbarhäuser verhindert werden konnte. Ein zwischen Marzahne und Pritzerbe verunglückter und in seiner Kabine eingeklemmter Lkw-Fahrer verdankt sein Leben der schnellen Hilfe freiwilliger Retter.

Bei der Fahrzeugübergabe im Marzahner Gerätehaus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Marzahnes neues Tanklöschfahrzeug ist mit zahlreichen technischen Raffinessen ausgestattet. Aus einem 500-Liter-Tank wird Schaum auf Knopfdruck dem Löschwasser zugemischt, von dem das Auto 4200 Liter aufnehmen kann. Mehrere LED-Scheinwerfer krönen einen ausfahrbaren Lichtmast. In der Kabine ist jetzt Platz für sechs Personen und damit für eine ganze Staffel. Ein ausziehbares Hygieneboard ist ebenso an Bord wie ein akkubetriebener Rettungssatz, der in einem Gehäuse Akku, Hydraulikpumpe und Kombispreizer vereint.

Von Frank Bürstenbinder

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