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Brandenburg/Havel Das Jahresende wird bunt und nicht mehr so laut
Lokales Brandenburg/Havel Das Jahresende wird bunt und nicht mehr so laut
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18:47 28.12.2018
Bei Wedekind am Nicolaiplatz behält Silvio Knobloch den Überblick bei der bunten Feuerwerkspalette.
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Brandenburg/H

In wenigen Tagen geht wieder los und die echten Fans können es kaum erwarten. Bunte Raketen am Himmel und höllisches Getöse von Böllern in den Straßen gehören für viele an Silvester einfach dazu. Zum Kauf der Feuerwerksartikel bleiben allerdings nur drei Tage Zeit. Um die gewünschten Knall- und Glitzereffekte nach Hause zu tragen, stehen die Raketen-Enthusiasten bei Sebastian Mikliss Schlange.

Der 33-Jährige ist ausgebildeter Pyrotechniker und schießt im Jahr zahlreiche Feuerwerke in den Himmel. „Zum Beispiel beim Stadtteilfest in Hohenstücken, vor allem aber bei privaten Anlässen wie Hochzeiten, runden Geburtstagen oder großen Jubiläen“, sagt Mikliss. Und weil der Experte sich mit den bunten Leucht- und Knalleffekten auskennt, kommen die Leute zu ihm, wenn er an den drei erlaubten Tagen im Jahr eine Verkaufsstelle öffnet.

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„In den vergangenen Jahren immer im Wuster Einkaufszemtrum, aufgrund der Bauarbeiten mussten wir aktuell in die Bauhofstraße ausweichen, aber die Stammkunden kommen auch hierher.“ Seit sechs Uhr morgens steht er hinter dem Verkaufstresen und der Ansturm nimmt nicht ab. „Es ist zu merken, dass die Kaufkraft bei den Leuten steigt und viele geben von Jahr zu Jahr mehr Geld aus.“

Durchgesetzt haben sich inzwischen die sogenannten Verbundfeuerwerke. Einmal angezündet schießen die aufwendigsten Modelle in Mikliss’ Angebot knapp 300 Raketen und Effekte in den Nachthimmel. „Ich hatte schon Leute hier die bis zu 3000 Euro in ihr Feuerwerk gesteckt haben, aber für die ist das quasi ihr schönstes Hobby und dafür verzichten sie dann woanders.“

Silvester den Himmel mit Raketen und Glitter bunt anzumalen, steht weiterhin hoch im Kurs. Bei den Böllern geht die Nachfrage hingegen stetig zurück. Das ist auch im Spiel- und Schreibwaren Wedekind am Nicolaiplatz zu merken. „Den ganz großen Ansturm haben wir bei uns noch nicht verzeichnet, aber die Batteriefeuerwerke kommen gut an, vor allem weil sie ohne großes Risiko zu verschießen sind“, sagt Klaus-Peter Augustin.

Vor allem ältere Kunden legen allerdings noch wert auf die klassische, einzelne Silvesterrakete. Kinder können auch zufrieden aus dem Laden gehen. Kleine Knaller, reichlich Deko-Artikel, Konfetti, Wunderkerzen und Tischfeuerwerke sorgen ebenfalls für gute Laune am Jahresende.

Tipps für sicheres Feuerwerk zu Silvester

Die Verbraucherzentrale des Landes Brandenburg warnt davor Feuerwerkskörper ohne die geprüfte Kennzeichnung zu verwenden. Zu erkennen ist die Zulassung von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung am CE-Zeichen und der Registriernummer.

Die Gebrauchsanweisung, die den Feuerwerksartikeln beiliegt, ist unbedingt zu beachten. Zur Sicherheit sollte beim Abfackeln ein Eimer Wasser oder ein Feuerlöscher bereitsstehen, denn auch geprüfte Ware kann zum Blindgänger werden.

In keinem Fall sollten diese Blindgänger noch einmal gezündet, sondern mit Wasser übergossen und anschließend in der Restmülltonne entsorgt werden.

Zudem sollten Raketen nie aus der Hand gezündet werden.

„Wir haben schon überlegt ganz aus dem Geschäft mit den Silvesterartikeln auszusteigen, zumal jetzt jeder Discounter Feuerwerk im Angebot hat“, sagt Augustin. Zu DDR-Zeiten sei das noch ganz anders gewesen. „Da bekamen die Geschäfte die Raketen und Böller nur auf Zuteilung und wir mussten extra einen Türsteher engagieren, weil bis zu 100 Leute vor dem Laden Schlange standen.“

Heute haben die Kunden eine riesige Auswahl. „Deshalb versuchen wir uns mit unserem Angebot von der Masse abzuheben“, sagt Mikliss. Brillantere Farben und noch mehr Effekte sollen denn Unterschied machen. „Beliebt sind auch die Wunschraketen, mit denen wir gleichzeitig ein bisschen gutes tun wollen.“

In den Spitzen der großen Raketen können kleine Zettel mit den Wünschen für das neue Jahr platziert werden. „Den kompletten Erlös aus dem Verkauf der Wunschraketen spenden wir schon seit drei Jahren immer an das Tierheim in der Caasmannstraße“, sagt Mikliss.

Zur Sicherheit kommen die Raketen mit einer eigenen Abschussvorrichtung. „Die leere Sektflasche sollte zum Zünden der Raketen absolut tabu sein“, empfiehlt der erfahrene Pyrotechniker. Hochprozentige Getränke und das Abschießen von Feuerwerk passen sowieso nicht zusammen. „Auf jeder Packung stehen Sicherheitshinweise. Wer die nach zu viel Alkoholgenuss nicht mehr lesen kann, sollte lieber die Finger vom Feuerwerk lassen.“

Von Christine Lummert