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Brandenburg/Havel Finger weg von Kleins Insel: Linke fordern Erhalt des Kleingartenparadieses
Lokales Brandenburg/Havel Finger weg von Kleins Insel: Linke fordern Erhalt des Kleingartenparadieses
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18:31 14.05.2019
Keine Sorgen über Häuser, die hier gebaut werden könnten, macht sich Uwe Lichtenberg, da hier immer das Grundwasser hoch komme und dies somit kein Baugrund sein könne, wie er sagt. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Inmitten der Brandenburger Innenstadt liegt die Kleingartenanlage „Klein Insel“, die den Brandenburger Dom mit dem Packhof und der Innenstadt verbindet. Ein paar Dutzend kleine Gärten in bester Wasserlage seien das „Paradies der kleinen Leute“, schreiben die SVV-Kandidaten Heidi Hauffe und Andreas Kutsche in einer Erklärung der Linken der Basisorganisation Dom.

„Die Kleingartenanlagen wie die auf Kleins Insel, sind für die Naherholung der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt unverzichtbar und unbedingt zu erhalten“, meinen sie weiter und verweisen auf eine einhellige Meinung dazu aller linken Kommunalwahlkandidaten die jetzt beim Politfrühschoppen am Ufer der Havel in der Kleingarten-Kneipe „Zur Insel“ stattfand.

Die Kleingärten auf Kleins Insel in Brandenburg an der Havel sind ein Paradies für deren Besitzer. Sie hegen und pflegen ihre Parzellen liebevoll. Die MAZ hat sie besucht.

Es ist Wahlkampf und niemand hat derzeit vor die Sparten in der Innenstadt zu schleifen. Gleichwohl erklären die Linken: „Wir lehnen die vor einigen Jahren vom damaligen SPD-Stadtverordneten und heutigem Freien Wähler geäußerten Vorstellungen kategorisch ab, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, diese oder andere wunderbare grüne Lungen dem städtischen Wohnungsbau zu opfern.“

In der Tat hatte der Stadtverordnete Dirk Stieger vor einigen Jahren den Vorschlag gemacht, die Kleingartenanlage langfristig als Fläche für Wohnungsneubau in der Brandenburger Innenstadt zu entwickeln und so Zuzug zu generieren. Hintergrund war ein Gutachten des Verbandes der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU).

Der BBU hatte bei der Vorstellung einer Marktstudie ausdrücklich auf Brandenburg an der Havel hingewiesen und die innerstädtisch ungenutzten Flächen von Brandenburg an der Havel als Potential ausgemacht, um einen Beitrag zur Entlastung der Wohnungsmärkte in Berlin und Potsdam leisten.

So könne das Wachstum in der Hauptstadtregion besser verteilt werden.

Stiegers Vorschlag, der mitnichten auf eine schnelle, sondern auf eine langfristig veränderte Nutzung des Innenstadt-Areals zielte, stieß schon damals im linken Lager auf erheblichen Widerstand. Von Stadtplanern und Architekten bekamen die Ideen allerdings positive Reaktionen.

Die Gärten auf Kleins Insel sind eine grüne Idylle mitten im Stadtzentrum, deren Besitzer viel Liebe und Zeit in ihre kleinen Paradiese investieren. Quelle: Rüdiger Böhme

Denn an Kleingärten herrscht in der Havelstadt kein Mangel: Zum Kreisverband der Kleingärtner in Brandenburg an der Havel zählen derzeit etwa 7000 Mitglieder in 96 Kleingartenvereinen mit etwa 5.300 Parzellen.

Doch schon 2015 erteilte dann auch die SPD dem Ansinnen ihres damaligen Genossen Stieger eine klare Absage: „Wir haben viele Flächen, die sich für Wohnungsbau eigenen und viele Potenziale für Zuzug. Ob am Packhof, in der Bauhofstraße oder entlang des Zentrumsrings, die Möglichkeiten für Wohnungsbau sind da“, sagte der damalige SPD-Chef Ralf Holzschuher.

Die Pläne für eine Bebauung des Slawendorfs oder von Kleins Insel wischte Holzschuher im November 2015 vom Tisch: „Wer glaubt durch Abriss von Kleingärten oder dem Beräumen von entwickelten Flächen attraktiv zu werden, hat Stadtentwicklung nicht verstanden. Die Stadt Brandenburg an der Havel soll wachsen, aber nicht auf Kosten der Kleingärtner und ehrenamtlichem Engagement.“

Auch die Freien Wähler selbst haben sich längst von der Idee verabschiedet und bilden zusammen mit den Gartenfreunden heute eine Fraktion in der SVV und streben dies auch nach der Kommunalwahl wieder an.

Noch auf dem Nominierungsparteitag der Listenvereinigung vor einigen Wochen sparte Kleingarten-Chef Fred Schenk gleichwohl nicht mit mildem Spott an Stieger und dessen damaligen Ideen.

In der Konsequenz macht das aber insgesamt deutlich: der Vorstoß der Linken ist kaum mehr als alter Wein in neuen Schläuchen und das Aufwärmen eines vermeintlichen Wahlkampfthemas, das derzeit gar keines ist.

Von Benno Rougk

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