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Brandenburg/Havel Fleischlos glücklich: Brandenburgs Veganer sprechen über ihre Wünsche
Lokales Brandenburg/Havel Fleischlos glücklich: Brandenburgs Veganer sprechen über ihre Wünsche
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19:54 14.07.2019
Madelaine Böhm, ihre Tochter Helena, Melanie Jänicke und Stefanie Schmidt (von links nach rechts) genießen ein veganes Picknick am Heine-Ufer. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Fleisch essen ist für Madelaine Böhm keine Option. Die Brandenburgerin ernährt sich seit acht Jahren rein pflanzlich, ist Mitglied der Facebook-Gruppe „Veganer und Vegetarier in Brandenburg an der Havel“ und redet bei einem Picknick am Heine-Ufer mit Gleichgesinnten über Alternativen auf dem Speiseplan. Auf ihren Tellern liegen Brot, Humus, Falafel, Gemüse mit Kokosmilch, Tofu und Guacamole.

Brandenburger Veganer suchen nach pflanzlichen Alternativen für Gerichte, wollen sich mit Gleichgesinnten austauschen und denken über einen Stammtisch nach.

Veganer hoffen auf mehr Toleranz

„Ich glaube, dass Menschen, die der veganen Ernährung skeptisch gegenüberstehen einfach zu wenig darüber wissen, wie vielfältig die Auswahl der Gerichte sein kann“, sagt Böhm. Die 33-Jährige und andere Veganer hoffen auf mehr Toleranz am Essenstisch und weniger Vorurteile.

„Jeder darf das essen, was er möchte. Es wäre aber schön, wenn Fleischesser darüber nachdenken, woher ihr Produkt kommt und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand sein Steak braucht, aber wenn jemand unwissend konsumiert und darüber nichts wissen will, stört mich das doch“, sagt die Brandenburgerin der MAZ.

Emotionale Debatte ums Essen

Sie betont, dass Fleischesser Veganer „manchmal bekehren wollen“ und das sowohl Freunde als auch Familienmitglieder emotional argumentieren, wenn es um die Verpflegung geht.

„Das hat etwas mit Leid und Empathie zu tun und ist sehr emotionsvoll. Wenn ich sehe, wie Tiere gequält werden, damit sie später auf dem Teller landen, macht mich das als empathischen Menschen traurig. Man kann nur etwas ändern, wenn alle mitmachen“, sagt hingegen Melanie Jänicke der MAZ. Sie hofft auf Diskussionen mit Fleischessern und würde sich freuen, wenn diese einen Tag in der Woche vegetarisch verbringen.

Die Wusterwitzerin Stefanie Schmidt ernährt sich seit fast 18 Jahren fleischlos, erst vegetarisch, dann vegan. Zunächst hatte sie Bedenken, dass dieser Wechsel zu extrem ist. „Anfangs versteift man sich als Vegetarier vielleicht zu sehr darauf, den Käse auf der Pizza zu essen. Doch ich stellte fest, dass ich den nicht mehr brauche“, sagt die 38-Jährige.

Neue vegane Gerichte

Heute schätzt sie die Auswahl in ihrer Küche. „Ich habe noch nie so bunt und vielfältig gekocht wie jetzt“, sagt Schmidt. Für die Zubereitung eines veganen, sogenannten Lebervurst-Aufstrichs verwendet sie Kidneybohnen, Majoran, Zwiebeln, Apfel, Pfeffer und Salz. Melanie Jänicke veganisiert beim Kochen für ihre Kinder Klassiker wie Spinat mit Ei. Dafür nutzt sie Tofu und würzt das Gericht mit Kala-Manak-Salz. Die gebürtige Brandenburgerin lobt, dass vegane Produkte wie der Beyond Meat Burger eine Alternative zum Fleisch bieten.

„Fleischesser dürfen auch zugeben, wenn vegetarische und vegane Gerichte schmecken“, sagt die Roskowerin, die sich durch den Verzicht auf Fleisch fitter fühlt. Sie bekräftigt, dass sie seit ihrer Ernährungsumstellung vor acht Jahren keine Probleme mehr mit Neurodermitis und Allergien hat.

Veganes Restaurant erwünscht

Die Bürokauffrau und ihre Mitstreiterinnen hoffen auf ein veganes Restaurant in der Havelstadt, wachsendes Bewusstsein für pflanzliche Gerichte in Kitas und Kindergärten und mehr Auswahl auf den Speisekarten der Lokale. Fleisch werden sie nach eigenen Angaben in ihrem Leben nicht mehr essen.

Stefanie Schmidt, wünscht, dass sich die Menschen bei Ernährungsthemen gegenseitig zuhören. „Warum nicht mal den Mut haben, etwas Neues zu wagen“, sagt sie der MAZ.

Info: Die Veganerinnen wollen Brandenburger informieren und denken über einen monatlichen Stammtisch nach, bei dem sich Besucher zu Ernährungstipps, Gerichten und veganer Lebensweise austauschen. Interessierte können sich direkt an die Mitglieder der Facebook-Gruppe wenden.

Von André Großmann

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