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Brandenburg/Havel Förderschüler rauchen am meisten, Gymnasiasten am wenigsten
Lokales Brandenburg/Havel Förderschüler rauchen am meisten, Gymnasiasten am wenigsten
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17:17 05.09.2018
Mit den Spezialbrillen, die 1,2 Promille simulieren, erkennen Jugendliche, wie es ist, sich betrunken zu orientieren. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Auf den ersten Blick müsste es sie gar nicht mehr so dringend geben, die Jugendfilmtage zum Thema „Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier“, zu denen Jugendschützer an diesem Mittwoch und Donnerstag ins Concerthauskino in der Steinstraße eingeladen haben. Schließlich rauchen und trinken inzwischen deutlich weniger Kinder und Jugendliche als in früheren Jahren und Jahrzehnten.

„Auch wenn die Zahlen sinken, sind es immer noch zu viele Jugendliche, die zur Zigarette oder Flasche greifen“, betont der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beauftragte Jonas Goldau:

„Denn 10 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland trinken regelmäßig Alkohol“, zitiert er die jüngste deutschlandweite Erhebung von 2016. Im Jahr 2005 seien es sogar 18,6 Prozent gewesen.

Kinder unter 13 bei der Suchtberatung

Immerhin sind auch drei Kinder unter 13 Jahren zur Suchtberatung der Abhängigenhilfe in Brandenburg/Havel gekommen, wie deren Leiter Hanno Stapperfenne berichtet. Etwa ein Drittel der 104 Ratsuchenden im vergangenen Jahr seien im Alter zwischen 13 und 27 Jahren gewesen. Kinder aus „belasteten Familien“ sind nach Stapperfennes Erfahrung besonders gefährdet.

Die Brandenburger Jugendamtsleiterin Kerstin Schöbe freut sich gleichwohl, dass Rauchen nicht mehr zum Lebensgefühl junger Leute gehört. Sie hält die aktuellen Filmtage zum Thema für eine gute Möglichkeit, Schüler zu erreichen und anzusprechen.

Das Kino wird in diesen beiden Tagen etwas umfunktioniert für 500 Brandenburger Schüler, die aus zwei Grundschulen, zwei Oberschulen, dem Saldern-Gymnasium, der Pestalozzi-Förderschule und vom Internationalen Bund kommen.

Promille-Parcours

Die Filme, darunter die bekannte Romanverfilmung „Tschick“, stehen zwar im Vordergrund. Doch daneben gibt es Angebote wie die Rauchfrei-Lounge, ein Quiz, ein Fragenduell und den Promille-Run „Voll neben der Spur“.

Ulf Tietz von der Präventionsabteilung der Polizei und Gunnar Göritz vom sozialpsychiatrischen Dienst setzen den Jugendlichen Spezialbrillen auf. Sie simulieren einen Rausch mit 0,8 und 1,2 Promille. Die Schüler schaffen es damit kaum noch, eine gerade Linie entlang zu gehen und Gegenstände wahrzunehmen und aufzuheben.

Beim regelmäßigen Alkoholkonsum von Zehntklässlern – mindestens einmal die Woche – ist in den vergangenen zwölf Jahren den Statistikern des Landes zufolge von 34 auf 15 Prozent zurückgegangen. Jungen trinken dabei häufiger als Mädchen.

Beim Alkoholkonsum im Mittelfeld

Brandenburg/Havel lag 2017 im Landesvergleich im Mittelfeld mit einem Anteil von 12,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Landkreis Elbe Elster meldete an dieser Stelle 21,8 Prozent.

Im Land Brandenburg ist der regelmäßige Tabakkonsum bei Jungen und Mädchen zwischen den Jahren 2005 und 2017 stark zurückgegangen.

2005 rauchten noch 41 Prozent der Mädchen und 37 Prozent der Jungen mindestens einmal die Woche. 2017 rauchten nur noch etwa 17 Prozent der Jugendlichen in den 10. Klassen.

Jeder Fünfte raucht regelmäßig

In der Stadt Brandenburg/Havel liegt die Zahl derjenigen, die mindestens einmal in der Woche rauchen, bei 21,6 Prozent. Höher ist der Raucheranteil landesweit nur in der Prignitz. Die wenigsten Raucher finden sich der Landesstatistik zufolge an Gymnasien, die meisten an Förderschulen.

Von Chiraz Chaibi

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