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Brandenburg/Havel Friedenslicht und Gebete für die Anschlagsopfer
Lokales Brandenburg/Havel Friedenslicht und Gebete für die Anschlagsopfer
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16:28 21.12.2016
Pfarrerin Johanna Martina Rief mit dem Friedenslicht in der Päwesiner Kirche. Jeder kann sich von dieser Kerze eine eigene Flamme abnehmen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Päwesin

Diese Flamme darf nicht ausgehen. Fast 3000 Kilometer hat das Friedenslicht auf dem Weg aus der Geburtsgrotte Jesu Christi in Betlehem bis auf den Altartisch der Päwesiner Barockkirche zurückgelegt. Dort brennt es schon seit fast einer Woche. Die weiße Kerze im offenen Glasbehälter gehört nun zum weihnachtlichen Schmuck wie der von der Kanzel hängende gelbe Herrnhuter Stern und der festlich geschmückte Christbaum neben dem Altar. Auch im Vorraum des Gotteshauses hat Pfarrerin Johanna Martina Rief eine Kerze mit dem Original-Feuer aus Betlehem aufgestellt. Jeder, der sich das Friedenslicht zum Weihnachtsfest nach Hause holen möchte, kann sich die Flamme aus Päwesins tagsüber offener Kirche abnehmen.

Pfadfinder organisieren Stafetten

Die ökumenische Aktion „Friedenslicht aus Betlehem“ geht auf eine Initiative des Österreicherischen Rundfunks zurück, die seit 1989 zusammen mit mehreren Pfadfinderverbänden in Stafetten realisiert wird.

Heiligabendgottesdienste im Pfarrsprengel Päwesin: 14.30 Uhr in Roskow mit Pfarrerin Rief; 14.30 Uhr in Lünow mit Pfarrer Paul; 14.30 Uhr in Radewege mit Pfarrer Kiertscher; 16 Uhr in Butzow mit Pfarrer Schirr; 16 Uhr in Weseram mit Pfarrerin Rief; 16 Uhr in Ketzür mit Gemeindepädagoge Puppe und Team mit Krippenspiel; 17.30 Uhr in Brielow mit Pfarrer Löhr; 17.30 Uhr in Gortz mit OKR Bräuer; 17.30 Uhr mit Pfarrerin Rief in Päwesin; 23 Uhr in Radewege mit Pfarrer Domrös.

„Es ist ein kleines Licht mit großer Bedeutung. Hüten wir es wie den Frieden“ gab Pfarrerin Rief am 4. Adventssonntag den Vertretern ihrer Kirchengemeinden mit auf den Weg. Diese kamen mit Laternen nach Päwesin, um das Licht in neun von elf Kirchen rund um den Beetzsee auszusenden. Bei keinem Heiligabendgottesdienst wird daher das Friedenslicht fehlen.

Die Pfarrerin hatte die Flamme aus Betlehem am vergangenen Sonnabend in der katholischen Kirche Peter und Paul in Potsdam empfangen und zusammen mit Gemeindekirchenratsmitglied Christian Wieden im eigenen Auto sicher nach Päwesin gebracht. „Für alle Fälle habe ich in diesem Jahr zwei Reservekerzen angezündet. Alle Lichter sind heil angekommen“, freut sich die Seelsorgerin.

Das vor Wind geschützte Friedenslicht. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Idee „ein Europa in Frieden“ mit der Weitergabe eines Lichtes aus Betlehem zu symbolisieren, bekommt nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und vielen Verletzten auf tragische Weise eine besondere Bedeutung. Pfarrerin Rief hält die Heiligabendgottesdienste in Roskow, Weseram und Päwesin. „Wir werden die Opfer dieses schrecklichen Ereignisses und deren Angehörige in unsere Fürbitten einschließen“, kündigte sie gegenüber der MAZ an. Doch werde sie weder über den Terror predigen noch sich irgendwelchen Mutmaßungen über Täter und Hintergründe anschließen. Jetzt müssten die Betroffenen im Mittelpunkt stehen. Die Schuldfrage ohne Vorverurteilungen zu klären, sei Sache der Ermittlungsbehörden. Ihr Thema werde vielmehr das Miteinander der Menschen und die Nächstenliebe sein. Denn die größte Gefahr für den Menschen geht nicht von einem durch Rathenow streifenden Wolf, sondern leider von seinen Mitmenschen aus, so Pfarrerin Rief.

Im Schein des Friedenslichtes werden am Heiligabend mehrere im Ruhestand befindliche Berufskollegen die Gottesdienste in den Nachbardörfern halten. So wird zum Beispiel der frühere Lehniner Stiftsvorsteher Pfarrer Dieter Paul um 14.30 Uhr in Lünow erwartet. „Es ist nicht leicht alle Orte zu besetzen. Deshalb fange ich mit der Organisation spätestens im Herbst an. Auch die Organisten müssen rechtzeitig gebunden sein, was mitunter noch viel schwieriger ist“, weiß Pfarrerin Rief.

Die Päwesiner Kirche steht Besuchern jeden Tag offen. Quelle: JACQUELINE STEINER

Für die 63-jährige Seelsorgerin ist 2016 das vorletzte Weihnachtsfest im aktiven Dienst, der im Oktober 2018 endet. Bevor sie selbst ihrem Nachfolger mit dem einen oder anderen Gottesdienst entlasten kann, will die Pfarrerin wenigstens 2018 nach vielen Jahren einmal ein freies Weihnachtsfest ohne Verpflichtungen genießen. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Im kommenden Jahr will ihr Pfarrsprengel zwei Anträge an den Orgelfonds richten, dessen Einrichtung der Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg auf seiner jüngsten Synode angekündigt hatte. So sollen nach Möglichkeit die Instrumente in Butzow und Roskow überholt werden.

Von Frank Bürstenbinder

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