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Brandenburg/Havel Gedenkstätte JVA Görden: Besucherandrang zum „Tag der Nachbarschaft“
Lokales Brandenburg/Havel Gedenkstätte JVA Görden: Besucherandrang zum „Tag der Nachbarschaft“
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14:56 24.03.2019
Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale (rechts) führt durch die Geschichte der JVA Brandenburg-Görden. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

 Das Gefängnis im Stadtteil Görden in Brandenburg ist heute eine moderne Justizvollzugsanstalt (JVA) für männliche Gefangene, auf deren Gelände sich zudem die Sicherheitsverwahrung des Landes befindet. Der Justizvollzug ist dem Resozialisierungsgedanken verpflichtet, seine Regeln und Ziele sind im Strafvollzugsgesetz von 2013 festgelegt. Dieses gilt als liberal und zukunftsweisend.

Dass dem nicht immer so war, zeigt die Dauerausstellung "Auf dem Görden. Die Strafanstalt Brandenburg im Nationalsozialismus und in der DDR", die sich seit April 2018 in der Gedenkstätte Zuchthaus Görden in der Anton-Saefkow-Allee der Geschichte der JVA widmet.

Die Dauerausstellung in der Gedenkstätte der JVA Brandenburg-Görden taucht tief in die Geschichte des Gefängnisses ein. Quelle: Tobias Wagner

Am Samstag lud die Gedenkstätte im ehemaligen Wohnhaus des Gefängnisdirektors Anwohner des Gördens und Interessierte ein, sich zum von der Gedenkstätte initiierten „Tag der Nachbarschaft“ über die Entwicklung der JVA zu informieren.

„Wir haben Einladungen in Briefkästen der Nachbarschaft verteilt, da wir gar nicht alle Nachbarn hier auf dem Görden kennen“, sagt Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätte. Während an gewöhnlichen Wochenenden zehn bis zwölf Gäste die Ausstellung besuchen, zählte der Einlass am frühen Nachmittag bereits etwa 100 Besucher.

Diese kamen nicht nur aus der Nachbarschaft: „Es kamen sogar Besucher aus Potsdam, Berlin und Ludwigsfelde“, so die Museumsleiterin. „Wir hatten beispielsweise eine Frau zu Besuch, deren Vater in den 1970er Jahren hier einsaß.“

Nur eines von vielen Gefangenenschicksalen, die sich in dem Gefängnis im Laufe der Jahrzehnte abspielten. Anhand von beispielsweise Einzelschicksalen, offiziellen Dokumenten, Gegenständen aus dem Vollzugsalltag sowie Filmaufnahmen zeichnet die Ausstellung ein Bild des Lebens hinter Gittern, dass sich im Laufe der Zeit immer wieder veränderte.

So wurde das Zuchthaus zwischen 1927 bis 1936 als Modellanstalt für den reformierten Strafvollzug in der Weimarer Republik errichtet. Während hier noch Hafturlaub und Resozialisierungsprogramme an der Tagesordnung waren, ordnete sich der Strafvollzug im Nationalsozialismus bereitwillig den politischen, rassistischen, antisemitischen und kriminalbiologischen Zielen der Nazis unter.

Der Vollzug setzte immer radikalere Maßnahmen bis hin zur Vernichtungspolitik um: während des Zweiten Weltkriegs wurden im Zuchthaus über 2000 Todesurteile vollstreckt, hier befand sich von 1940 bis 1945 eine der zentralen Hinrichtungsstätten der NS-Justiz.

Der Ausstellungsteil zum DDR-Strafvollzug hingegen verdeutlicht, wie das Gefängnis dem SED-Regime auch als Instrument der politischen Unterdrückung diente.

Während nach dem Krieg noch viele ehemalige Nazis einsaßen, kamen in den späteren Jahren immer mehr politische Gefangene hinzu. Inhaftierung bedeutete auch zu diesem Zeitpunkt für die Gefangenen Entbehrung, Rechtlosigkeit, Schikane und Willkür. Am Ende wirft die Ausstellung einen Blick auf den Justizvollzug der Gegenwart.

Interessierte können die Dauerausstellung donnerstags und freitags zwischen 13 und 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags zwischen 10 und 17 Uhr besuchen. Der Eintritt ist frei.

Von Tobias Wagner

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