Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Generalstaatsanwalt Rautenberg schwer erkrankt
Lokales Brandenburg/Havel Generalstaatsanwalt Rautenberg schwer erkrankt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 30.03.2018
Erardo C. Rautenberg. Quelle: JACQUELINE STEINER
Anzeige
Brandenburg an der Havel

Es kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Bei Erardo C. Rautenberg (64), dem Brandenburger Generalstaatsanwalt und SPD-Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 60 ist nach Informationen der Märkischen Allgemeinen ein Tumor diagnostiziert worden. Er musste sich am Dienstag einer mehrstündigen Operation im Berliner Virchow-Krankenhaus unterziehen. Wie Ehefrau Kathrin Rautenberg bestätigte, sei die schwere Operation erfolgreich verlaufen.

Am Wochenende hatte Rautenberg, der erst vor wenigen Monaten als Direktkandidat für den zum Bundespräsidenten gewählten Frank-Walter Steinmeier als Kandidat eingesprungen war, Freunde und Wegbegleiter darüber informiert, dass bei ihm völlig unerwartet am Freitag „ein Tumor diagnostiziert worden ist, der in einer kurzfristig für Dienstag anberaumten schwerwiegenden Operation eines Spezialisten in Berlin beseitigt werden soll.“ Falls dies gelinge, würden sich ein längerer Krankenhausaufenthalt sowie eine Therapie anschließen.

Anzeige

Der Wahlkampf, wie er von der Partei geplant worden ist, werde also so nicht stattfinden können, sorgte sich Rautenberg um seine Partei. Er sei unter diesen Umständen „natürlich zu einem Verzicht bereit, wenn die Partei dies unter Abwägung aller Umstände für geboten erachtet“, so Rautenberg am Wochenende. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen verbleibe ich, Euer Erardo“, endete die Mail.

Nach der Operation am Dienstag scheint sicher, dass Erardo Rautenberg nicht mehr in den Wahlkampf selbst eingreifen kann. Kathrin Rautenberg hat Klara Geywitz, die Generalsekretärin der Brandenburger SPD über den Zustand ihre Mannes informiert. Wie die SPD sich entscheide, und ob Rautenberg als Kandidat aufgestellt bleibt, ist offen. Geywitz sagte am Mittwoch: „Politiker sind keine Roboter. Die oberste Priorität genießt die Gesundung Erardo Rautenbergs. Die Partei steht hinter ihm als nominierten Kandidaten. Er ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten der SPD im Land.“

Der promovierte Jurist Erardo Rautenberg war nicht unvorbereitet in die Kandidatur gegangen. „Ich hatte mich vor und während meiner Kandidatur ohne bedenkliche Befunde durchchecken lassen“, betonte Rautenberg am Wochenende gegenüber Freunden.

Für die SPD ist die Erkrankung des beliebten Generalstaatsanwaltes, der nach 21 Jahren der dienstälteste an der Spitze einer bundesdeutschen Generalstaatsanwaltschaft ist, eine Katastrophe. Schon der unerwartete Weggang von Steinmeier hatte die SPD vor erhebliche Probleme gestellt. War es doch Steinmeier, der bei der letzten Bundestagswahl das einzige Direktmandat für die SPD in ganz Ostdeutschland geholt hatte.

Im Wahlkreis 60 zeichnete sich dennoch in den zurückliegenden Wochen ein spannendes Duell zwischen Rautenberg und der CDU-Kandidatin Dietlind Tiemann ab. Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel hatte ihren Hut in den Ring geworfen, nachdem Steinmeiers Weggang beschlossene Sache war.
Ohne Rautenberg als Gegner dürfte Tiemanns Wahl endgültig sicher sein.

Von Benno Rougk

21.06.2017
21.06.2017
20.06.2017