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Brandenburg/Havel Gericht schickt notorischen Brandstifter acht Jahre in Haft
Lokales Brandenburg/Havel Gericht schickt notorischen Brandstifter acht Jahre in Haft
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19:50 27.11.2019
Das Urteil der 4. Strafkammer ist gerade gesprochen. Marcus E. (2. von rechts) wurde wegen Brandstiftung und anderer Delikte zu acht Jahren Haft verurteilt. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Er hat niemanden getötet oder verletzt und doch hält ihn die 4. Strafkammer des Landgerichts Potsdam für gemeingefährlich. An diesem Mittwoch haben die Richter den 37 Jahre alten Marcus E. zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Wenn er diese Zeit verbüßt hat, wechselt der notorische Brandstifter aus Brandenburg/Havel dem aktuellen Urteil folgend in die Sicherungsverwahrung. Er bleibt also auch dann hinter Gittern. Ob und wann er wieder ein Leben außerhalb der Gefangenschaft führen kann, können ihm seine Richter nicht sagen. Das wird von möglichen Therapieerfolgen abhängen.

Gefängnis soll Therapie anbieten

Denn Therapien soll Marcus E. in Haft angeboten bekommen, damit er das nicht mehr tut, wofür er schon viele Jahre gesessen hat: Zündeln, Gebäude und Sachen in Brand setzen und dadurch Menschen in Gefahr bringen.

Genau das hat Marcus E. nach Überzeugung der Strafkammer im Jahr 2018 in Brandenburg/Havel mehrmals getan. Und das, obwohl er erst im Dezember 2017 seine jüngste Strafe wegen Brandstiftung abgesessen hatte.Wegen zehn Straftaten ist Marcus E. angeklagt.Bei fünf Delikten gelingt es seinem Verteidiger Michael Manczak, das Gericht von einer Verurteilung abzubringen.

Mehrfach vorbestraft wegen Brandstiftung

Doch es bleiben vor allem drei Anklagepunkte, die im Urteil besonders ins Gewicht fallen: zweimal Brandstiftung und einmal versuchte schwere Brandstiftung. Marcus E. bestreitet die Vorwürfe, doch die Richter halten ihn für überführt.

Am 19. August 2018 zündet der mehrfach vorbestrafte Brandstifter in einer Sonntagnacht den Stoffbezug des Kinderwagens einer Nachbarin in einem Wohnblock der Max-Herm-Straße an. Einem Nachbarn ist zu verdanken, dass ein Brand mit folgenreicher Rauchentwicklung verhindert wird.

Am 27. August 2018 setzt er das Materiallager seines Arbeitgebers in der Fohrder Landstraße in Brand. Der Betrieb kann für einige Zeit nicht weiterarbeiten. Außerdem bleibt er auf dem hohen Schadenskosten sitzen, weil die Versicherung nicht zahlt.

Feuer im eng bebauten Wohngebiet

Am 2. November 2018 legt er Feuer auf dem Hinterhof eines Grundstücks im Nelkenweg. Ein Holzschuppen brennt nieder. Die Flammen greifen über auf eine benachbarte Garage. Der vorsitzende Richter Axel Gerlach skizziert, was hätte passieren können, in diesem dicht bebauten Wohngebiet auf dem Görden. Mit einer psychischen Erkrankung lässt sich das Verhalten des Mannes nicht erklären, versichert der Richter, der sich in seiner Einschätzung auf ein Gutachten stützt.

Sozial feindliche Grundhaltung

Gerlach bescheinigt Marcus E., der unter denkbar ungünstigen Bedingungen als Kind und Jugendlicher aufgewachsen ist, eine sozial feindliche Grundhaltung. Alkohol trägt dazu bei. Doch ein Fall für die Suchtklinik oder Psychiatrie ist der Angeklagte nach Überzeugung der Strafkammer nicht. Die verhängte Sicherungsverwahrung nach der Haftzeit begründet der Richter in einem Satz: „Ja, er ist gefährlich.“

Von Jürgen Lauterbach

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