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Brandenburg/Havel Gericht verurteilt zweite Räuberin mit Hammer
Lokales Brandenburg/Havel Gericht verurteilt zweite Räuberin mit Hammer
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07:12 28.11.2019
Die junge Frau wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Quelle: Polizei
Brandenburg/H

Auch die zweite junge Frau, die im März 2017 einen behinderten Mann in Brandenburg/Havel überfallen und verletzt hat, ist inzwischen verurteilt. Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Potsdam verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und wegen Diebstahls.

Die Potsdamer Richter haben dabei Einzelstrafen aus einem früheren Urteil eingerechnet. Die drogenabhängige Frau wird zudem in einer Entziehungsanstalt untergebracht, also in einer Suchtklinik.

Geständnis verhilft zu Strafnachlass

Das Urteil gegen die 24 Jahre alte Frau aus Dessau hatte sich bereits zum Prozessauftakt angedeutet. Die Angeklagte legte ein Geständnis ab und verringerte damit ihr Strafmaß.

Gemeinsam mit einer ebenfalls drogenabhängigen Komplizin wollte sie am 18. März 2017 auf einem Parkplatz in der Anton-Saefkow-Allee auf dem Görden auf Diebestour gehen, um sich Geld für Drogen und Essen zu beschaffen.

Auf dem Weg dorthin begegnete den beiden Frauen an der Straßenbahnhaltestelle ein seinerzeit 41 Jahre alter, behinderter Mann, der obendrein Bluter ist.

Nothammer im Bus gestohlen

Eine der Frauen schlug ihn mit einem aus dem Bus gestohlenen Nothammer auf den Kopf, sodass er erheblich verletzt wurde. Die andere raubte dessen Umhängetasche mit 35 Euro und persönlichen Papieren.

Dem verletzten Mann überließen die Räuberinnen seinem Schicksal. Die 1. Strafkammer hatte die Brandenburger Komplizin der jetzt verurteilten Frau im Mai zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt und ebenfalls in die Suchtklinik eingewiesen.

Bekanntschaft aus dem Gefängnis

Beide Frauen hatten einander im Gefängnis kennengelernt. Als die Ältere von ihnen aus der Haft entlassen wurde, zog die Jüngere zu ihr nach Brandenburg/Havel. Beide hatten das gleiche Problem: Sie brauchten Rauschgift, hatten aber kein Geld.

Das Opfer der Angreiferinnen leidet noch heute an den Folgen der Tat, und zwar so sehr, dass die Ärzte von einem erneuten Auftritt als Zeuge vor Gericht dringend abrieten.

Von Jürgen Lauterbach

Obwohl noch kein Mensch durch seine Taten zu Schaden gekommen ist, halten die Richter in Potsdam den Mann aus Brandenburg/Havel für extrem gefährlich. Denn er zündelt immer wieder und saß schon mal im Gefängnis. Jetzt muss er wieder für acht Jahre hinter Gitter.

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