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Brandenburg/Havel Gestohlener Audi bleibt mitten auf der dunklen Autobahn stehen
Lokales Brandenburg/Havel Gestohlener Audi bleibt mitten auf der dunklen Autobahn stehen
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18:18 11.01.2019
Symbolbild. Quelle: Uli Deck/dpa
Brandenburg/H

Fast drei Jahre lang muss ein Hundezüchter aus Polen ins Gefängnis. Er hatte in Gladbeck einen teuren Audi gestohlen. Auf der Autobahn 2 bei Brandenburg/Havel wurde er erwischt. Die Festnahme war höchstgefährlich.

Der weiße Audi Q 5 trägt niederländische Kennzeichen, als er am 8. August 2018 kurz nach 4 Uhr auf der A 2 in Richtung Osten fährt. Beamte der Autobahnpolizei Michendorf werden in Höhe der Abfahrt Brandenburg/Havel aufmerksam auf das Auto im Wert von 30.000 Euro.

Die Polizisten folgen dem Audi und winken den Fahrer in Höhe von Lehnin aus dem fließenden Verkehr. Der Mann hinter Steuer blinkt links und will auf die linke Fahrspur wechseln. Doch dort versperrt ihm ein zweites ziviles Polizeiauto den Weg. Er bremst und bleibt auf der mittleren Fahrspur stehen.

Motor aus – kein Schlüssel

Die Polizei schaltet auf Alarm und will den Fahrer überprüfen. Entweder er selbst oder ein Polizist schaltet den Motor aus. Er lässt sich nicht wieder starten, weil es keinen Schlüssel gibt. Weil die Wegfahrsperre greift, bleibt der gestohlene Wagen mitten auf der dunklen Autobahn stehen.

„Das war sehr gefährlich“, beschreibt einer der Polizisten als Zeuge im Amtsgericht Brandenburg an der Havel den nächtlichen Einsatz. Alles geht aber gut. Niemand rauscht auf das stehende Auto, ein Abschlepper zieht es später aus der Gefahrenzone.

Ohne Probleme kann die Polizei den verdächtigen Fahrer, einen 42 Jahre alten Hundezüchter aus Posen, festnehmen. Längst hat sich herausgestellt, dass der Wagen in Gladbeck gestohlen und das NL-Nummernschild gefälscht wurde.

Garage unverschlossen

Im Gerichtssaal gesteht der Angeklagte, dass er die weiße Limousine nicht nur nach Polen überführen wollte, sondern auch an dem Diebstahl aus einer unverschlossenen Garage in der nordrhein-westfälischen Stadt beteiligt war. Seinen Komplizen benennt er allerdings nicht.

Der Angeklagte zeigt Reue und versucht, seine Tat zu erklären. Er sei einige Zeit vorher an einem weiteren Diebstahl in Deutschland beteiligt gewesen. Doch auch den 150.000 Euro teuren Mercedes habe er nicht über die Grenze bringen können.

Seine damaligen Komplizen hätten ihm daher mehrfach die Hölle heiß gemacht, dass er ihnen eine Entschädigung für sein Versagen zahlt. Weil er das Geld nicht aufbringen konnte, habe er mit einem anderen Mann einen erneuten Anlauf genommen und den Audi gestohlen.

Ehefrau bei Unfall gestorben

Wegen Diebstahls verurteilt das Schöffengericht den Witwer, dessen Ehefrau bei einem Autounfall gestorben ist und dessen 21 Jahre alte Tochter seit diesem Unfall querschnittsgelähmt ist, zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Die Strafe von zwei Jahren und elf Monaten Haft fällt relativ hoch aus, obwohl der 42-Jährige ein Geständnis ablegt und nicht, wie viele Angeklagte in seiner Lage, vor Gericht Märchen erzählt. Das recht hohe Strafmaß wird damit begründet, dass sich der Hundezüchter seit 2002 etwa ein dutzend Mal strafbar gemacht hat und auch schon einschlägig vorbestraft ist.

Dem Komplizen auf die Spur zu kommen ist nicht gelungen. Womöglich hätten sich auch von ihm Spuren im gestohlenen Auto finden lassen. Doch die Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes Brandenburg haben danach nicht gesucht.

Kein Personal für alle Spuren

Seit etwa einem halben Jahr verzichten sie darauf, weil sie für weitreichende, dabei aber nicht dringend notwendige DNA-Untersuchungen nicht ausreichend Personal haben, wie das LKA auf Nachfrage bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft hätte nur die Möglichkeit, solche DNA-Untersuchungen auf eigene Behördenkosten an Fremdfirmen zu vergeben, um möglichen Mittätern oder Hintermännern einer Straftat aufgrund von DNA-Spuren womöglich auf die Schliche zu kommen.

Von Jürgen Lauterbach

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