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Brandenburg/Havel Giftanschlag auf Hundezucht in Ziesar
Lokales Brandenburg/Havel Giftanschlag auf Hundezucht in Ziesar
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00:55 13.09.2014
Familie Lehmann-Kirchhoff mit Hündin Wanda, die im April einen ersten Giftanschlag auf den Zwinger knapp überlebt hat. Quelle: J. Steiner
Ziesar

Mitten in Ziesars sanierter Altstadt, hinter denkmalgeschützter Fassade und blühenden Geranien, zittert eine Familie um ihre Hundezucht, die zu einem Fall für die Polizei geworden ist. Der plötzliche Tod der kerngesunden Zuchthündin war kein zufälliger Schicksalsschlag. Darauf lassen zumindest Wurstreste schließen, die Hausherr Maik Kirchhoff (38) auf dem Hof des Wohnhauses Kloster 1 gefunden hat. Die Wiener- und Bockwurststücke waren gespickt mit Rattengift und Metallteilen, wie Draht von Büroklammern und Spitzen von Kugelschreiberminen. Fein säuberlich dokumentiert von Revierpolizist Heiko Haase, der als erster Beamter die Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bearbeitet hat.

Offensichtlich werden die Giftköder von außen auf das Grundstück der Kirchhoffs geworfen. In dieser Woche hatten die zweite Hündin Wanda und der Rüde Idefix Glück im Unglück. Die Köder landeten auf dem Zwingerdach und einem Sonnensegel – für die Hunde unerreichbar. Alle Beweisstücke wurden der Polizei übergeben. Details zu den Ermittlungen liegen noch nicht vor. Fest steht, der Fall solchen Hundehasses sucht rund um Ziesar seinesgleichen.

Denn es ist nicht der erste Giftanschlag auf die Bernhardinerzucht von Dagmar Lehmann-Kirchhoff. Im April war es die Hundedame Wanda, die einen tödlichen Köder aufnahm. Nur dank großer tierärztlicher Anstrengungen von Veterinärin Elke Franke überlebte der Vierbeiner. Das war noch im Mühlentor 11, wo vor 20 Jahren Ewald Lehmann, Vater der heutigen Zwinger-Inhaberin, mit der Bernhardinerzucht begann. Genau dieser Anschlag war der Grund, warum Dagmar Lehmann-Kirchhoff die Zucht aus dem Elternhaus ins eigene Anwesen am Kloster verlegte, in dem sie mit ihrer Familie seit zwei Jahren lebt.

„Wir wohnen eigentlich gern hier. Doch jetzt gehen wir jeden Morgen mit einem mulmigen Gefühl in den Garten. Dabei könnte es jeden anderen treffen“, befürchtet die Ziesarerin. Sorgen macht sich die junge Mutti inzwischen um den acht Monate alten Sohn Maximilian, der gerade den Garten für sich entdeckt: „Nicht auszudenken, wenn der Junge sich Rattengift in den Mund steckt.“

Wer oder was hinter den Giftanschlägen steckt, ist unklar. Im Juni wurde der Familie ein Drohbrief mit der Post zugestellt. In ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben stehen darin Wörter wie „Gefahr für Hunde“, „Tot“ und „Eskalation“. Im Amt Ziesar ist man entsetzt über die Vorfälle. Eva Friedrich, Chefin der Ordnungsbehörde, meint: „Solche bösen Gemeinheiten hatten wir noch nie.“

Einmal jährlich Welpen

  • In Ziesar begann Ewald Lehmann 1992 mit der Zucht von Bernhardinern unter dem Zwingernamen „Von der alten See“. Tochter Dagmar und ihr Mann Maik setzen die Tradition fort.
  • Organisiert sind die Züchter aus Ziesar im Sankt-Bernhard-Klub mit Sitz in München. Dagmar Lehmann-Kirchhoff ist Zuchtwart und leitet die Landesgruppe Sachsen-Anhalt.
  • Die Züchter besitzen einen prämierten Rüden und noch eine Hündin, die einmal jährlich 6 bis 10 Welpen wirft.

Von Frank Bürstenbinder

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