Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel 700 Jahre: Lobe den Herrn im Domforst
Lokales Brandenburg/Havel 700 Jahre: Lobe den Herrn im Domforst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:11 14.07.2019
Pfarrerin Susanne Graap und Domforstmeister Friedrich Hinz enthüllen den neuen Stein. . Quelle: André Wirsing
Seelensdorf

Viele Generationen von Köhlern, Schäfern, Heideläufern, -reitern, Förstern, Waldarbeitern, Soldaten, Händler, Reisende, Flüchtlinge oder Vertriebene haben in den vergangenen 700 Jahren ihren Lebensmittelpunkt finden können.

Seelensdorf ist ein bisschen eine andere Welt: Gefühlt 100 Jahre zurück, da macht es gar nichts, dass LTE nicht funktioniert. Dafür wird man mit Romantik und Kontemplation mehr als entschädigt.

1319 hat Johann von Tuchem als Johannes der I. und Bischof des Bistums Brandenburg das Dörfchen im Wald erworben –aus ökonomischen Erwägungen. Es muss schon früher besiedelt gewesen sein als frühdeutsche Gründung, irgendwann in der Zeit nachdem Albrecht der Bär Brandenburg zurückerobern konnte. Viele Güter hat er an Holländer gegeben.

Daher könnte auch der Name des Fleckens stammen: Seel stand für eine holländische Holzmaßeinheit, Seeling bedeute „das Werk eines halben Tages“. Möglich auch, dass ein früherer Bewohner Seeling hieß.

Domforstmeister Friedrich Hinz und Dompfarrerin Susanne Graap gestalteten den Festgottesdienst im Grünen am Sonntag gemeinsam. Es war im besten Sinne ein bewegter Gottesdienst, die Gemeinde wandelte von der Glockenwiese zur Ortsmitte, wo ein gerade aufgestellter Stein an das Jubiläum erinnert, und endete auf dem kleinen malerischen Friedhof unter Bäumen.

„Lobe den Herrn meine Seele“, steht auf der Rückseite des Steins. Unter das Motto von Davids Psalm 103 hatte die Pfarrerin ihre Predigt gestellt. Es geht um die Weltsicht – die negative der Pessimistischen und die positive der Psalmbeter.

Seelensdorf ist auch ein geistlicher Ort. Die Psyche ist ein weltliches Ding, doch die Seele ist ein geistliches Organ“, zieht Susanne Graap den feinen Unterschied.

Friedrich Hinz lobt die Widerstandsfähigkeit des Ortes. „Die eigentliche Sensation ist es doch, dass es diesen Ort immer noch gibt.“ Im 14. Jahrhundert war er schon einmal wüst gefallen, danach wurde er mehrfach durch Brände verwüstet. Auch in den übrigen Zeiten war es nicht immer leicht, manchmal gab es zu wenig Wasser, manchmal zu viel, insgesamt nur magere Erträge. Die beiden Predigenden spielten sich verbal die Bälle immer wieder zu, ergänzten sich beim Vermitteln von Information und Lebensgefühl.

Überwogen hat die Freude, etwa 150 Gottesdienstbesucher waren aufgefordert, unter anderem „Himmel, Erde, Luft und Meer“ oder „Großer Gott, wir loben dich“ zu singen.

Der Psalm 103 handelt von der Barmherzigkeit Gottes. So gibt er laut Pfarrerin Graap unendlich viel Gutes, Glücklichmachendes, Barmherziges und Erwärmendes. Gleichzeitig fordert er die Menschen, wenn er einige aus ihrer Mitte reißt. Wie eng diese Facetten beieinander liegen, wurde deutlich als während des Gottesdienstes ein Mann kollabierte.

Von André Wirsing

Die fünf jungen Störche von Gollwitz sind noch immer bester Dinge. Inzwischen haben sie ihre ersten Flugstunden hinter sich und verlassen abwechselnd ihr Nest. Zu den Mahlzeiten kehren sie allerdings zurück.

14.07.2019
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Fremden Pkw verschrottet

Die Frau hat wohl geahnt, dass sie ihr Auto nicht heil wiedersieht. Doch ihr dringender Anruf der Polizei kam dann doch etwas zu spät. Als diese fündig wurde, war der Schaden groß.

14.07.2019

Die Abrissarbeiten in den Molkenmarkt-Höfen sind weitgehend abgeschlossen und der Baugrund für Neubauten ist vorbereitet. Sorgen macht den Bauherren der desolate Zustand der denkmalgeschützten Häuser zur Straße.

14.07.2019