Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Graffiti machen graue Wände lebendig: Haltestelle am Buchenweg ist neu gestaltet
Lokales Brandenburg/Havel Graffiti machen graue Wände lebendig: Haltestelle am Buchenweg ist neu gestaltet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:23 12.06.2019
Die Haltestelle am Buchenweg wurde neu gestaltet. Künstler Mirco Stielow (rechts), Stadtverwalterin Christiane Hoffmann und Bürgerbeirats-Chef Reinhard Reiher. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Zwei Tage hat der Graffiti-Künstler Mirco Stielow gebraucht, um aus der unansehnlichen Bushaltestelle Buchenweg ein Gesamtkunstwerk zu machen. Wohl keine zwei Minuten benötigten die Schmierer, die es verunstalteten.

Umgang mit Problem-Haltestellen

Doch der Reihe nach: Die Stadt leistet sich ab und zu den Luxus, ihre Problemhaltestellen irgendwie schön zu halten. Gehen vermehrt die Glasscheiben an den Wartehäuschen zu Bruch, werden sie durch recht massive Stahlblechplatten ersetzt. Diese wiederum bilden den idealen Untergrund für Schmierereien und Bemalungen.

Wird es damit zu bunt, beauftragt die Stadt Künstler damit, die wilden Tags durch legale Graffiti zu ersetzen. „Unsere Hoffnung ist es, dass die Bilder von den anderen Jugendlichen geachtet und eben nicht wieder übermalt werden“, sagt Christiane Hoffmann vom Bauamt. 300 bis 2000 Euro kostet das pro Wartehäuschen – je nach Aufwand.

Buchenhain am Buchenweg

Am Buchenweg hat sie Mirco Stielow beauftragt. Er hat den Namen zum Programm gemacht. „Im Buchenweg liegt ein Motiv vom Buchenhain nahe. Ich habe im Internet nach Fotos gesucht und als ich den englischen Begriff ,Beech tree’ eingegeben habe, fand ich ein wunderschönes amerikanisches Foto, welches ich als Vorlage verwendet habe.“ Am Laptop fertigte Stielow einen digitalen Entwurf, den er in der Verwaltung präsentierte und der dort schnell Anklang fand.

Bis zu fünf Farbschichten in 14 verschiedenen Farbtönen übereinander hat der Künstler aufgetragen, um den räumlichen und künstlerischen Effekt zu schaffen. Selbst den „Himmel“, also die Unterseite des Daches gestaltete er mit Zweigen und Blättern. Die VBBr-Busfahrer signalisierten mit hochgerecktem Daumen dem Sprayer, was sie von seinem Werk halten.

Sofort wieder beschmiert

Schon zwischen den beiden Werktagen verewigte sich ein Pärchen in der Nacht mit einem geritzten Herz in der frischen Farbe. Das bekam Mirco Stielow schnell ausgebessert.

Keine Woche hat das Graffito ohne neue Schmierereien überstanden. Quelle: Reinhard Reiher

Nur zwei Tage nach Fertigstellung war die Verunstaltung schon größer: Irgendjemand hat das Wandbild mit rotbrauner Farbe beschmiert. Auf den Schriftzug „BSC Süd 1905“ ist der Verein in dieser Form bestimmt nicht stolz. Auch der Fahrplanaushang der Verkehrsbetriebe wurde verunstaltet.

„Die Wartehalle Buchenweg ist beschmiert. Wer auch immer das war, er hat noch nicht einmal mehr Respekt vor den Profi-Graffiti. Da kann man sich für sein Wohngebiet nur noch schämen“, sagt Reinhard Reiher, der Chef des Scholle-Bürgerbeirats. Doch Stielow lässt sich nicht entmutigen, er hat sein Bild schon wieder ausgebessert und die Schmierereien unsichtbar gemacht.

Neue Projekte geplant

Auch Christiane Hoffmann hält an ihrer Strategie fest. „Als nächstes kommt die Haltestelle Ziesarer Landstraße an die Reihe. Die ist an der viel befahrenen Straße auch für Auswärtige gut zu sehen. Da möchten wir keinen Schandfleck haben.“ Und in der Kirchmöseraner Schulstraße plant sie ein gemeinsames Projekt mit den Schülern, Stielow wird als Mentor dabei sein.

Von André Wirsing

Die besten Abiturienten des Jahrgangs 2019 wurden im Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) für ihre Ergebnisse ausgezeichnet. Josefin Joy Sarow erreichte 850 von 900 Punkten und ist beste Abiturientin der Havelstadt.

12.06.2019

Ein Munitionsfund sorgt in Brandenburg an der Havel für Aufregung: Eine Bombe noch ungeklärter Herkunft ist im Industriegebiet auf dem Quenz entdeckt worden.

11.06.2019

Tobias Dietrich ist frisch gewählter Stadtverordneter für die AfD, hat gesundheitlich gerade eine Menge Pech, erlebte den Wahlabend im Krankenhaus. In einer Notsituation reagiert er besonnen.

11.06.2019