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Brandenburg/Havel Große Sorge um zwei Madeira-Urlauberinnen aus Brandenburg an der Havel
Lokales Brandenburg/Havel Große Sorge um zwei Madeira-Urlauberinnen aus Brandenburg an der Havel
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15:31 24.04.2019
Zwei Brandenburgerinnen sind bei dem Busunglück am 17. April auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira tödlich verunglückt. Quelle: Rui Silva/Aspress/Global Imagens/dpa
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Brandenburg/H

Eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht zum Verbleib von zwei Madeira-Urlauberinnen aus Brandenburg/Havel und der Gemeinde Beetzsee.

Doch Oberbürgermeister Steffen Scheller sagt: „Wir müssen derzeit vom Schlimmsten ausgehen.“ Im Rathaus sei bekannt, dass die Mitarbeiterin mit ihrer in Brandenburg/Havel lebenden Mutter in den Urlaub auf die portugiesische Ferieninsel im Atlantik gereist ist. Seit dem Busunglück vom 17. April bestehe kein Kontakt mehr zu der Mitarbeiterin.

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OB hält sich noch zurück

Der Oberbürgermeister hält sich aus gutem Grund mit weiteren Äußerungen zurück. Er steht mit seinem Stab im Austausch zur Potsdamer Staatskanzlei. Doch auch dort liegen noch keine gesicherten Informationen zu den Opfern der Buskatastrophe aus dem Land Brandenburg vor.

Die MAZ hat gleichwohl aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass zu den Opfern zwei Frauen aus Nordbrandenburg gehören. Eine 55 Jahre alte Frau und deren Mutter aus Linum bei Fehrbellin sind demnach bei der Urlaubsreise verunglückt.

Der Tod der Mutter sei bestätigt – die Tochter sei noch nicht identifiziert, heißt es in dem MAZ-Beitrag.

Mehr als die Hälfte der Opfer noch nicht identifiziert

Nach weiteren Informationen ist von den 29 Todesopfern des Unglücks mehr als die Hälfte noch nicht einwandfrei identifiziert. Aus diesem Grund halten sich die offiziellen Stellen mit Verlautbarungen zurück.

Nach MAZ-Informationen ist die städtische Mitarbeiterin 48 Jahre alt und in der Gemeinde Beetzsee gemeldet. Ihre Mutter lebt in Brandenburg/Havel.

Krisenstab im Auswärtigen Amt

Nach der Katastrophe hatte das Auswärtige Amt in Berlin wie in solchen Unglücksfällen üblich einen Krisenstab eingerichtet. Die Behörde richtete auch eine Hotline für Angehörige ein. Die deutsche Botschaft nahm Kontakt auf zu den portugiesischen Behörden auf Madeira, um die Identität der Opfer zu klären und den Verletzten beizustehen.

An Bord des Unglücksbusses auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira befanden sich am frühen Abend des 17. April 51 Gäste eines bestimmten Reiseveranstalters. Die Reisegruppe wollte zu einer Abendveranstaltung in die Hauptstadt Funchal aufbrechen.

Alle Opfer sind Deutsche

Wenige Sekunden nach dem Start passierte die Katastrophe. Der Bus mit mehr als 50 Insassen kam in der Gemeinde Caniço von der Straße ab, stürzte einen Hang hinab und prallte gegen ein Haus.

29 Menschen sind bei einem schweren Busunfall auf der Ferieninsel Madeira gestorben. Bei allen Toten handelt es sich um Deutsche, bestätigte das portugiesische Außenministerium zwei Tage nach dem Unglück.

27 weitere Menschen wurden verletzt. 15 von ihnen sind am Ostersamstag zur weiteren medizinischen Behandlung nach Deutschland geflogen worden. Die Brandenburgerinnen waren nicht darunter.

Untersuchungen gehen weiter

Die Untersuchungen und die Identifizierung der Opfer auf Madeira dauert offenbar noch an. In Linum bei Fehrbellin sind Spezialisten der Kriminalpolizei in die Wohnungen der beiden Opfer gegangen und haben DNA-Proben und Fingerabdrücke genommen.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik hat noch keine Angaben zu den Opfern aus Brandenburg gemacht.

Von Frank Bürstenbinder und Jürgen Lauterbach

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