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Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel trauert um Opfer
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel trauert um Opfer
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07:10 22.12.2016
Stadtchefin Dietlind Tiemann am Dienstag bei einer Schweigeminute auf dem Brandenburger Weihnachtsmarkt. Quelle: Stadtverwaltung
Brandenburg an der Havel

Unter den Opfern des Anschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend ist auch ein junger Mann aus Brandenburg an der Havel. Das bestätigte Brandenburgs Innenministerium am Nachmittag. Es handelt sich bei dem Toten um einen 32-Jährigen, teilte Innenminister Karl-Heinz-Schröter mit.

Bereits zuvor hatte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann einen Anruf von Ministerpräsident Dietmar Woidke erhalten, in dem ihr die schlechte Nachricht überbracht wurde. Während der Stadtverordnetenversammlung informierte Tiemann schließlich die Öffentlichkeit darüber, dass es ein Opfer aus der Havelstadt zu beklagen gibt.

Die Oberbürgermeisterin sagte: „Wir schweigen für die Opfer, aber nicht gegenüber den Tätern. Wir stehen für unsere Werte der Freiheit und Demokratie und werden uns unseren Lebensstil nicht von anderen diktieren lassen.“ Die Stadtverordneten gedachten dem Anschlagsopfer vor Beginn ihrer Sitzung mit einer Schweigeminute.

Schweigeminute für die Anschlagsopfer. Quelle: André Wirsing

Am Donnerstagabend, 18.30 Uhr, soll nahe des Weihnachtsmarktes in der Stadt, auf dem Vorplatz des ADAC-Kundencenters in der Steinstraße, eine Mahnwache stattfinden.

Innenminister Schröter: Toter war 32 Jahre alt

Am frühen Abend kam die offizielle Bestätigung des Innenministers: „Unter den bislang zwölf Todesopfern des mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlags in Berlin befinden sich nach derzeitigem Erkenntnisstand auch zwei Personen aus dem Bundesland Brandenburg. Dabei handelt es sich um einen 32-jährigen Mann aus Brandenburg an der Havel sowie eine 53-jährige Frau aus dem Landkreis Dahme-Spreewald“, teilte Schröter mit. Weiter informierte er die Öffentlichkeit darüber, dass ein 37-jähriger Mann aus Potsdam bei dem Anschlag verletzt wurde und sich zurzeit noch in stationärer Behandlung in einem Berliner Krankenhaus.

Brandenburger Polizei verstärkt Verkehrskontrollen

Die Brandenburger Polizei hat indes zur Unterstützung der bundesweiten Fahndung ihre Verkehrskontrollen verstärkt. Laut Innenministeriums-Sprecher Ingo Decker „treten die Beamten anders auf als sonst“, trügen Maschinenpistolen und Schutzwesten. Am Flughafen Schönefeld wurde der Polizeiposten ebenfalls verstärkt.

„Alle in Brandenburg gemeldeten „Gefährder“ aus der islamistischen Szene seien überprüft worden, sagte Polizeipräsidiumssprecher Mario Heinemann. Deren Zahl liege im „niedrigen zweistelligen Bereich“, so Heinemann. Mitte des Jahres hatten die Behörden 50 Islamisten in Brandenburg als gewaltbereit eingeschätzt. Die Gruppe der „Gefährder“ ist aber kleiner, da als solche nur Salafisten zählen, die man zu Anschlägen in der Lage hält.

In Abstimmung mit Bundespolizei und Zoll sind die Kontrollen an der Grenze verschärft worden, sagt Heinemann. Trotz der Alarmierung von rund 100 Bereitschaftspolizisten nach dem Berliner Anschlag haben die märkischen Behörden noch keine Urlaubssperre fürs Sicherheitspersonal verhängt.

Von Philip Rißling und André Wirsing

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