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Brandenburg/Havel Großer Hund beißt kleinen Hund – wer zahlt?
Lokales Brandenburg/Havel Großer Hund beißt kleinen Hund – wer zahlt?
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16:27 26.09.2019
Muntere Runde: Nicht immer geht es so harmonisch zu, wenn Hunde aufeinander treffen. Quelle: Boris Roessler /dpa
Brandenburg/H

So lieb ein Hund zu seinen Besitzern auch sein mag. Trifft er auf einen Artgenossen, kann sich das Wesen schlagartig ändern. Rivalität, Aggression, Bisse. Zwei Gassi gehende Paare machten diese Erfahrung, als sie sich mit ihren Hunden in Brandenburg/Havel über den Weg liefen.

Der Streit der beiden Hündinnen mündete in einen Rechtsstreit der Hundehalter und landete vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel. Gestritten wurde darüber, wer wie viel von den Tierarztkosten über knapp 500 Euro übernimmt.

Wer unangeleint ist, ist klar im Nachteil

Eines der beiden Paare ist am fraglichen Tag mit seinem Riesenschnauzer am Wasser hinter dem einstigen Real-Markt in der Alten Potsdamer Straße unterwegs. Die Hündin darf frei laufen, ist also nicht angeleint.

Oben auf der Böschung kommt ein anderes Hundehalter-Paar des Weges mit einer deutlich kleineren Mischlingshündin. Das große Tier erblickt das kleinere, stürmt die Böschung hinauf und packt sich die Rivalin.

Die Mischlingshündin trägt als Folge der Aufeinandertreffens eine Bissverletzung davon, die tierärztlich behandelt und in Rechnung gestellt wird.

Die Kosten eines Hundekampfes

Kommt es zu einem solchen Hundekampf, tragen beide Halter die Behandlungskosten des verletzten Tieres normalerweise zur Hälfte.

Diese hälftige Kostenteilung fand die Brandenburgerin mit dem Mischling allerdings nicht angemessen. Schließlich habe die Riesenschnauzer-Hündin zugebissen, daher solle deren Halterin auch die gesamten Tierarztkosten tragen.

Grundsätzlich kann ein solcher Anspruch bestehen, macht der Brandenburger Amtsrichter in seinem aktuell veröffentlichten Urteil deutlich. Dafür spricht im vorliegenden Fall, dass der angreifende, deutlich größere Riesenschnauzer unangeleint herumgelaufen ist.

Zeugen widersprechen einander

„Von einem Hund, der auf öffentlichen Straßen und Wegen mit relevantem Publikumsverkehr frei herum läuft, geht grundsätzlich eine weitaus größere Gefahr aus, als von einem Hund, der angeleint ist“, stellt der Richter fest.

Doch die Frage ist: Was war mit dem Mischling? War der angeleint? An dieser Stelle widersprechen sich die Partner der Hundehalterinnen. Der eine beteuert, der kleine Mischling sei an der Leine gewesen, von ihm sei also keine Gefahr ausgegangen. Der andere Begleiter sagt jedoch genau das Gegenteil aus.

Für den Richter ist nicht zu entscheiden, wer lügt und wer die Wahrheit sagt. Der Beweis, dass der Mischling tatsächlich an der Leine lief, wurde nicht erbracht.

Zwei Rüden und ein Weibchen

Daher bleibt es bei der 50:50-Kostenteilung, obwohl klar ist, dass die Riesenschnauzer-Hündin den Schaden verursacht hat und von den Haltern nicht mehr zu kontrollieren war. Doch, wie der Richter es in seinem Urteil ausdrückt: Am Geschehen war die Energie beider Hündinnen beteiligt.

Ganz anders ging ein anderer einseitiger Hundekampf ein paar Monate früher vor dem Brandenburger Amtsgericht aus. Auch in diesem Fall waren es keinesfalls von Grund auf aggressive Rüden, die wegen eines Weibchens aneinander gerieten.

Zwei Jäger trafen sich an einem Wochenende bei Treuenbrietzen zu Jagdhundeausbildung. Beide Jäger haben einen Deutsch-Drahthaar, der eine einen erwachsenen, geschlechtsreifen Rüden, der andere einen jungen Rüden, der noch in der Pubertät ist.

Weiberheld unterwirft sich

Beide Tiere sind angeleint und vorerst ganz friedlich. Doch dann kommt ein weiterer Jäger mit zwei Hündinnen hinzu. Der junge Rüde ist interessiert, er spielt und balzt mit der schönen Hündin.

Das gefällt dem Älteren überhaupt nicht. Er schaut sich das Ganze eine Weile an, doch dann wird er richtig sauer. Angeleint wie er ist, reißt er sich los und stürzt sich auf den frechen Kleinen.

Der junge Weiberheld unterwirft sich zwar sofort, wirft sich demütig vor dem stärkeren Rivalen auf den Boden. Doch das nutzt ihm nicht viel. Noch ehe die Jäger dazwischen gehen können, hat der Kleine schon eine offene Wunde.

Wesensfester Hund mit einem Fehler

Der Ältere hat kräftig zugebissen. Die Behandlungskosten des Tierarztes belaufen sich auf 3000 Euro.

Ein sachverständiger Hundepsychologe schätzt den Angreifer zwar ein als „gutartigen, wesensfesten Hund“.. Allerdings habe er einen Fehler: eine „vermutlich angeborene Unverträglichkeit mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen“.

Im konkreten Moment sei der Deutsch-Drahthaar-Rüde durch die Leinenführung verunsichert gewesen. Die Anwesenheit des jungen fremden Artgenossen habe seine Anspannung gesteigert.

Das 80-Prozent-Urteil

Der Brandenburger Richter rechnet Herrchen an, dass er wusste, wie aufgebracht bis aggressiv sein Hund auf männliche Artgenossen reagiert. Daher muss er 80 Prozent der Tierarztkosten übernehmen.

Eine wie in diesem Fall hohe Tierarztrechnung kann dem Richter zufolge durchaus angemessen sein. Er stellt die Höhe nicht nur dem Wert des Tieres gegenüber. Er argumentiert mit der Verantwortung für das Tier und dessen Interesse an einer Wiederherstellung seiner Gesundheit. Selbst dann, wenn die Kosten der Behandlung dem materiellen Wert des Hundes weit überschreiten.

Von Jürgen Lauterbach

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