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Brandenburg/Havel Großer Wendejahrmarkt im Industriemuseum
Lokales Brandenburg/Havel Großer Wendejahrmarkt im Industriemuseum
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18:20 29.09.2019
Heute nur noch ein Angelteich für die dicken Fische: Die riesigen Stahltröge wurden beim Wendejahrmarkt im Industriemuseum einer neuen Nutzung zugeführt. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

„Hereinspaziert zum großen Wendejahrmarkt!“ hieß es am Wochenende zwei Tage lang im Industriemuseum. Die zahlreichen Gäste erwarteten Tanz, Musik, eine Tombola, eine Wende-Revue, Seifenblasen, Theater, dicke Fische, Zuckerwatte, das Glücksrad, die Wahrsagerinnen, das Kasperletheater, Zaubertricks und jede Menge Attraktionen..

Eine Wenderevue und viele andere Attraktionen haben die Besucher in der alten Siemens-Martin-Ofenhalle am Wochenende in die Zeit vor 30 Jahren zurückversetzt.

Der Jahrmarkt der Sensationen war jedoch nicht allein eine Volksbelustigung, sondern auch bittere Abrechnung und Rückblick auf die Ereignisse der Wendezeit von vor 30 Jahren mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen, den Umwälzungen und Brüchen – für die kaum ein besserer Ort gefunden werden konnte als der Ofen des stillgelegten Stahlwerkes.

Was dort an Witz, Kreativität und bitterem Beigeschmack geboten wurde, ließ den Gast je nach Alter staunen oder erschrecken.

Während im vorderen Bereich die Bühne aufgebaut war und man dort kulinarisch gut versorgt wurde, zeigten sich die Produktionshalle und das Umfeld des Museumsofens mit einem ganz anderen Gesicht. An rund 30 Stationen konnte man sich selbst ausprobieren, basteln, spielen oder in die Vergangenheit und die Zukunft schauen.

Viel Arbeit investiert

Das Team um Daniela Klein und Katrin Werlich vom Kulturverein Päwesin hatte sich viel einfallen lassen und die alten Werkzeuge und Maschinen oder Ausstellungsgegenstände kurzerhand zu Spielgeräten oder Spielstätten umgebaut. „Gemeinsam mit dem Industriemuseum, der ,KG Iwan’ und vielen anderen Partner und Helfern haben wir das Projekt gestemmt und sind irre stolz darauf. So möchte ich lieb allen ein dickes Dankeschön sagen,“ so Klein.

Man kann kaum aufzählen, was alles geboten wurde. Der große blaue Stern, das Wappen des Stahlwerkes, wurde zum Glücksrad umgebaut. Mit den Probenlöffeln, mit denen die Stahlwerker ihre Proben aus dem kochenden Stahl holten, konnte man goldene Eier weiterreichen. Alte Autos waren zu bestaunen, Blicke in die Werkstätten und Labore möglich.

Man konnte aber auch einfach nur durch die einstige Produktionsstätte laufen und die Gewaltigkeit der Anlage auf sich wirken lassen. Außerdem gab es für jeden eine Stempelkarte, mit der man später ein Los der Tombola ziehen durfte.

Seitenhiebe auf Treuhand und „Investoren“

Am frühen Abend gab es dann noch eine „Wenderevue“. Begleitet von der Gruppe „Patchwork“ aus Brandenburg und aufgelockert durch den Auftritt der Tanzgruppe „Butterfly“ wurde ein Rückblick auf die hoffnungsvollen Erwartungen zur und kurz nach der Wende gewagt, Seitenhiebe auf Treuhand und „Investoren“ ausgeteilt und die Erinnerungen an die Ernüchterung und den Einzug in die Realität bis heute erzählt.

Für die Szenen hatte Daniela Klein in aus Gesprächen mit Brandenburgern aus den damaligen größeren Betrieben recherchiert. „Aber nicht nur das. Wir haben gut ein Jahr diesen Wendejahrmarkt vorbereitet und dabei haben uns insgesamt fast 100 Leute geholfen“, sagt Katrin Werlich.

Von Rüdiger Böhme

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