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Brandenburg/Havel Himmelsschaukel über dem Silokanal
Lokales Brandenburg/Havel Himmelsschaukel über dem Silokanal
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14:26 04.12.2019
Originelle Gestaltungsvorschläge für das Silokanal-Ufer waren erwünscht und sind nun in Plänen verarbeitet. Quelle: Stadtverwaltung
Brandenburg/H

Noch zieren Birken- und Ahornwäldchen, geschützte Möhren-Steinklee- sowie Landreitgras-Fluren, eine Menge wilder Hecken und ein vergessenes Bahngleis das südliche Ufer des Silokanals zwischen Hafenbahnbrücke und Brielower Brücke. Spätestens 2022 wird der knapp 1300 Meter lange Abschnitt komplett umgestaltet sein, im kommenden Sommer beginnen die Bauarbeiten.

Verbindung zu anderen Stadtteilen

Die Pläne für die etwa 1300 Meter lange Verbindung in Nord. Quelle: JACQUELINE STEINER

Etwa 2,5 Millionen Euro wird die Stadt in eine parkähnliche Landschaft mit 30.900 Quadratmetern Fläche stecken. Das meiste Geld kommt aus dem Stadtumbauprogramm von Bund und Land. Ein durchgehender Rad- und Gehweg soll eine Verbindung auf der einen Seite über den Gallberg zum Görden auf der anderen Seite über das Wohngebiet Nord und Marienberg zur Altstadt schaffen. Bleibt man auf dem Weg entlang des Ufers, gibt es auch eine Verbindung zur Dominsel über Am Beetzseeufer.

Verbindung von Altstadt zum Silokanal

Der so genannte Grünzug Nord soll eine Verbindung schaffen zwischen der Altstadt und dem Wohngebiet Nord bis zum Silokanal.

Der erste Bauabschnitt wurde von 2011 bis 2014 realisiert und umfasste den behindertengerechten Nordaufgang zum Marienberg und den Spielgarten an der Willi-Sänger-Straße.

Im zweiten Bauabschnitt von 2013 bis 2015 wurden die Freiherr-von-Thüngen-Straße begrünt sowie der Marktplatz und der Vorplatz des Bertolt-Brecht-Gymnasiums hergerichtet.

Der dritte Bauabschnitt von 2018 bis 2022 beinhaltet den Grünzug entlang des Silokanals zwischen der alten Hafenbahnbrücke und der Brielower Brücke.

Viele Ideen werden umgesetzt

Die Verwaltung hat bei den Nord-Bewohnern bereits im vergangenen Herbst Ideen eingesammelt und hat nun eine umfängliche Vorplanung vorgestellt, die schrittweise ab dem kommenden Jahr umgesetzt wird.

Umgesetzt werden von den Anwohnerwünschen natürlich die befestigten Wege, Sitzmöglichkeiten plus Beleuchtung, eine Vielzahl an Papierkörben. Es werden Fitness- und Spielgeräte entlang des Weges installiert, darunter ein Kinderspielplatz und auch zwei so genannte Himmelsschaukeln, die bis knapp ans Wasser heranreichen.

Breite und begrünte Zugänge

Es wird breite Zugänge aus dem Wohngebiet hin zu dem Uferweg geben, damit sich die Nordbewohner nicht immer um die bestehenden Garagen erst einen Weg bahnen müssen. Die Zugänge werden ebenfalls begrünt. Eine fast durchgehende freiwachsende Vogelschutzhecke, trennt den Uferpark-Bereich vom Wohngebiet optisch. Die Marina-Betreiber wollen eine größere Aussichtsplattform am Knick kurz hinter der Brielower Brücke anlegen. Auch soll der Weg etwas außerhalb vom Marina-Areal entlangführen, damit er künftig rund um die Uhr benutzbar ist.

Grillplatz ist zu gefährlich

Anwohner diskutieren die Entwürfe im Stadtteilforum Nord. Quelle: JACQUELINE STEINER

Es gibt auch Anwohnerwünsche, die derzeit (noch) nicht erfüllt werden können und sollen: So wurde die Idee von Gastronomie außerhalb der Marina verworfen, weil sich kein Betreiber findet, der so etwas wirtschaftlich anbieten kann. Auch wird es keinen Grillplatz geben, die Gefahr, dass dort mehr gezündelt als gegrillt wird, sei zu groß. Ebenfalls verwehrt bleibt den Nachbarn eine Zufahrt mit dem Auto direkt zum Uferweg.

„Wir werden hier weder eine Teletubbie-Landschaft noch eine Golfplatz-Anmutung schaffen, sondern wir arbeiten mit dem Vorhandenen und schaffen ein Stück Landschaft in der Stadt“, sagt der Potsdamer Landschaftsplaner Marcel Adam, der sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt hat. In der Stadt ist Adam kein Unbekannter, aktuell hat er die Pläne für die derzeitige Umgestaltung der Freiflächen an der Magnus-Hoffmann-Grundschule in Kirchmöser gemacht. Zur Bundesgartenschau hat er den Uferweg am Packhof geplant und auch die Mitmach-Buga sowie das Freiraum-Konzept der Stadt begleitet.

Beginn auf der Westseite

Stadtplanerin Birgit Hupe. Quelle: JACQUELINE STEINER

Begonnen wird mit dem Umsetzen der Maßnahmen im kommenden Jahr, angefangen wird an der alten Hafenbahnbrücke. Ein paar Nachbarn hatten sich zwar gewünscht, dass an der Brielower Brücke begonnen wird, doch dagegen steht ein großes Hindernis: Derzeit laufen intensive Sanierungsarbeiten auf dem Areal der einstigen Schmierfettfabrik, Bodenaustausch und -reinigung werden noch bis 2021 andauern. „Von den benötigten 2,5 Millionen Euro werden wir 2020 etwa eine Million zur Verfügung haben“, sagt Stadtplanerin Birgit Hupe. „Deshalb fangen wir erst einmal an und schauen, wie weit wir damit kommen. Wir werden auch nicht alles komplett verändern, deshalb lassen wir auch die vorhandenen Gleise im Boden. Wir inszenieren die vorhandene Landschaft neu.“

Von André Wirsing

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