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Brandenburg/Havel Hilfe in der Not: Wie eine Schulkrankenschwester Kinder unterstützt
Lokales Brandenburg/Havel Hilfe in der Not: Wie eine Schulkrankenschwester Kinder unterstützt
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10:40 30.12.2019
Schulkrankenschwester Bianca Mauß heitert Schülerin Lucie Wettstein mit einer Plüsch-Eule auf. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Kinder mit Ängsten, gesundheitlichen Problemen und Erste-Hilfe-Maßnahmen in medizinischen Notfällen gehören zur Arbeit von Bianca Mauß. Sie ist aktuell die einzige Schulkrankenschwester, die fünf Tage der Woche in der Havelstadt arbeitet.

Bianca Mauß ist Schulkrankenschwester an der Gebrüder-Grimm-Grundschule. Die MAZ hat die 46-Jährige bei ihrer Arbeit begleitet.

Notfall im Unterricht

Die 46-Jährige hilft Kindern an der Gebrüder-Grimm-Grundschule. Dabei erlebte sie, wie eine Schülerin während des Unterrichts einschläft und nicht mehr aufwacht. „Ich alarmierte sofort einen Notarzt und brachte das Mädchen in mein Arbeitszimmer, doch sie war bewusstlos“, sagt Bianca Mauß.

Jede Sekunde zählt, die gelernte Krankenschwester und der Mediziner stellen fest, dass die Bewusstlosigkeit und Schläfrigkeit Nebenwirkungen einer zu hohen Medikamentendosierung sind.

In Absprache mit den Eltern ändern Bianca Mauß und der Mediziner die Menge der täglich verordneten Arzneimittel. „Das war die bislang größte Herausforderung in meinem Beruf“, sagt die Schulkrankenschwester.

Hilfe für die Seele

Bianca Mauß verarztet nicht nur die Wunden der Schüler mit Pflastern. Sie unterstützt auch Kinder mit seelischen Belastungen, nimmt sie in den Arm, kennt ihre Impfungen, allergischen Reaktionen, liest ihnen aus Büchern vor und heitert sie auf.

Erste Hilfe durch Schulkrankenschwestern

Zwei Schulkrankenschwestern arbeiten aktuell in Brandenburg an der Havel. Neben Bianca Mauß ist Monika Krapf drei Tage pro Woche als Schulkrankenschwester in der Nicolai-Oberschule tätig. Die Frauen sind im Awo-Modellprojekt „Schulgesundheitsfachkräfte an öffentlichen Schulen im Land Brandenburg“ angestellt.

Das Gesamtbudget des Modellprojekts beträgt 1,4 Millionen Euro, dieses verteilt sich auf 18 Gesundheitsfachkräfte und 27 Modellschulen in neun Modellregionen im Land Brandenburg. Die aktuelle Projektphase endet am 31. Dezember 2020, eine Bewertung der Ergebnisse soll im Oktober 2020 erfolgen.

Zu den Gutachtern zählen dabei Pflegewissenschaftler der Berliner Charité, Mitarbeiter der Leuphana-Universität in Lüneburg, des Delmenhorster Instituts für Gesundheitsförderung und die Technische Hochschule Mittelhessen in Gießen.

Sie ermitteln unter anderem, ob die Zahl der erkrankten Kinder durch das Modellprojekt zurückgeht und welche Auswirkungen der Einsatz der Schulkrankenschwestern auf die Bildungschancen der Kinder hat. Danach wird entschieden, ob und wie das Modellprojekt fortgesetzt wird. In der Havelstadt starteten die ersten Gesundheitsfachkräfte im Februar 2017. Das Modellprojekt wurde erstmals im Oktober 2018 verlängert.

Die Schulkrankenschwester greift sich eine Plüsch-Eule und redet mit Schülerin Lucie Wettstein über ihren Alltag. „Wenn mal etwas drückt und ich schlecht drauf bin, gehe ich zu Frau Mauß und erzähle es ihr. Sie hat mir schon bei Kopf- und Bauschmerzen geholfen und kocht mir auch einen Tee“, sagt Wettstein. Das Krankenzimmer soll dabei ein geschützter Bereich sein, in dem die Schweigepflicht gilt.

Kindeswohlgefährdung überprüft

Bianca Mauß zeigt Grundschülern, wie sie einen Notruf absetzen und eine stabile Seitenlage funktioniert. Sie prüft, ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, achtet auf blaue Flecken, Kratzer, hört Grundschülern zu, die von ihrem Alltag und möglichen Verletzungen erzählen. Dabei arbeitet sie mit der Schulsozialarbeiterin, Lehrern und Ärzten.

Schulleiterin Birgit Schiller betont, wie wichtig das Modellprojekt für Eltern und Lehrer ist. „So haben die Pädagogen die Hände für den Unterricht frei“, sagt Schiller. Sie stellt fest, dass Lehrern im Berufsalltag wenig Zeit für kranke Kinder bleibt.

„Die Schulkrankenschwester ist für das Profil einer gesunden Schule, für die Akutversorgung und die Prävention wichtig“, sagt die Brandenburgerin. Sie würde Bianca Mauß gern langfristig an der Gebrüder-Grimm-Grundschule beschäftigen.

Schulleiterin lobt Projekt

Birgit Schiller arbeitete von 2011 bis 2014 an der Afnorth International School in den Niederlanden. Dort sei es eine Selbstverständlichkeit, die Schulkrankenschwestern zu rufen. „Es ist keine Frage, ob das Projekt auch hier sinnvoll ist. Das steht fest“, sagt Birgit Schiller der MAZ.

Koordinator Stefan Engelbrecht hofft, dass Schulkrankenschwester Bianca Mauß den Grundschülern in Hohenstücken lange helfen kann. „Ich will für die Kinder da sein und etwas Freude verschenken“ sagt die 46-Jährige. Das würde auch Drittklässlerin Fabienne Melina Schütz erfreuen. Sie sieht die Schulkrankenschwester an, klatscht sich mit ihr ab und lächelt.

Von André Großmann

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