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Brandenburg/Havel Hochschul-Aktion gegen Blutkrebs
Lokales Brandenburg/Havel Hochschul-Aktion gegen Blutkrebs
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19:13 19.01.2017
Mund auf - Stäbchen rein: Unternehmer Knut Strefling lässt sich bei der „Knochenmarkspende“ erfassen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Erwartungen übertroffen: Initiator Chriss Kühnl, Student und Mitglied des Allgemeinen Studierendenausschusses an der Technischen Hochschule Brandenburg, hatte mit 50 Spendern zum Aktionstag am Mittwoch gerechnet. Tatsächlich kamen 79 Menschen die sich von der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) als potenzielle Geber von Knochenmarkstammzellen bereit stellen.

„Der Anstoß für die Aktion kam aus der Hochschule, wir sind der Bitte natürlich gern gefolgt“, sagt Rebekka Baidanoum, Mitarbeiterin bei der DKMS-Spendergewinnung am Standort Berlin. „Das ist eine sehr gute Beteiligung, wir haben auch viel mit den potenziellen Spendern kommuniziert.“ Vor allem Fragen zum Ablauf einer möglichen Knochenmarkspende, zu den Fristen nach einer Benachrichtigung über eine mögliche Übereinstimmung von Merkmalen bei Empfänger und Spender habe es gegeben.

„Es geht erstmal nur darum, in die Datenbank der DKMS aufgenommen zu werden“, hatte Kühnl im Vorfeld gesagt. Weil jede Typisierung 40 Euro kostet, muss die DKMS das Geld selbst dafür aufbringen, das tut sie vor allem durch Spenden von Privatpersonen. Deshalb gab es am Mittwoch im Raum des Asta auch eine Box für Geldspenden, die zusätzlich quittiert wurden. Fast jeder Spender hat da auch Geld hinein getan.

Die meisten der Spenderwilligen wussten, worauf sie sich einließen, sie waren durchaus informiert. Zudem geht es bei der Erstregistrierung um das Ausfüllen von Formularen und zwei Wangenschleimhautabstriche. Den Spot „Mund auf, Stäbchen rein – Spender sein!“ kennt wohl mittlerweile halb Deutschland. Die DKMS registriert potenzielle Stammzellenspender, die Betroffenen im Ernstall das Leben retten können. Ihre Datenbank umfasst inzwischen über 6,7 Millionen mögliche Spender – darunter etwa 4,5 Millionen Deutsche – und ist damit die größte der Welt.

„Wir gehen sehr häufig in Universitäten, Schulen, Betriebe und Vereine. In der Regel kommen sie auf uns zu und sagen, dass sie den Ausbau der Spenderkartei unterstützen wollen. Dann koordinieren wir einen Termin“, sagt Rebekka Baidanoum. An der THB sei das Team zum ersten Mal gewesen. Hochschulsprecherin Heide Traemann verweist darauf, dass die Initiative dafür allein von Studenten und Asta ausgegangen sei. „Auf so viel Eigeninitiative unsere Studierenden sind wir natürlich stolz.“

Die DKMS gemeinnützige GmbH – so heißt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei nun offiziell – ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Tübingen. Haupttätigkeitsfeld ist es, durch Unterstützung von Knochenmarkspenden die Heilungschancen der an Leukämie und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems Erkrankten zu verbessern.

Den Anstoß zur Gründung der DKMS gab 1991 das Schicksal der leukämiekranken Ehefrau des Managers Peter Harf, Mechtild Harf, die eine Stammzelltransplantation benötigte. Ihr Ehemann und die beiden Töchter starteten verschiedene Aktionen, um einen passenden Spender zu finden. Peter Harf versprach seiner Frau, sich dafür einzusetzen, für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Stammzellspender zu finden, sie starb an den Folgen des Blutkrebses. Zu dieser Zeit gab es in ganz Deutschland nur etwa 3000 Freiwillige, die sich als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stellten und in Essen und Ulm registriert waren.

Auch wenn sich die DKMS die Vision gegeben hat, „Wir besiegen Blutkrebs“, ist das noch weit entfernt. Ein wichtiger Schritt war die Internationalisierung ab 2004 in den USA, Spanien, Polen sowie im Vereinigten Königreich. Spender sind immer willkommen.

Von André Wirsing

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