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Brandenburg/Havel Hoffnung für Leukämie-Kranke: Mehr als 1100 Brandenburger spenden für Nadine
Lokales Brandenburg/Havel Hoffnung für Leukämie-Kranke: Mehr als 1100 Brandenburger spenden für Nadine
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16:08 12.11.2018
Überwältigende Aktion: Über 1171 Brandenburger ließen sich im Domgymnasium für die DKMS registrieren. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Damit rechneten nicht einmal die Organisatoren der Spendenaktion: Bereits vor Beginn des Aktionstages „Nadine sucht Helden“ bildete sich am Samstagmorgen vor dem Evangelischen Gymnasium am Dom in Brandenburg an der Havel eine lange Schlange von Havelstädtern, die sich für die an Leukämie erkrankte Nadine in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen wollten. Insgesamt 1171 Menschen gaben eine Speichelprobe ab – ein beeindruckendes Zeichen der Unterstützung für eine junge Frau, die den Kampf gegen den Blutkrebs aufgenommen hat.

Alle Erwartungen übertroffen

„Anfangs hofften wir auf mindestens 200 Leute, doch nach zwei Stunden waren es schon 500 potentielle Spender“, sagt Nadine Dräger, Schwägerin der Erkrankten und Mitorganisatorin der Spendenaktion. „Es herrschte so ein großer Andrang, man wusste gar nicht wohin mit seinen Emotionen.“ Die 30-Jährige stand auch während des Aktionstages mit Nadine in Kontakt. „Ich schicke regelmäßig Fotos und versuche so, sie teilhaben zu lassen“, sagt Dräger. „Nadine ist berührt, dass so viele hinter ihr stehen.“

Mitte August stellte Nadines Hausarzt den Blutkrebs fest, nachdem sie zuvor schleichend immer kränker geworden sei. „Die Nachricht der Leukämieerkrankung kam so schnell“, erinnert sich die Schwägerin. „Nadine blieb jedoch stark und hat sich sofort einen Plan gemacht und Dinge für den Krankenhausaufenthalt eingekauft.“ Die ganze Familie halte zusammen, man unterstützt sich gegenseitig in dieser schweren Zeit. „Auf gewisse Weise schweißt diese Krankheit eine Familie zusammen“, so Dräger. „Wir sind alle positiv eingestellt, schließlich ist es Nadine auch.“

Nadine will kämpfen

Momentan befindet sich Nadine im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, dort erholt sie sich gerade von ihrer dritten Chemotherapie. Ihre Lage sei stabil. „Nadine rafft sich auf und geht viel in den Krankenhaushof um in Bewegung zu bleiben“, sagt Dräger. „Sie hat eine Menge Kampfgeist.“ Gerade auch in Hinblick auf ihre Tochter, die Nadine unbedingt aufwachsen sehen will. Die Hoffnung ist groß, und es gibt allen Grund dazu: sowohl in Polen als auch in Tschechien konnten bereits potentielle Spender gefunden werden. Genauere Bluttests müssen jetzt zeigen, ob sie für die lebensrettende Stammzellenspende in Frage kommen.

Die große Hilfsbereitschaft der Brandenburger zeigte sich jedoch nicht nur bei der Typisierung, auch die bereitgestellten Spendenboxen füllten sich schnell. Zudem ging der Erlös eines Kuchenbasars, aus dem Verkauf von Erbsensuppe aus der Gulaschkanone der Freiwilligen Feuerwehr sowie von belegten Brötchen, Smoothies und Fingerfood des Pachamama-Ladens an die DKMS. Über 10.000 Euro konnten so am Ende des Tages übergeben werden. Da die Auswertung jeder Spende der DKMS 35 Euro kostet, ist die Stiftung auf dieses Geld dringend angewiesen.

Eine Stadt drückt die Daumen

„Ich bin von der Spendenaktion total begeistert“, sagt Sabine Baum. Die Brandenburgerin hatte am Vortag von der Typisierungsaktion für Nadine erfahren. „Ich hatte schon lange vorgehabt zu spenden, dieser Aufruf war der letzte Schubser.“ Über das unkomplizierte Prozedere zeigten sich viele Freiwillige erstaunt. „Meine Tochter hatte den Flyer zu diesem Aktionstag aus der Schule mitgebracht“, sagt Christiane Schmidt.

Die Brandenburgerin gab ebenfalls eine Speichelprobe ab. „Es ist schön, wie viele Leute erschienen sind“, so Schmidt. „Man könnte meinen, die ganze Stadt sei hier“. Und wir alle drücken die Daumen, dass Nadine geholfen werden kann.

Von Tobias Wagner

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