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Brandenburg/Havel Update II: Hund buddelt Panzermine frei – Erfolgreich gesprengt!
Lokales Brandenburg/Havel

Hund buddelt Panzermine in Brandenburg frei

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20:51 24.04.2021
Die Panzermine wird gesprengt.
Die Panzermine wird gesprengt. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/Havel

Kurz vor 20 Uhr war es soweit. Ein kurzer aber lauter Knall ist zwischen THB und Zanderstraße zu hören. Dann kann Sprengmeister Steffen Seliger vom Munitionsbergungsdienst Entwarnung geben. Die am Sonnabendnachmittag entdeckte Panzermine ist per Funk mit einem zusätzlichen Sprengsatz erfolgreich zur Explosion gebracht worden. Es besteht keine Gefahr mehr. Es gab keine Schäden Der Verkehr auf dem Zentrumsring wurde wieder freigegeben. Rund 150 THB-Studenten konnten zurück in ihr Wohnheim.

In dem kleinen Waldstück zwischen THB und Zanderstraße hat am Samstag ein Hund eine vermutlich russische Panzerabwehrmine freigebuddelt. Die Polizei sicherte die Umgebung. Quelle: Rüdiger Böhme

Was bisher geschah: Nach einer ersten Begutachtung durch den Munitionsbergungsdienst wurde schnell klar, dass es sich nicht um eine Übungsmine handelt. Bei der gefundenen Panzermine fehlten die Merkmale einer Übungsmine. Außerdem gab es eine vorgespannte Zündeinrichtung, die einen Transport unmöglich machte. Deshalb musste die Mine vor Ort gesprengt werden. Dazu wurde der Zentrumsring von Einmündung Spittastraße bis Einmündung Vereinsstraße für den Verkehr gesperrt. „Wohngebäude müssen nicht geräumt werden. Aber das Studentenwohnheim müssen alle Personen verlassen“, sagte Dienstgruppenleiter Andreas Friedrich der MAZ vor der Sprengung.

Die gefundene Mine musste vor Ort gesprengt werden. Dafür mussten etwa 150 Studenten der THB ihr Wohnheim verlassen. Quelle: Rüdiger Böhme

Beim Gassi gehen hatte am Sonnabendnachmittag ein Hund einen explosiven Fund gemacht. Auf der brachliegenden Grünfläche zwischen Technischer Hochschule und Zanderstraße buddelte der Vierbeiner im Sand und stieß auf Metall – kreisrund wie ein Teller und olivgrün. Eine Mine! Dann ging alles ganz schnell. Der Hundehalter alarmierte die Polizei. Der Fundort wurde weiträumig abgesperrt.

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Die Polizei sichert die Fundstelle. Quelle: Rüdiger Böhme

Ein Weltkriegsfund ist es sehr wahrscheinlich nicht. Inzwischen steht fest, dass es sich um eine Panzerabwehrmine russischer Bauart (TM 62) handelt. Diese war in den Warschauer-Pakt-Armeen weit verbreitet. Ob diese aus der Zeit der bis 1994 existierenden sowjetischen Pionier-Kaserne stammt, ist aktuell ungewiss, aber nicht unwahrscheinlich.

Die Fundstelle auf dem Grünstreifen zwischen THB und Zanderstraße. Quelle: Rüdiger Böhme

Nicht ausgeschlossen war am Anfang, dass es sich um eine Übungsmine handelt, wie sie immer wieder mal auf ehemaligen Kasernengeländen gefunden werden. Doch auch Übungsminen können einen kleinen Sprengsatz enthalten, der einem Menschen die Hand abreißen kann. Zunächst hatten Meldungen vom angeblichen Fund einer Weltkriegsbombe in der Wilhelm-Weitling-Straße für Aufregung im Quartier gesorgt. Diese Nachricht bestätigte sich nicht.

Von Rüdiger Böhme und Frank Bürstenbinder