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Brandenburg/Havel Im Video: So lief die Sprengung der Brücke 20. Jahrestag in Brandenburg an der Havel
Lokales Brandenburg/Havel

Im Video: So lief die Sprengung der Brücke 20. Jahrestag in Brandenburg an der Havel

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15:27 19.05.2021
Die Brücke 20. Jahrestag in Brandenburg ist Geschichte.
Die Brücke 20. Jahrestag in Brandenburg ist Geschichte. Quelle: Stephan Boden
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Brandenburg/H

Am heutigen Mittwoch um Punkt 10 Uhr ist sie gefallen: Die Brücke 20. Jahrestag in Brandenburg an der Havel ist Geschichte. Die MAZ begleitete die Sprengung auf allen Kanälen: Im Video ist zu sehen, wie das Bauwerk in sich zusammensackt. Die Ereignisse des Morgens zum Nachlesen gibt es zudem hier im Liveticker.

Alle relevanten Infos zur Brückensprengung am Mittwoch

Um 10 Uhr soll die Sprengung der Stützen erfolgen. Das Bauwerk fliegt bei der Explosion nicht spektakulär meterhoch in die Luft, es wird durch viele kleine Detonationen so geschwächt, dass es in sich zusammensackt und auf das vorbereitete Fallbett prallt. Dennoch ist eine Menge Sprengstoff erforderlich, um die fast 200 Meter lange Brücke einzulegen.

326 Löcher wurden mit Sprengstoff beladen. Sie sind in 1,35 Meter Tiefe mit jeweils 600 oder 750 Gramm Riodin, einem gelatinösen Sprengstoff, bestückt. Insgesamt kommen etwa 300 Kilo Sprengstoff zum Einsatz. Außerdem wurden rund 440 Meter Zündleitung verlegt.

Der Sperrkreis

Die Sperrzone von allen sich dort aufhaltenden Personen bis 9 Uhr am Mittwoch zu verlassen. Der Sperrbereich umfasst ein Gebiet, dessen Außengrenzen wie folgt festgelegt sind:

Norden: Spittastraße in Richtung Zanderstraße/Fontanestraße auf Höhe Einmündung Spittastraße. Das Passieren der neuen Spittastraße aus Richtung Genthin oder Rathenow kommend ist bis etwa 9.40 Uhr möglich. Der Knotenpunkt Zanderstraße/Fontanestraße wird an der Einmündung Spittastraße und hinter der Einmündung Handwerkerhof etwa 15 Minuten vor der Sprengung für jeglichen passierenden Verkehr gesperrt. Ab etwa 9.30 Uhr erfolgt eine temporäre Sperrung des Knotenpunktes Spittastraße/August-Sonntag-Straße, so dass der Zu- und Abfluss des Verkehrs vor der Sprengung gewährleistet sind.

Rot markiert ist der Sperrkreis rings um die Brückensperrung, gelb markiert sind kurzzeitige Sperrungen. Quelle: Stadtverwaltung

Osten: Magdeburger Straße bis Gebäude Magdeburger Straße 24. Die Einfahrten zu dem Grundstück Magdeburger Straße 20-24 und in den Behördenkomplex Magdeburger Straße 45-49 bleiben frei. Die Gebäude Magdeburger Straße 24 und 45 sind nicht von der Sperrzone erfasst.

Süden: Zanderstraße, kurz hinter der Einmündung Zufahrt zur Technischen Hochschule und dem Behördenkomplex in westlicher Ausrichtung über die Bahnanlagen, in einer Linie in Richtung Friedhof Altstadt. Der Knoten Zanderstraße/Zufahrt zur Technischen Hochschule und dem Behördenkomplex wird etwa 15 Minuten vor Sprengung temporär gesperrt.

Westen: Magdeburger Landstraße, Höhe Ende Einsteinstraße; folgend in nördlicher Richtung der westlichen Grundstückskante in Richtung Kindertagesstätte, Magdeburger Landstraße ½.

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Fallbett aus Vließ und Sand

Das Fallbett besteht aus einem Vließ und Sand, der auf dem Vließ verteilt wird. Es nimmt die Brückenteile auf, die nach der Sprengung der Brückenpfeiler zu Boden gehen. Zunächst wird die Brücke zu Fall gebracht und dann zerbrechen. Bei diesem Verfahren soll verhindert werden, dass sich Teile der Brücke unkontrolliert im Umfeld verteilen und die Schienen und Straße beschädigen.

Bahnstrecke bleibt nach Sprengung gesperrt

Nach der Sprengung beginnt die Beräumung des Geländes. Dafür werden die Bahnstrecke bis Donnerstag, 27. Mai, und die B 102 bis voraussichtlich Montag, 31. Mai, gesperrt. Anschließend ist geplant, die Widerlager zurückzubauen. Sie bilden den Übergang von der Brückenkonstruktion zu dem jeweiligen Erddamm bzw. der dort aufliegenden Fahrbahnen. Außerdem werden die Fundamente und Stützwände der Brücke entfernt.

Großräumige Umleitungen – und viel Stau

Für den Zeitraum der Straßensperrungen wird der Verkehr großräumig umgeleitet. Die Strecken sind ausgeschildert. Die Ostdeutsche Eisenbahn Gesellschaft (ODEG) hat für die Verbindung RB 51 nach Rathenow zwischen Brandenburg an der Havel und Pritzerbe einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Informationen dazu gibt es hier.

Die Gesamtkosten für die Vorbereitung, die Sprengung und die Beräumung liegen bei ungefähr 850.000 Euro aus Mitteln des Bundes und der Stadt Brandenburg.

Von Philip Rißling