Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Immer mehr Schulabgänger ohne Abschluss
Lokales Brandenburg/Havel Immer mehr Schulabgänger ohne Abschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:25 24.03.2018
Wenn ein Schüler keine Lust mehr auf Unterricht hat, wird das zu einem ernsthaften Problem. Bleibt er der Schule fern, wird es ein riesiges Problem. Quelle: dpa-Zentralbild
Lehnin

Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist in Potsdam-Mittelmark binnen zwei Jahren um 30 Prozent gestiegen. Das teilte Ralph Kotsch, Sprecher des brandenburgischen Bildungsministeriums, auf MAZ-Anfrage mit. Waren es 2013 genau 62 Jugendliche, teilten dieses Schicksal zwei Jahre später schon 81 Schulabgänger im Landkreis.

Häufig beginnt der Teufelskreislauf des Schulversagens mit Schulschwänzen. Die Noten, meist schon vorher mau, werden noch mieser. „Wer viel fehlt, kriegt natürlich keine guten Noten.“ Das sagt Dirk Lenius, Leiter der Gesamtschule Lehnin. Rund drei bis fünf Jugendliche der jetzigen Gesamtschule, vormals Oberschule Lehnin fallen pro Schuljahr als Schwänzer auf. Etwa ein bis zwei Schüler verlassen nach Angaben Lenius’ pro Schuljahr die Bildungsstätte ohne Schulabschluss.

Die zweite Chance im berufsvorbereitendem Jahr

Meist gehen sie in ein berufsvorbereitendes Jahr, um dort doch noch irgendwie mit mehr Praxisbezug den Hauptschulabschluss zu schaffen. Einen steigenden Trend an seiner Schule sieht Lenius nicht: „Ich bin seit zehn Jahren hier Schulleiter und die Zahlen sind immer gleichbleibend.“

Landesweit sind zumindest die Prozentzahlen, bezogen auf die Schulabbrecher, ebenfalls stabil. Seit 1996 sind es etwa acht Prozent eines Jahrgangs , die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Doch auch seit 2013 steigen die absoluten Zahlen im Land. Waren es 1432 Schüler in 2013 wuchs ihre Zahl auf 1556 im Jahr 2015. Das entspricht einem Anstieg um neun Prozent. Damit ist der Kreistrend überproportional angestiegen zum Landestrend.

Die meisten Schwänzer gibt es an Oberschulen

Landesweit sind 2015 genau 1556 Schüler ohne jeden Abschluss geblieben. Das sind acht Prozent des Jahrgangs.

Bundesweit liegt der Anteil der Schüler ohne Abschluss nach Angaben des brandenburgischen Bildungsministeriums bei sechs Prozent, in Berlin bei 11 Prozent. In Ostdeutschland ist er höher als in Westdeutschland.

Schulverweigerungsprojekte existieren schon seit Jahren. Das „Projekt Schule/ Jugendhilfe 2020“ richtet sich an Schulverweigerer der 7. bis 9. Klassen mit Lerngruppen an landesweit 28 Ober- und Gesamtschulen.

Die meisten Schwänzer gibt es nach Angaben von Frank Quella vom Staatlichem Schulamt Brandenburg an Oberschulen.

Nicht alle diese Jugendlichen vermasselten sich durch Fehlen den Abschluss, sondern auch durch mangelnde Leistungen. Landesweit werde die Zahl der Schulschwänzer nicht erfasst, so Kotsch. Wie Frank Quella, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamtes Brandenburg, sagte, hat seine Behörde einmalig die so genannten Schulversäumnisanzeigen erfasst. Das Ergebnis: Im Schuljahr 2015 / 2016 zeigten die Schulen im Landkreis Potsdam-Mittelmark, 24 Schulversäumnisse an. Es handelte sich in allen Fällen um Langzeitschwänzer in den Klassen sieben bis zehn.

Den Eltern droht ein saftiges Zwangsgeld

Damit ein Schulschwänzer in diese Kategorie des Schulhandelns kommt, muss er mindestens zehn Mal dem Unterricht unentschuldigt fern geblieben sein. Gegen die Eltern der betroffenen Schüler ist Quella zufolge in zwei Fällen ein Verfahren vor dem Amtsgericht angestrengt worden. Ein Elternpaar erhielt die gerichtliche Auflage, für den Schulbesuch ihres Kindes zu sorgen oder wenigstens ein Projekt gegen Schulschwänzen, sonst wird ein Bußgeld fällig. Ein Verfahren wurde eingestellt. Der betroffene Jugendliche besucht mittlerweile ein Schulverweigerungsprojekt.

Meist sind die Gründe „null Bock auf Schule“, sagt Lenius, dass die Jugendlichen am Lehniner Busbahnhof oder sonst wo rumhängen. Manchmal bleiben sie einzelnen Unterrichtsstunden fern, manchmal ganzen Schultagen. „Dann beginnen die Erziehungsmaßnahmen“, berichtet Lenius. Die Klassenlehrer schreiben Briefe an die Eltern, um diese über die Fehlzeiten zu informieren. Folgt kein Umdenken beim Schüler, flattert den Eltern ein Brief des Schulleiters ins Haus. Hilft auch das nicht, informiert die Schule das Staatliche Schulamt und das Jugendamt. Der Schulrat bittet den Jugendlichen mit seinen Eltern zum Gespräch, es gibt ein Protokoll. Der Behördenapparat beginnt zu laufen. Schwänzt der Jugendliche trotzdem weiter, folgt ein Zwangsgeld. Das liegt laut Landes-Schulgesetz bei bis zu 2500 Euro.

Von Marion von Imhoff

Nach Roskow ist auch die Gemeinde Beetzsee gegen einen Kreiswechsel ins Havelland. Die Kommunalpolitiker verabschiedeten einstimmig eine entsprechende Stellungnahme. Jetzt fehlen noch Beetzseeheide, Päwesin und Havelsee. Im März will sich der Kreistag eine Meinung zur Kreisgebietsreform des Landes bilden.

26.01.2017

Die Brandenburger dürften wohl nachhaltig abgeschreckt werden, künftig von ihrem legitimen Petitionsrecht Gebrauch zu machen. So haben es die Stadtverordneten in den vergangenen sechs Monaten nicht vermocht, abschließend mit einer Petition des Packhofstraßen-Anwohners Markus Ulbrich umzugehen. Selbst in der SVV am Mittwochabend gab es erbitterten Streit.

25.01.2017

Niemand will der Besitzer sein. Nach dem rätselhaften Brand einer Stretch-Limousine auf der A 2 hat sich kein Halter oder Fahrer bei der Polizei gemeldet. Am Wrack wurde vergeblich nach einer Identifikationsnummer gesucht. Nun erhofft sich die Brandenburger Kripo Hilfe von britischen Behörden.

26.01.2017