In Brandenburg/Havel verunglücken viermal mehr Radfahrer als Fußgänger
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Brandenburg/Havel In Brandenburg an der Havel verunglücken viermal mehr Radfahrer als Fußgänger
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In Brandenburg/Havel verunglücken viermal mehr Radfahrer als Fußgänger

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10:57 18.03.2021
Jeden zweiten bis dritten Tag verunglückt in Brandenburg an der Havel ein Radfahrer. Dieses Archivfoto entstand allerdings nicht in der Stadt.
Jeden zweiten bis dritten Tag verunglückt in Brandenburg an der Havel ein Radfahrer. Dieses Archivfoto entstand allerdings nicht in der Stadt. Quelle: Roland Halkasch
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Brandenburg/H

Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle in Brandenburg an der Havel ist im vergangenen Jahr zwar gesunken. Doch insgesamt zeigt die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für die Stadt im Jahr 2020 nicht nur positive Entwicklungen.

Die 2133 im vergangenen Jahr registrierten Verkehrsunfälle bedeuten im Vergleich zu 2019 einen Rückgang um sechs Prozent.

300 Frauen und Männer verletzt

Allerdings ist die Zahl der bei Unfällen verletzten Menschen gleichzeitig auf fast 300 gestiegen. Schwer verletzt wurden, wie im Jahr zuvor, etwa 50 Frauen und Männer.

An der häufigsten Unfallursache ändert sich über die Jahre wenig. Nach den polizeilichen Daten ist der häufigste Grund für einen Zusammenstoß mangelnder Abstand zueinander. Immerhin aber ist dieser Unfallgrund von 384 auf 240 Fälle im Jahr 2020 gesunken.

Voll gesperrt war die Kreuzung Brielower Straße und Gerostraße wegen eines schweren Unfalls am 18. Mai 2020. Quelle: Rüdiger Böhme

Missachtete Vorfahrt ist die zweithäufigste Ursache, aus der es scheppert, und führt zu fast ebenso vielen Verletzten wie der nicht eingehaltene Abstand zwischen Verkehrsteilnehmern. Bei fast jedem zweiten der 43 Unfälle in Brandenburg an der Havel, bei denen Alkohol eine Rolle spielte, wurden Menschen verletzt.

Wildunfälle haben im vergangenen Jahr auf Brandenburgs Straßen um 18 Prozent zugenommen. 157 Mal mussten sich Autofahrer mit Wildschweinen, Rehen und anderen Wildtieren im Straßenverkehr auseinandersetzen.

Weniger Kinder verunglückt

Eine gute Nachricht der polizeilichen Unfallstatistik ist, dass im vergangenen Jahr weniger Kinder als vorher verunglückt sind. Es waren 34. Zum Glück ist in den vergangenen beiden Jahren kein Kind im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Rückläufig ist mit knapp 600 auch die Zahl von Menschen über 65, die im vergangenen Jahr an einem Verkehrsunfall beteiligt waren. 45 Senioren wurden verletzt, einer starb.

Senioren als Unfallverursacher

Leider haben die älteren Bürger die Unfälle, an denen sie beteiligt war, in den weitaus meisten Fällen selbst verursacht – zumindest aus polizeilicher Sicht. Anders bei Radfahrern, meist keine Schuld an den Unfällen haben, an denen sie beteiligt sind.

An jedem zweiten bis dritten Tag verunglückt ein Radler oder eine Radfahrerin auf den Straßen der Stadt und wird dabei verletzt. Die Polizei registrierte 2020 eine gestiegene Zahl von Radunfällen und Verletzten. In Brandenburg an der Havel verunglücken etwa viermal so viele Radfahrer wie Fußgänger.

Von Jürgen Lauterbach