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Brandenburg/Havel Für gleiche Chancen: Inklusionsteam kümmert sich um alle Schüler
Lokales Brandenburg/Havel Für gleiche Chancen: Inklusionsteam kümmert sich um alle Schüler
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19:20 24.05.2018
Barbara Jechow (l.) und Kathrin Kazmierczak leiten das Inklusionsteam des von-Saldern-Gymnasiums.
Barbara Jechow (l.) und Kathrin Kazmierczak leiten das Inklusionsteam des von-Saldern-Gymnasiums. Quelle: Christine Lummert
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Brandenburg/H

Wenn die Lehrerinnen Barbara Jechow und Kathrin Kazmierczak ihre Tätigkeit im Inklusionsteam des von-Saldern-Gymnasiums beschreiben sollen, greifen sie gerne zu erklärenden Sprachbildern. Von verschieden schwer gepackten Rucksäcken, mit denen sich Kinder rumplagen müssen, ist zum Beispiel die Rede.

Oder noch klarer. „Wenn im Sportunterricht der 100-Meter-Lauf auf dem Programm steht, wird das einem Rollstuhlfahrer nicht abverlangt werden“, kommt Barbara Jechow, die seit 33 Jahren auch als stellvertretende Schulleiterin arbeitet, auf den Punkt. „Das soll aber nicht heißen, dass bestimmte geforderte Leistungen einfach unter den Tisch fallen“, erklärt Kathrin Kazmierczak.

Die fachlichen Anforderungen sind für alle Schüler gleich

Je nach Einschränkung des Schülers werde nach Alternativen gesucht. Offiziell heißt das dann Nachteilsausgleich. „Unsere Schüler sind alle auf dem Weg zum Abitur, und da können wir im Fachlichen keine Abstriche machen“, sagt Jechow. Nur an der Methode, wie die jeweils geforderte Leistung erbracht wird, könne nachjustiert werden. Etwas mehr Zeit beim Schreiben einer Klausur oder anders formulierte Fragen seien zum Beispiel möglich.

Seit fast zwei Jahren existiert das Inklusionsteam am von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg an der Havel offiziell und kümmert sich zurzeit um die Bedürfnisse von 31 Jugendlichen, die mit ganz verschiedenen Einschränkungen umgehen müssen. Darunter sind Seh- und Hörschädigungen, chronische Krankheiten, Beeinträchtigungen im ADHS-Spektrum, Legasthenie und Dyskalkulie sowie Asperger-Autismus.

Das Inklusionsteam bündelt alle Bemühungen

„Schüler mit Einschränkungen gab es natürlich schon in den vorangegangenen Jahren an unserer Schule und diese wurden ebenfalls unterstützt“, erklärt Jechow. Es habe sich aber als hilfreich herausgestellt, mit einem Inklusionsteam die Bemühungen zu bündeln. „Wir treffen uns einmal in der Woche, auch mit weiteren Kollegen und arbeiten individuelle Hilfepläne aus“, sagt Kazmierczak.

Das Ziel für alle betroffenen Schüler sei eine zweigleisige Fahrt zum Abitur. Die Defizite, aber auch die besonderen Fähigkeiten jedes Schülers sollen gefördert werden. „Es ist gut für das Selbstbewusstsein, sich nicht nur auf die Schwächen zu fokussieren“, sind sich beide Lehrerinnen einig.

Die Tür zum Büro des Inklusionsteams steht aber allen Saldern-Schülern offen. Jechow und Kazmierczak haben eine Mediationsausbildung absolviert und kümmern sich auch als Streitschlichter um Probleme.

Für das vielfältige Engagement gab es eine Nominierung zum Brandenburgischen Lehrerpreis. Er wird an diesem Donnerstag in Potsdam verliehen.

Von Christine Lummert

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