Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel JVA-Leiter vor Wechsel ins Justizministerium
Lokales Brandenburg/Havel JVA-Leiter vor Wechsel ins Justizministerium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 22.03.2014
JVA-Chef Hermann Wachter. Quelle: Heike Schulz
Brandenburg an der Havel

Falls es dabei bleibt und der Justizminister Helmuth Markov (Linke) Hermann Wachter (56) an der Spitze der JVA Brandenburg ablösen lässt, endet eine Ära in der Justizgeschichte der Stadt Brandenburg. Der gebürtige Freiburger stand in den vergangenen zwölf Jahren zwar wiederholt unter Druck und gelegentlich im Fokus vermeintlicher oder tatsächlicher Skandale. Doch unterm Strich habe er die Anstalt „sehr ruhig geführt“, heißt es aus der Belegschaft. Ausbrüche aus dem geschlossenen Vollzug gab es in seiner Zeit nicht.

Nach MAZ-Informationen sieht der Minister der Linkspartei den Brandenburger Gefängnisleiter gleichwohl für einen Wechsel ins Potsdamer Ministerium vor. Auch wenn die Personalie politisch pikant ist und brisant werden könnte, weil Wachter aktives Parteimitglied des großen Koalitionspartners SPD ist, liegt die Entscheidungshoheit allein beim Justizminister. Er muss lediglich eine Begründung finden. Eine solche Begründung gab Markovs Haus am Freitag nicht, Sprecherin Maria Strauß mochte sich zu der Personalangelegenheit „grundsätzlich nicht äußern“. Personalrochaden hatte es in der Ministerialbürokratie noch unter Markovs Vorgänger Schöneburg gehäuft gegeben (siehe unten). Vorläufiger Höhepunkt war dabei der Rücktritt Schöneburgs im vergangenen Dezember.

Als Hermann Wachter am 1. Mai 2002 seinen Posten in der JVA Brandenburg antrat, gab ihm der damalige Justizminister Kurt Schelter (CSU) mit auf den Weg: „Herr Wachter, jeder Tag kann Ihnen Überraschungen bringen.“ Tatsächlich blieben Wachters Brandenburger Jahre nicht frei davon. Drei gravierende Erschütterungen waren 2004 und 2013 zu vermelden. Mitte Juni 2004 unter Ministerin Barbara Richstein (CDU) war die Brandenburger Haftanstalt wegen angeblicher Prügeltrupps in die Schlagzeilen geraten. Erst knapp acht Monate nach seiner Amtsentbindung kehrte der Gefängnischef entlastet zurück an die Spitze der JVA.

Kritik mussten das Ministerium und Wachter sich im vergangenen Sommer gefallen lassen, weil der in Brandenburg inhaftierte Rechtsextremist Horst Mahler einen Computer nutzen durfte, auf dem er prompt eine Hetzschrift verfasste und verbreitete. Das Ministerium strengte ein Disziplinarverfahren gegen Wachter an. Der Handykontakt zweier in Brandenburg einsitzender Sexualverbrecher zu ihrem früheren Anwalt, dem seinerzeiten Justizminister Volkmar Schöneburg, führte im Dezember 2013 zu dessen Rücktritt.

Auf der Habenseite Wachters stehen die zwischenfallfreien Um- und Neubauarbeiten innerhalb der Gefängnismauern bei laufendem Betrieb. Unter seiner Ägide wurden Stationsküchen und Stationstelefonate eingeführt. Er leitete ein Gesundheitsmanagement ein, schaffte eine Übergangssporthalle und öffnete die Anstalt nach außen, zum Beispiel mit Konzerten im Gefängnis. Wachter schaffte die großen Essensäle ab, die untergebutterte Gefangene mitunter mit leerem Magen verlassen mussten. An die Stelle trat die Haftraumspeisung, jeder Gefangene bekommt seither sein Essen. 

PERSONALROCHADEN UNTER DEN LINKEN

  • Reichlich Bewegung gibt es zuletzt in Brandenburgs Justizministerium. Im Herbst tauschten Umweltministerin Anita Tack und der seinerzeitige Justizminister Schöneburg (beide Linke) zwei Abteilungsleiter: Oberstaatsanwältin Susanne Hoffmann wechselte ins Umweltressort, nachdem sie zuvor den erfahrenen Abteilungsleiter Strafvollzug, Manfred Koldehoff, hatte beerben müssen, der sich seither um die Justizverwaltung kümmern muss.
  • Als starker Mann im Umweltministerium wechselte Ralf Andrä zur Justiz. Er übernahm die Zuständigkeit für den Strafvollzug. Nun soll auf der untergeordneten Referatsebene Petra Wellnitz die JVA Brandenburg übernehmen und dieser in ein Justizreferat gehen.

Von Jürgen Lauterbach

Brandenburg/Havel Leiter der JVA Brandenburg wird versetzt - eine Strafaktion? - JVA-Chef muss seinen Stuhl räumen

Der Sturz von Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) über eine Häftlingsaffäre hat nun offenbar ein personelles Nachspiel. Nach MAZ-Informationen will Schöneburgs Nachfolger Helmuth Markov (Linke) den Leiter der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel, Hermann Wachter, absetzen.

21.03.2014
Brandenburg/Havel Zusatz für Orteingangsschild von Brandenburg an der Havel - Chur- und Hauptstadt soll aufs Namensschild

Dietlind Tiemann will ihn schon lange, Dirk Stieger erst seit kurzem - den Namenszusatz auf dem Ortseingangsschild: "Chur- und Hauptstadt Brandenburg an der Havel". Doch soll nicht über Urheberrechte für Ideen gestritten, sondern ein Bekenntnis zur stolzen Stadt abgegeben werden. Es waren auch schon andere Zusatzbezeichnungen im Gespräch.

21.03.2014
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel: Vorbereitungen für großen Videodreh laufen - Erste "Happy"-Szenen im Kasten

Bei strahlendem Sonnenschein starteten am Donnerstag die Dreharbeiten zum Brandenburger „Happy“-Video am Pfaffe-Kai und in der Schmuckwerkstatt. Beim großen Dreh am Samstag, zu dem alle Brandenburger eingeladen sind, wird auch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann das Tanzbein schwingen.

21.03.2014