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Brandenburg/Havel Jeder vierte Brandenburger führt einen Rechtsstreit
Lokales Brandenburg/Havel Jeder vierte Brandenburger führt einen Rechtsstreit
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10:03 25.11.2019
Scheidungen und Trennungen gehören zu den häufigsten Gründen, aus den Menschen sich in einen Rechtsstreit begeben. Quelle: iStockphoto
Brandenburg/H

Die Streitlust der Brandenburger liegt im bundesdeutschen Mittelfeld. Das sagt der sogenannte „Streitatlas 2019“ aus den „Advocard“, die Rechtsschutzversicherung der Generali-Gruppe in Deutschland, in dieser Woche veröffentlicht hat.

Nach den vorliegenden Daten, die auf 390.000 ausgewerteten Streitfällen des Jahres 2018 Bezug nehmen, sind im vergangenen Jahr in Brandenburg/Havel auf 100 Einwohner 25,6 Streitfälle gekommen.

Durchschnittlich war den Angaben den Angaben der Versicherung zufolge 2018 mehr als jeder vierte Einwohner Brandenburgs in einen Rechtsstreit verwickelt.

Das ist verglichen mit anderen Städten und Landkreisen in Deutschland weder besonders viel noch besonders wenig. In statistisch gesehen friedfertigen Regionen zählt die Versicherung nur 13 Streitfälle pro 100 Einwohner.

Dagegen gibt es streithanselige Landkreise wie das Havelland, in dem jeder dritte Bürger über Rechtsfragen streitet. Auch Potsdam-Mittelmark liegt mit 28,8 Streitfällen pro 100 Einwohner auf der bundesweiten Fieberkurve oberhalb von Brandenburg/Havel.

Männer sind streitlustiger

In der Stadt leben wie praktisch überall mehr Streithähne als Streithennen. Knapp 60 Prozent der streitenden Brandenburger sind männlich. In vielen anderen Regionen ist der Anteil auf Krawall gebürsteter Männer noch höher. Im Havelland liegt er bei zwei Dritteln.

Worum wird in Brandenburg/Havel gestritten? In einem Drittel der Fälle geht es um private Dinge. Familienangelegenheiten wie Scheidung und Trennung zum Beispiel, Erbsachen, Reisemängel, Darlehensmängel, Hundebisse und Abo-Fallen.

Auf solche Konflikte im Privat- und Strafrecht entfallen rund 33,2 Prozent aller Streitfälle in der Stadt. Als zweithäufigste Streitursache macht die Versicherung in Brandenburg/Havel Ärger rund ums Auto aus.

Zu schnell gefahren – Autofahrer wehrt sich

An erster Stelle sind das Geschwindigkeitsüberschreitungen, gefolgt von Verkehrsunfällen und Mängeln beim Autokauf – der Dieselskandal macht sich da bemerkbar.

Gelegentlich geht es auch um Rotlichtverstöße und Trunkenheitsfahrten. Jeder vierte Rechtsstreit in der Stadt dreht sich um solche Fälle rund um Verkehr und Mobilität.

Etwa jeder fünfte Streit in der Stadt dreht sich um die Arbeit. Der Generali-Versicherungsgruppe zufolge geht es zu einem hohen Anteil um Vergütungsfragen, gefolgt von strittigen Kündigungen, Arbeitszeugnissen und Abmahnungen. Auch der Urlaub wird gelegentlich zum Streitgegenstand.

Nachbarschaftsstreit an der Spitze

Das Thema Wohnen und Mieten spielt mit einem Anteil von knapp 13 Prozent aller Streitfälle ebenfalls eine beträchtliche Rolle in der Stadt. Spitzenreiter in dieser Rubrik sind Nachbarschaftsstreit, gefolgt von Konflikten wegen Betriebskosten, Wohnungskündigungen und Mietmängel.

Mit Behörden und der Verwaltung streitet der Brandenburger nicht so gern, aber mit einem Anteil von 12,8 Prozent doch durchschnittlich häufiger als seine Landsleute in anderen Regionen Deutschland.

Am wenigsten streitlustig sind junge und alte Brandenburger – diejenigen unter 25 und über 66 Jahren. In 95 Prozent der Rechtsstreitigkeiten sind Brandenburger zwischen 26 und 65 Jahren beteiligt.

Langer Atem notwendig

Der Streitwert ist in Brandenburg/Havel überwiegend nicht so hoch. Zu zweit Dritteln liegt er unter 2000 Euro. Immerhin geht es in fast jedem zwölfte Rechtsstreit in der Stadt um Summen zwischen 10 000 und 50 000 Euro.

Wer sich streitet, sollte einen langen Atem mitbringen. Jede dritte Auseinandersetzung in der Stadt dauert zwischen ein und zwei Jahren. Hinzu kommt einer von zehn Rechtsstreitigkeiten, die sogar nach mehr als zwei Jahren noch nicht geklärt sind.

Von Jürgen Lauterbach

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