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Brandenburg/Havel Jobcenter rüttelt am Selbstbild geflüchteter Frauen in Brandenburg/Havel
Lokales Brandenburg/Havel Jobcenter rüttelt am Selbstbild geflüchteter Frauen in Brandenburg/Havel
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13:52 29.11.2019
Aus Sicht von Jobcenter-Chef Michael Glaser müssen auch die Frauen aus Flüchtlingsfamilien eine Chance auf Arbeit bekommen. Quelle: Jacqueline Steiner
Brandenburg/Havel

Eine zunehmend bedeutende Aufgabe sieht Michael Glaser auf das Jobcenter in Brandenburg/Havel zukommen. Denn die Behörde ist auch zuständig für Ausländerfamilien, die in der Stadt leben.

Das Jobcenter betreut aktuell 576 erwerbsfähige Menschen, die am Ende ihrer Flucht nach Brandenburg/Havel gekommen waren. Die genannte Zahl sinkt inzwischen, es sind inzwischen 50 weniger als vor einem Jahr.

Nicht nur Männer sind arbeitslos

Vordergründig im Fokus als Arbeit suchend stehen oft die Männer dieser Familien, die überwiegend aus Asylherkunftsländern Eritrea, Irak, Iran, Islamische Republik, Nigeria, Pakistan, Somalia, Syrien und Arabische Republik kommen.

Das Jobcenter will nach Glasers Angaben verstärkt auch die Frauen die Familien in den Arbeitsmarkt integrieren. Der Geschäftsführer weiß, dass dies keine leichte Aufgabe ist.

Denn Frauen aus diesen Ländern sehen das Berufsleben nach den bisherigen Erfahrungen überwiegend nicht als eine Chance für sich. Einerseits wollen die Männer aus diesen Ländern in vielen Fällen, dass die Frauen zu Hause bleiben.

Chancen am Arbeitsmarkt aufzeigen

Aber, wie Glaser erklärt, entspricht es ebenso wenig dem Selbstbild der Frauen, arbeiten zu gehen. Sie sehen sich selbst als diejenigen, die die Kinder erziehen und daher auch kein Deutsch lernen müssen.

Viele der Flüchtlingsfamilien geben ihren Nachwuchs daher auch nicht in die Kita. In ihren Familien lernen die kleinen Jungen und Mädchen dann von klein auf, das hergebrachte Rollenverständnis.

Das Jobcenter will mit seinen Möglichkeiten an dem beschriebenen Selbstbild rütteln und den arbeitslosen Frauen dieser Familien Chancen aufzeigen, am Arbeitsleben und damit auch an der deutschen Gesellschaft stärker teilzunehmen.

Solche Gespräche hat es schon gegeben. Die Frauen werden dann in der Regel von ihren Männern ins Jobcenter begleitet.

Von Jürgen Lauterbach

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