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Brandenburg/Havel Junge Mittelmärker auf der Grünen Woche
Lokales Brandenburg/Havel Junge Mittelmärker auf der Grünen Woche
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19:00 19.01.2016
Anna Nicolai (links) informiert sich auf der Grünen Woche über Bienen und Honig. Quelle: Andreas Koska
Mittelmark

Als Woitke auf Woidke trifft, traut sich die Dippmannsdorfer Lehrerin Ramona Woitke nicht, den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke auf die beinahe Namensgleichheit anzusprechen. Sie stehen auf der Bühne in der Brandenburghalle, um die Gewinner des Preisausschreibens der Aktion „Landaktiv“ zu ermitteln.

Die Schüler aus Dippmannsdorf halten die Lostrommel, der Ministerpräsident, Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (beide SPD) sowie die brandenburgische Erntekönigin Anne Schubart spielen Glücksfee und ziehen die drei Hauptgewinner – am Montag auf der Grünen Woche in Berlin. Die Hauptpreise gehen in den Elbe-Elster-Kreis, nach Oberhaval und in die Ostprignitz. Die Luckenberger-Schule aus Brandenburg/Havel und die Geschwister-Scholl-Schule aus Bad Belzig gewinnen ein „Gesundes Frühstück“, die in der Lostrommel liegen. Insgesamt haben sich 82 Schulen aus ganz Brandenburg an dem Wettbewerb beteiligt.

Marvin Gleißner vom Verband deutscher Mühlen erklärt den Schülern die unterschiedlichen Mehlsorten. Quelle: Koska

Ramona Woitke begleitet an diesem Tag mit ihrer Kollegin Uta Uttermark und zwei Eltern die 5. Klasse der Kleinen Grundschule Dippmannsdorf auf dem Ausflug zur Grünen Woche. Einige der 17 Schüler kennen diese Messe bereits, für die beiden Lehrerinnen ist eine Premiere.

Nach dem aufregendem Beginn gehen die Dippmannsdorfer auf Erkundungstour. Die zehnjährige Anna Nicolai interessiert sich für große Technik, ein Fendt-Traktor hat es ihr angetan. Sie nutzt die erste Gelegenheit, hinter den Lenker zu steigen. Andere finden die Tierhalle besonders spannend. „Ich konnte sogar Kühe streicheln“, freut sich Conor Schirner. Der Elfjährige stammt aus Ragösen, hat aber jetzt zum ersten Mal ein Rind berührt.

Mittelmarks Altlandrat Lothar Koch (rechts) mit seinem Sohn Ronald und dessen Mitarbeiterin. Quelle: Koska

Diese Attraktionen und die vor allem in der Brandenburg-Halle herrschende Enge machen es der kleinen Gruppe unmöglich, alle Stände wahrzunehmen. Ob das Domstiftsgut Mötzow oder die kleine Marmeladenmanufaktur „Schwabecker Gold“ aus dem gleichnamigen Treuenbrietzener Ortsteil bleiben für die Kleinen unentdeckt. Am Stand des Landkreises Potsdam-Mittelmark harrt Steffi Marquard von der Wirtschaftsförderung aus. „Ich bin drei Tage hier und finde, dass das Interesse groß ist“, sagt sie.

Am Brandenburg-Tag am Montag präsentiert Norbert Eggenstein seinen „Old Sandhill“-Whisky, der nach dem Bad Belziger Stadtteil Sandberg benannt ist. „Wir verkaufen ihn erst seit Dezember 2015, wir haben jetzt das Angebot des Kreises genutzt und lassen unsere edlen Tropfen kosten.“ Eggenstein ist seinem ersten Auftritt in dieser Sache zufrieden. Die Popularitätssteigerung der regionalen Produkte ist das Ziel des Landkreises. „Wir haben hier jeden Tag eine andere kleine Firma“, erläutert Steffi Marquard.

Brandenburg-Tag am Montag

Nur einige Stände weiter trifft man auf den Altlandrat Lothar Koch. „Bauernhof Koch – seit 1753“ ist auf seiner weinroten Weste zu lesen. „Es ist der Betrieb meines Sohnes, ich helfe in dieser Woche aus“, erläutert der Politiker im Ruhestand. Dass der Bauernhof im Löwenberger Land und nicht in Potsdam-Mittelmark liegt, ist ihm in diesem speziellen Fall nicht wichtig. „Für uns ist klar, dass eine Teilnahme erforderlich ist, um mit dem Bauernhof samt Café, Pension und Hofladen Erfolg haben zu können“, sagt Koch.

Helmut Kautz wirbt für die „Titanen der Rennbahn“. Quelle: Koska

In der Tierhalle ein für die Kinder schon gewohntes Bild. Mitten in der Arena steht eine Postkutsche der „Titanen“ aus Brück. Am Stand der Gebrüder Haseloff ist – wie seit Jahren – der Brücker Pfarrer Helmut Kautz als Werbemotor tätig und verteilt fleißig Faltblätter für das sommerliche Großereignis. „Es macht mir Spaß und ich komme mit Menschen ins Gespräch“, begründet er seine etwas ungewöhnliche Tätigkeit.

Inzwischen sind die Schüler am Erlebnisbauernhof in der Halle 3.2. angelangt. Hier erwartet sie eine Führung. „Es gibt zwei Touren, eine „Ackerbauroute“ und eine „Tierroute“. Bei „Ackerbau“ wird den Kindern der Weg von der Bodenvorbereitung über Aussaat bis zum Mehl und Brot erläutert. Die „Tierroute“ führt die Schüler zu Themen wie Transport, Kälber und Milch, Schweinehaltung und Fleischer, erklärt Caroline Meyer von der Albrecht-Thaer-Schule aus dem niedersächsischen Celle.

Führung durch die Hallen

Die junge Frau absolviert dort eine Ausbildung zur Betriebsleiterin in Haus- und Landwirtschaft und führt mit ihren Mitschülerinnen Kinder durch die Halle. Lutmar Müller findet es einfach „cool“. „Die Kühe haben sogar meine Hände abgeleckt“, freut sich der Fünftklässler aus Dippmannsdorf.

Stadtführerin Christine Steffen informiert am Stand der Stadt Brandenburg. Quelle: Koska

Der Abenteuerspielplatz „Erlebnisbauernhof“ fesselt die Schüler über die Führung hinaus. „Ich werde im kommenden Jahr sicher vorbeikommen und mir in Ruhe alles anschauen“, meint Schulleiterin Woitke am Ende der Tour. Ihr hatten es besonders die vielen Trachten in den unterschiedlichen Hallen angetan.

Von Andreas Koska

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