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Brandenburg/Havel Kabarett: Lothar Bölcks Humor trifft
Lokales Brandenburg/Havel Kabarett: Lothar Bölcks Humor trifft
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13:02 27.10.2019
Kabarettist Lothar Bölck sorgte für Lacher ohne Ende. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Freitagabend. Fontane Klub, gelber Salon. „Ich freue mich, dass ich heute hier sein muss“, sagt der Mann, als er die Bühne betritt. Er wirkt bescheiden. Was für ein Irrtum. Sofort mault er das Publikum an, weil ihm der Applaus zu dürftig ist. Na, das kann ja heiter werden. Und das wurde es.

Jeder Satz von Lothar Bölck, dem selbst ernannten Pförtner im Kanzleramt, ist ein Knaller. Er ist Wortjongleur und Pointenkacker: „Die Nahles ist die Stradivari unter den Arschgeigen“. Rumms! Spitzfindig ist er und umwerfend komisch.

„Einen guten Roten erkennt man am Abgang!“ Und wer käme schon auf die Idee, die Brüste von Nahles als „Überhangmandate“ zu bezeichnen. Bölck natürlich.

Jede Pointe sitzt

„Wenn die Fetzen oben sind, dann sind die Lumpen drin“, erklärt er dem Publikum die Bedeutung der gehissten Fahnen vor dem Kanzleramt. Und entschuldigt sich sofort: „Fahnen sind keine Fetzen.“

Jede Pointe sitzt, und zwar Satz für Satz. „Die Mutter aller Probleme sind die Flüchtlinge“, sagt Seehofer. „Die Mutter aller Probleme ist die Mutter von Seehofer“, sagt Bölck. Und plädiert dafür, Flüchtlinge in Villenvierteln unterzubringen.

Immerhin hätten sich dort die Großaktionäre verschanzt, „die am Ausbluten, Ausplündern und Ausbeuten der Herkunftsländer der Flüchtlinge sich nicht nur dumm verdient haben, sondern sogar dämlich.“

Bölcks Zauberlehrling

Scheinbar nichts ist Bölck heilig. Nicht einmal Goethes „Zauberlehrling“, den hat er umgedichtet: „Lalle, lalle, leere Worte, dass am Orte Wortbrei fließe und im vollen Redeschwalle übers Volk sich hin ergieße.“ Und Merkel hat er als Regierungserklärung läppische Schlagertitel in den Mund gelegt.

Das Publikum kommt mit dem Lachen kaum hinterher. Lachmuskelkater ist garantiert. „Wo gehen Sie denn jetzt hin?“, fragt Bölck eine Zuschauerin, die mitten im Programm in der ersten Reihe aufsteht und rausgehen will. Die Frau wird rot, weiß nicht, was sie sagen soll. Ob draußen ihr Führungsoffizier auf sie wartet, hakt Bölck nach.

Die Frau flüchtet. Tja, wer einen Auftritt von Lothar Bölck besucht, der sollte verblüffungsfest sein.

Fette Kinder

„Iss deinen Teller leer, dann scheint morgen die Sonne“, so lautet ein oft gehörter Satz in der Erziehung. Ob schon mal jemand über die Konsequenzen davon nachgedacht hat, fragt Bölck: „Erderwärmung und fette Kinder.“

Bölck sinniert eingehend über den technischen Fortschritt. „Hätte Kolumbus schon ein Navi gehabt, dann hätte er Indien gefunden und Amerika wäre nie entdeckt worden.“ Was wäre uns da alles erspart geblieben. Im Unterricht kann auf das Smartphone kaum noch verzichtet werden. Eine Wissenslücke heißt heute „Funkloch“, erklärt der Kabarettist.

Abschiedstournee

Kaum zu glauben, dass der MDR Bölcks Sendung „Kanzleramt – Pforte D“ einstellen will. Das letzte Mal ist er am 23. November um 22.20 Uhr auf Sendung.

Zur Zeit befindet sich der Kabarettist auf Abschiedstournee. Sie soll bis 2020/2021 dauern, sagt er. Das Programm werde aber immer wieder aktualisiert, sodass man sie zweimal besuchen könne.

Von Ann Brünink

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