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Brandenburg/Havel Kampf um die Zigaretten-Jobs
Lokales Brandenburg/Havel Kampf um die Zigaretten-Jobs
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16:50 23.02.2015
Mohawk ist die Hausmarke der Rietzer Zigarettenfabrik. Quelle: F. Bürstenbinder
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Brandenburg an der Havel

Die meisten Mitarbeiter klagen gegen ihre Kündigungen, die die GRE-Geschäftsführung vor wenigen Wochen ausgesprochen haben. Etwa 30 Kündigungsschutzklagen sind inzwischen am Brandenburger Arbeitsgericht anhängig. Allein Rechtsanwalt Simon Daniel Schmedes vertritt mehr als ein Dutzend Arbeitnehmer.

Seine ersten sieben Mandanten waren am Montag an der Reihe. Die Güteverhandlung war relativ schnell zu Ende, weil der Rechtsanwalt des Unternehmens, Jens Seidel, aus prozessstrategischen Gründen erst einmal nur recht wenig dazu sagte, warum dringende betriebliche Gründe die Entlassungen notwendig machen.

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Seidel sprach immerhin von 11,5 Millionen Euro bilanziellem Verlust im vergangenen Jahr. Zwei Großabnehmer seien abgesprungen. Namen nannte er nicht, aber Prokurist Bernard Johnston hatte der MAZ zuvor schon berichtet, dass der Discounter Aldi die Zigaretten aus Rietz ausgelistet habe.

Arbeitnehmer-Anwalt Schmedes erkennt derzeit keine dringenden betrieblichen Gründe, die die Kündigungen rechtfertigen würden. Er zweifelt auch an, dass das Unternehmen eine Sozialauswahl getroffen hat, die den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Unternehmensanwalt Seidel deutete dagegen an, dass sehr wohl eine Sozialauswahl nach Betriebszugehörigkeit und Alter stattgefunden habe. Er sagte auch, dass für die gekündigten Arbeitnehmer nun Prozessarbeitsverhältnisse bestünden. Somit werden sie bis zum rechtskräftigen Abschluss aller Instanzen weiter beschäftigt. Damit geht das Unternehmen dem Risiko aus dem Weg, im Falle einer Niederlage vor Gericht Löhne für nicht geleistete Arbeit nachzahlen zu müssen.

Bis Mitte April hat die Arbeitgeberseite nun Zeit, darzulegen, warum die betriebsbedingten Kündigungen rechtens sind. Der Kammertermin in den am Montag verhandelten sieben Fällen ist für den 11.Juni vorgesehen. Dann soll auch der aus Kanada stammende Prokurist Bernard Johnston kommen.  In einzelnen Fällen haben Mitarbeiter ihre Kündigung gegen Zahlung einer Abfindung akzeptiert.

GRE ist ein Unternehmen im Besitz der Mohawk-Indianer. Der deutsche Ableger nahm 2006 die Produktion im Gewerbegebiet Rietz (Kloster Lehnin) auf. Neben der Hausmarke Mohawk werden weitere Zigarettenlabel und andere Tabakprodukte hergestellt.

Von Jürgen Lauterbach

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