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Brandenburg/Havel Zwei lange Leben – ein Geheimnis
Lokales Brandenburg/Havel Zwei lange Leben – ein Geheimnis
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10:20 26.04.2018
Katharina Weiß und Gertrud Behrend feiern ihren 103. Geburtstag. Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/Havel

103 Jahre alt zu werden, das ist auch heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Diese Lebensspanne bedeutet ein Leben voller Auf und Ab, Entbehrungen, aber auch viel Zeit für die schönen Dinge. Am heutigen Donnerstag feiern gleich zwei Damen dieses beachtenswerte Jubiläum in Brandenburg an der Havel. So unterschiedlich die Lebenswege auch waren – das Geheimnis für ein langes Leben ist bei beiden das selbe.

Katharina Weiß, geboren am 26. April 1915, schaut gerne zurück. „Ich habe wirklich eine ganze Menge mitgemacht“, sagt die rüstige Rentnerin, die im Seniorenzentrum „Clara Zetkin“ auf dem Görden lebt. „Trotz meines Alters geht es mir gut.“ Nur Hören könne sie nicht mehr so gut wie früher. In der Nähe von Bad Kreuznach im Rheinland geboren, zog ist Katharina Weiß nach der Verlobung mit ihrem Mann Herrmann in die Havelstadt gezogen.

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Gertrud Behrend, geboren am 26. April 1915 im Rheinland, lebt in der Neuendorfer Straße. Quelle: Tobias Wagner

Eine schöne Wohnung auf dem Görden

Im Stahl- und Walzwerk fand Weiß eine Stelle als Köchin. „Es war eine schöne Arbeit“, erinnert sich die Jubilarin. Das Paar bezog eine Wohnung auf dem Görden. Hier haben sie auch ihre beiden Töchter groß gezogen. In Brandenburg hat es Katharina Weiß immer gefallen. „Wir hatten immer Essen und Trinken.“.Das sei in bestimmten Zeiten nicht für jeden selbstverständlich gewesen.

Im April 1936 gab sich das junge Paar dann das Ja-Wort im Brandenburger Standesamt. „Mein Mann war vor der Heirat kein Tänzer“, schmunzelt Weiß. „Erst nach der Hochzeit habe ich es ihm beigebracht.“ Sie schaut auf ein solides Leben zurück. Neben einem Glas Wein ab und an sei vor allem Tanzen das Geheimnis ihres stolzen Alters.

Katharina Weiß, geboren am 26. April 1915, lebt im Seniorenzentrum „Clara Zetkin“ in Brandenburg an der Havel. Quelle: Tobias Wagner

Viel Tanzen gegangen ist auch Gertrud Behrend. Sie war die erste Bewohnerin des Pflegeheims Renafan in der Neuendorfer Straße und feiert ebenfalls ihr 103. Jubiläum. Aus Guben stammend, zog Behrend vor dem Krieg mit dem Ehemann Max nach Brandenburg an der Havel. Hier fand ihr Gatte eine Stelle in den Arado-Flugzeugwerken. Die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 forderten allerdings eine ganze Menge ab von der jungen Frau.

Nicht nur der Ehemann, sondern auch ihr Bruder kehrten nicht von der Front zurück. „Ich war schon immer ein Stehaufmännchen“, sagt Behrend. Das Leben voller Entbehrungen habe sie stark gemacht.

Eine große Portion Glück gehabt

1950 heiratete sie ihren zweiten Ehemann. Auch er hieß Max. „Ich habe mit beiden Männern eine große Portion Glück gehabt“, betont die Rentnerin.

Tanzen sei zwar heutzutage nicht mehr möglich, aber viel Bewegung hält Behrend weiterhin fit. Zweimal in der Woche nimmt sie an einem Kraft-Balance-Training teil. Keine Einheit werde ausgelassen. „Allerdings ist Kegeln mittlerweile zu meiner Schwäche geworden“, gesteht die im Herzen junggebliebene Frau.

Von Tobias Wagner