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Brandenburg/Havel Brawag-Chef: Keine höheren Wasserpreise
Lokales Brandenburg/Havel Brawag-Chef: Keine höheren Wasserpreise
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18:03 28.10.2019
Uwe Müller ist Geschäftsführer des Wasserversorgers Brawag. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Brawag gibt ihr im Boden nahe der Brandenburger Niederhavel feststeckendes neues Rohr nach mehreren Zwischenfällen komplett auf. Die 500 Meter lange Leitung sollte bis zu 25 Meter tief unter der Plane vom Fähranleger zum Bahnübergang Schmöllner Weg führen.

MAZ: War der Verlust der Leitung Pech oder Unvermögen beim Planen und Ausführen?

Uwe Müller: Es ist einfach nur Pech gewesen. Bei der Frage, für wen, muss man differenzieren. Baugrundrisiken gehen immer zu Lasten des Bauherrn, das sind wir. Handelt es sich beispielsweise um einen Gesteinsbrocken, der in den mit Bentonit gefüllten Bohrkanal nachträglich gefallen ist, würden wir wohl für den Schaden aufkommen müssen. Wir sind aber der Meinung, dass die Reparatur des Rohrschadens, der beim ersten Einzugsversuch sichtbar wurde, und die dadurch entstandene Wartezeit zu einem Einbruch von Erdreich in den Rohrkanal geführt hat. In diesem Falle müsste die Bohrfirma für den entstandenen Schaden aufkommen.

Da steht nun Meinung gegen Meinung.

Ja, deshalb werden wohl beide Seiten Gutachter bemühen, welche die Ursache feststellen sollen. Wir sind der Überzeugung, die Reparaturzeit des Rohrschadens ist schuld.

Das Rohr steht nun nicht zur Verfügung für die wichtigste Brawag-Leitung der Stadt zwischen dem Wasserwerk Mahlenzien und dem Hochbehälter auf dem Marienberg. Was bedeutet das für die Versorgungssicherheit?

Brawag Düker an der Plane Quelle: JACQUELINE STEINER

Da gibt es vorerst überhaupt kein Problem. Wir haben hier gemäß einer Prioritätenliste eine erkannte Schwachstelle zu beseitigen versucht. Die Trasse führt durch sumpfiges Gebiet und liegt auf einer Torflinse. Ein Wegsacken der Leitung halten wir aus physikalischen Gründen für äußerst unwahrscheinlich. Wir wissen aber wenig über den Stand der Korrosion bei einem 1967 verlegten Stahlrohr. Das kann auch noch zehn oder 20 Jahre halten. Doch wir wollen aus Gründen der Versorgungssicherheit unseren Risikoplan abarbeiten.

Die vorab geschätzten Kosten für ein erfolgreiches Einbauen und Anbinden ans Netz lagen bei 1,5 Millionen Euro. Wie hoch ist nun der Schaden?

Die Kosten für das vergebliche Bohren und das verlorene Material bewegen sich grob gerechnet um die 800.000 Euro. Die Baufirma hat aber einen Auftrag, den sie erfüllen muss; sonst würde sie sich schadensersatzpflichtig machen.

Angenommen, die Brawag muss die Rechnung begleichen – wie wirkt sich das aus, beispielsweise auf die Wasserpreise?

Ich kann nur versichern – egal wie es ausgeht - hat es keinen Einfluss auf die Wasserpreise. Wenn, dann wäre höchstens unser Betriebsergebnis, also der Gewinn, davon tangiert..

Es ist von einer Wiederholung auf einer anderen Trasse die Rede. Nochmal durch den Sumpf?

Ja, wohl einige Meter daneben. Wir müssen da durch, um das neue Rohr in unser Netz einbinden zu können. Wenn alles gut und schnell geht, dann könnte das sogar noch in diesem Jahr passieren. Mir wäre am liebsten, die Frage der Verschuldung erst nach Fertigstellung der neuen Leitung zu klären. Das würde allen Parteien erheblichen Ärger ersparen.

Von André Wirsing

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