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Brandenburg/Havel Kleingärtner haben nur die Tropfen auf dem heißen Stein
Lokales Brandenburg/Havel Kleingärtner haben nur die Tropfen auf dem heißen Stein
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11:16 26.06.2019
Wasser ist Mangelware bei den Kleingärtnern in der Kolonie Bergfrieden. Das war schon im Sommer 2016 so, als dieses Bild entstand. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die große Hitze und Trockenheit treffen alle Kleingärtner, kaum aber so stark wie die Mitglieder des Kleingartenvereins Bergfrieden in Kirchmöser. Sie liegen auf dem Trockenen, haben fast kein Wasser.

Wiederholt hat die MAZ über die Kolonie rund um das Vereinslokal Radieschenbar am Ende der Schulstraße berichtet. Denn ihre Wasserration ist aus Umweltschutzgründen streng kontingentiert.

Lesen Sie mehr dazu hier. Erstmals berichtete die MAZ 2016 über das Problem, hier der Bericht.

Altlastenproblem

Die Sparte hat keinen Trinkwasseranschluss. Daher müssen die Gartenfreunde aus Kirchmöser Grundwasser zum Gießen aus einem Brunnen fördern, einer sogenannten Uferfiltrat-Anlage. Das Problem: Der Einzugsbereich dieser Grundwasserförderung liegt im Einzugsgebiet von Altlasten.

Die Förderung von Grundwasser ist daher nur unter strengen Auflagen und Bedingungen erlaubt. Die zuständige Untere Wasserschutzbehörde hat die erlaubte Menge auf 8000 Kubikmeter pro Jahr festgelegt. Zu wenig, wenn es heiß und trocken wird.

Die Trockenheit hat einen Namen: Bergfrieden Kirchmöser Quelle: Carsten Eichmüller

„Mein Rasen ist schon kein Rasen mehr“, berichtet der Vereinsvorsitzende Holger Wahrmann. So wie ihm geht es den meisten Hobbygärtnern der Sparte. Die Regenwassertonnen, die im Moment natürlich nicht gefüllt sind, fassen gerade einmal etwa 300 Liter.

Wahrmann: „Die sind, wenn die Behälter mal voll sind, ruckzuck aufgebraucht.“ Keine Lösung also, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die genehmigten 8000 Kubikmeter Grundwasser schweben wie ein Damoklesschwert über der Kleingartenkolonie. Im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder die Menge deutlich überschritten und prompt ein Bußgeld über gut 7000 Euro aufgebrummt bekommen.

Bußgeldverfahren ruht

Ob sie den hohen Betrag komplett, teilweise oder gar nicht bezahlen müssen, darüber ist noch nicht entschieden. Vorerst ruht das Verfahren, versichert Fachbereichsleiter Hans-Joachim Freund aus dem Brandenburger Rathaus.

Der erfahrene Verwaltungsmann Karl-Heinz Erler soll nach seinem Urlaub den avisierten Termin mit den Kleingärtnern, dem städtischen Kleingartenverband und dem Kleingartenbeirat wahrnehmen. Erst dann wird man sehen, wie es in Sachen Bußgeld weitergeht.

Der Verein versucht, sich – die Bestrafung vor Augen – am Riemen zu reißen. Besteht die Gefahr, dass das Limit überschritten wird, zieht der Vorstand die Notbremse. Besser gesagt, er stellt die Pumpe ab. Sogar eine ganze Woche lang.

Nur das Nötigste

„Der größte Teil unserer Mitglieder hält sich an die Vorgaben“, versichert Holger Wahrmann. Man gieße nur das Nötigste um den Preis, dass vieles vertrocknet. In diesen Zeiten der Dürre hat sich der Vorstand erneut an die Untere Wasserbehörde gewandt und um eine Erhöhung des Kontingents auf 9000 Kubikmeter gebeten.

„Wir hoffen auf Mitleid, sonst sehe ich schwarz für unsere Ernte“, sagt Holger Wahrmann. In der Vergangenheit hat sich die Behörde allerdings schon schwergetan mit den genehmigten 8000 Kubikmetern.

Risiko für den Förderbetrieb

Denn die kommunalen Wasserexperten befürchten, dass Schadstoffe im Grundwasser weiter mobilisiert und vertriftet werden, wenn die Fördermenge erhöht wird. Sie weisen auf das Risiko hin, dass dann der Förderbetrieb womöglich eingestellt werden muss. Etwa wenn im Förderwasser Benzol oder andere gesundheitsgefährdende Stoffe gemessen würden.

Ortsvorsteher Carsten Eichmüller steht bei dem Problem und bezogen auf das Bußgeldverfahren auf der Seite der Kleingärtner. Die genehmigte Fördermenge hält er für zu gering und fordert die Erhöhung, damit das Obst nicht verdorrt und das Gemüse nicht vertrocknet.

Ortsvorsteher wünscht sich Erhöhung

Eichmüller will nicht verstehen, dass die Verwaltung die Bürger einerseits auffordert, die städtischen Bäume zu wässern, und andererseits den Kleingärtnern vom Bergfrieden das Wasser abgräbt.

Von Jürgen Lauterbach

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