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Brandenburg/Havel Klenke-Quartett erinnert an Beethoven
Lokales Brandenburg/Havel Klenke-Quartett erinnert an Beethoven
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12:12 01.12.2019
Das Klenke-Quartett begeisterte in Brandenburg. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

„Ein Popstar wird 250“, titelt der aktuelle Spiegel zum baldigen Auftakt des Beethoven-Jahres. In der Studiobühne des Brandenburger Theaters zeigte das Klenke-Quartett am Samstagabend schon vorab die Facetten des gefeierten Genies.

Seit 28 Jahren arbeiten die vier Musikerinnen aus Weimar als eines der bedeutendsten deutschen Streichquartette und gelten „als eine der profilitiersten europäischen Formationen“ (Gewandhaus-Magazin). Mit Beethovens Streichquartett in B-Dur op. 18,6 und dem Streichquartett F-Dur op. 132 reisten sie in die Havelstadt.

Der renommierte Dirigent Peter Gülke erläuterte die Werke Beethovens während des Konzertes. Quelle: JACQUELINE STEINER

Begleitet wurden die Damen vom ebenso renommierten Dirigenten und Musikwissenschaftler Peter Gülke. Gülke malte ein Bild Beethovens als tiefgründige, vielseitige Persönlichkeit. Das teilweise flegelhafte Geniegehabe sei nur eine Facette des berühmten Komponisten. „Er war auch ein Mann von unendlich inniger, zärtlicher Intensität“, meinte Peter Gülke.

Beethoven schrieb sein Opus 18, die ersten sechs Quartette, die er publizierte, zwischen 1798 und 1800. Diese Zeit sei nicht zuletzt durch zahlreiche Krankheiten und seine zunehmende Gehörlosigkeit geprägt, erläuterte Gülke. Sie zeichneten daher auch das Porträt einer Melancholie.

Die ersten Sätze des Streichquartetts in B-Dur ständen noch ganz in der Tradition Haydns, der neben Mozart die Gattung entscheidend prägte. „Beethoven trat hier in vertraute Dimensionen ein“, sagte Gülke.

Im Finale tritt dann aber der ungewöhnlich melancholische Ton in den Schlusssatz. Im Gegensatz dazu steht die fast übertriebene Ausgelassenheit des Presto-Finales. „Dieser Mann provoziert und fordert ständig heraus“, sagte Gülke dazu. Dabei die richtige Dosis zu kennen, sei Teil seiner Genialität gewesen.

Deutlich klassischer als das Streichquartett in B-Dur wurde es mit dem Streichquartett F-Dur op. 132. Die Musikerinnen präsentierten damit das letzte abgeschlossene Werk des Komponisten.

Unterbrochen wurde das Gedenken an Beethoven mit einer Rückschau auf Erwin Schulhoff. Schulhoff, 1894 in Prag geboren, galt als einer der originellsten Komponisten seiner Zeit. Er fiel dem Nazi-Regime zum Opfer. Die Musikerinnen spielten seine „fünf Stücke für Streichquartett“.

Gülke schuf auch hier einen Bezug zu Beethoven: „Er war ein sehr politischer Mensch“, der sich als Botschafter des Geistes der französischen Revolution verstand. „Auch dies gehört zur Person Beethovens dazu“, sagte Gülke.

Ein Zusammenspiel von Wort und Klang war beim Kammerkonzert in der Studiobühne zu erleben. Quelle: JACQUELINE STEINER

Das Streichquartett, erläuterte der Dirigent darüber hinaus, habe Goethe als ein Gespräch von vier gelehrten Männern beschrieben. An diesem Abend könnte das Publikum vier gelehrten Frauen lauschen, die nicht zuletzt auch eine Lektion in Konzentration erteilten. Die etablierten Musikerinnen bestachen mit einer konzentrierten Leichtigkeit, einem sensiblen, wenn nötig jedoch zupackendem Spiel und einer ganz selbstverständlichen Abstimmung.

Das Publikum teilte während des Konzertes die Konzentration der Musikerinnen. Umso begeisterter bedankte es sich im Anschluss minutenlang laut klatschend beim Klenke-Quartett.

Von Antje Preuschoff

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