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Brandenburg/Havel Klinikleitung bietet 100 Euro Streikbruchprämie
Lokales Brandenburg/Havel Klinikleitung bietet 100 Euro Streikbruchprämie
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12:50 19.06.2018
Geschäftsführerin Gabriele Wolter möchte die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Patienten so gering wie möglich halten. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Die Klinikleitung kündigt im weiteren Verlauf des Tages eine Pressemitteilung zum Warnstreik und zur Bewertung der Tarifverhandlungen durch Verdi an. Die Dienstleistungsgewerkschaft ruft die Beschäftigten des städtischen Klinikums zum ganztägigen Warnstreik am Mittwoch und Donnerstag auf.

Geschäftsführerin Gabriele Wolter gibt vorab folgende Stellungnahme ab: „Bis auf unser Angebot der Anstellung von 60 zusätzlichen examinierten Pflegekräften lehnt Verdi alle anderen Angebote ab. Sie wollen Bettensperrungen, so dass die Bevölkerung nicht mehr versorgt werden kann.“

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Die Klinikleitung habe erneut Streikbruchprämie für Beschäftigte angeboten, die trotz des Streikaufrufs zur Arbeit gehen. die Höhe liegt bei 100 Euro pro Streiktag angeboten.

„Die erforderlichen Mitarbeiter werden wir zur Arbeit verpflichten“

Darüber hinaus hat die Klinikleitung festgelegt, welche Personalzahl aus ihrer Sicht erforderlich ist. Gabriele Wolter: „Die erforderlichen Mitarbeiter werden wir zur Arbeit verpflichten.“

Die von Verdi unterschriebene Notdienstvereinbarung würde laut Geschäftsführung bedeuten, dass das Krankenhaus „mindestens die Hälfte aller Patienten entlassen oder verlegen müsste“. Gabriele Wolter: „Das geht einfach nicht. Wo sollen denn die Patienten hin? Sollen wir die Rettungsstelle schließen? Solche Vereinbarungen kann Verdi gern in Berlin abschließen, aber nicht in Brandenburg an der Havel.“

Die Zahl der Streikenden lässt sich schwer absehen

Was das städtische Krankenhaus am ersten Streiktag erwarte, wie viele Beschäftigte dem Aufruf folgen werden, lassen sich nicht absehen. Die Klinikleitung werde anschließend weitere Maßnahmen einleiten.

Für die Streikaktion hat die Klinikum-Geschäftsführerin wenig Verständnis: „Ich weiß auch nicht, weshalb unser Krankenhaus das erste in der Bundesrepublik sein soll, dass so weitreichende Entscheidungen auch und vor allem zum Nachteil der Bevölkerung treffen soll.“

Von Jürgen Lauterbach