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Brandenburg/Havel Klinikum gibt seiner Pflege neue Gesichter
Lokales Brandenburg/Havel Klinikum gibt seiner Pflege neue Gesichter
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09:25 30.09.2019
Susanne Lenz ist die neue Pflegedirektorin am Klinikum Brandenburg und übernimmt die Aufgabe des langjährigen Chefs Lutz Pelchen, der in neuer Funktion benötigt wird. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) hat die neue Frau an der Spitze des Pflegedienstes im städtischen Klinikum besonders gereizt herzukommen. Susanne Lenz (51) übernimmt die Position von Lutz Pelchen (52). Der Pflegedirektor wird sich künftig intensiv um andere zentrale Aufgaben wie die systematische Personalgewinnung kümmern.

Personelle Veränderungen

Das städtische Klinikum ordnet seine Pflegeleitung in diesen Tagen neu. Diese neue Struktur geht einher mit dem ohnehin anstehenden Wechsel von Personen. Denn wie berichtet verlassen die über viele Jahre bewährten Fachbereichsleiter Marion Häusler und Manuel Götze das Krankenhaus in der Hochstraße.

Susanne Lenz wird als Pflegedirektorin nicht mehr zwei, sondern sechs Frauen und Männer in ihrem Leitungsteam haben. „Wir richten sechs Abteilungsleitungen ein“, erklärt die Vorgesetzte der Pflegekräfte im städtischen Klinikum.

Mehr Nähe zur Praxis

Susanne Lenz verspricht sich von dieser an anderen Häusern erprobten Leitungsstruktur eine größere Nähe zur Praxis. Sie freut sich, dass es für die sechs Leitungsstellen mehr als sechs Interessenten aus dem eigenen Krankenhaus gibt.

Von Stendal über Hannover und Norderney nach Brandenburg

Susanne Lenz (51) wurde in Stendal geboren. Eigentlich wollte sie – noch zu DDR-Zeiten – Medizin studieren. Doch es gab in ihrem Jahrgang zwei Anwärterinnen auf einen Medizin-Studienplatz. Die andere Schülerin mit ebenfalls guten Noten hat ihn bekommen.

Die erste Berufsstation als Krankenschwester war im Jahr 1990 die Kinderanästhesie der medizinischen Hochschule Hannover.

In vielen Lehrgängen absolvierte Susanne Lenz erfolgreich die Ausbildung zur Pflegedienstleiterin.

Den Einstieg in Leitungsfunktionen schaffte sie an einer Reha-Klinik in Norderney, wo sie zweieinhalb Jahre blieb. Von dort wechselte sie ins Pflegemanagement des Schwerpunkt-Krankenhauses in Quakenbrück bei Oldenburg.

Das Plansoll an Pflegekräften für den Pflegedienst (ohne Funktionsdienst) umfasst 348 Vollkräfte. Die aktuelle Anzahl von Mitarbeiterinnen im Pflegedienst (ohne Funktionsdienst) beträgt 490 Pflegefachkräfte.

Von Januar bis August 2019 sind 28 Vollkräfte hinzugekommen, im Oktober werden es noch einmal 22 sein.

In diesem Jahr wird das Klinikum nach deren Kenntnisprüfung 15 ausländische Pflegekräfte beschäftigen.

Wer aufsteigen wird, sei noch nicht endgültig entschieden. „Aber wir befinden uns in der Entscheidungsphase“, sagt die Pflegedirektorin, die in einer Zeit Verantwortung übernimmt, in der so gut wie alle Krankenhäuser händeringend nach Fachpersonal suchen.

Auf ihrer letzten Leitungsstelle im niedersächsischen Quakenbrück sei es immerhin gelungen, die Krankenpflege bei einer Steigerung von 280 auf 320 Stationsbetten zu organisieren.

15 Schulabsolventen kommen hinzu

Die Nachwuchsgewinnung wird auch für die neue Chefin von knapp 500 Pflegefachkräften zentral sein. Wichtigste Quelle wird die Medizinische Schule des Klinikums sein. 25 von 50 jungen Leuten des aktuellen Prüfungsjahrganges wechseln nun nach ihrer Ausbildung dorthin.

Es sollten 29 sein. Doch drei verpatzten die Prüfung und werden voraussichtlich später hinzustoßen. Ein Schulabsolvent hat sich anders orientiert.

Wege zur Hebamme führen nach Rom

Lutz Pelchen, seit 1996 im Klinikum beschäftigt, wechselt nicht nur seinen Schreibtisch, sondern auch sein Aufgabengebiet. Das führt ihn gleich im nächsten Monat in die italienische Hauptstadt – im Interesse der Brandenburger Neugeborenen. Denn zwar nicht alle Wege zu Hebammen führen nach Rom, aber einer eben doch.

Für den Kreißsaal werden derzeit dringend Hebammen gesucht. Von Italien ist bekannt, dass die Hebammenausbildung dort sehr gut ist und die Erfahrung deutscher Krankenhäuser mit italienischen Fachkräften ebenfalls. Im Oktober führt Pelchen daher in Rom Bewerbungsgespräche.

Die ersten Philipinerinnen fühlen sich wohl

Der bisherige Pflegedirektor ist also für die Personalgewinnung zuständig. Noch in seiner alten Funktion war es am Jahresanfang in Manila, um philippinische Krankenschwestern für Brandenburg zu rekrutieren.

Die ersten drei Philippinerinnen haben sich nach seinen Worten schon sehr gut etabliert im Klinikum und fühlen sich wohl in Brandenburg/Havel – mit dem Wermutstropfen, dass ihnen die Fahrräder für den Weg zur Arbeit gestohlen wurden.

Zum attraktiven Arbeitgeber

Weitere Schwestern aus Fernost könnten bis zum Jahresende hinzukommen, außerdem Fachkräfte aus Osteuropa. Es geht nicht nur darum, Pflegekräfte aus Drittländern zu interessieren und zu gewinnen, sondern sie auf dem anschließenden nicht ganz einfachen Weg bis zur Kenntnisprüfung auch zu begleiten.

Im engen Austausch mit der Geschäftsführung wird Lutz Pelchen außerdem ein sogenanntes Employer Branding aufbauen, also versuchen, das städtische Klinikum als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, der sich auf dem Arbeitsmarkt positiv abhebt.

Weiterhin wird sich der bisherige Pflegechef um das Gesundheitsmanagement kümmern, speziell auch um den Schwerpunkt betriebliches Eingliederungsmanagement. Und mit seiner Erfahrung wird er ab Bildungseinrichtungen lehren.

Von Jürgen Lauterbach

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